In eigener Sache: Die Zukunft von Jostyknowsbest

Bei jedem Projekt muss man sich von Zeit zu Zeit Gedanken über den aktuellen Stand und über die Zukunft machen. Bei Jostyknowsbest.de ist das natürlich nicht anders. Da es sich um einen öffentlichen Blog handelt, will ich das Ganze auch hier transparent machen. Zuerst will ich auf die akuelle Situation eingehen.

Seit über einem Jahr bin ich bei den Ironbloggern München, dadurch veröffentliche ich jede Woche mindestens einen Artikel. Ansonsten hat sich bei JKB wenig verändert. Das Design ist gleich geblieben und wird auch in Zukunft so schlicht bleiben. Inhalte sollen auf dieser Seite im Mittelpunkt stehen. Auch die Besucherzahlen stagnieren: Durchschnittlich besuchen ungefähr 300 Menschen pro Woche Jostyknowsbest.de. Die Zahl der Visits liegt etwas höher.

Das sind natürlich marginale Zahlen im Vergleich zu großen Blogs. Da ich in Konkurrenz mit über einer Milliarde anderer Websites stehe, freue ich mich aber trotzdem über jeden Besucher. Noch mehr freue ich mich natürlich über Kommentare, ganz egal ob sie in einem sozialen Netzwerk oder direkt auf der Website gepostet werden.

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In Zukunft würde ich gerne mehr Artikel posten. Während des Semesters habe ich einfach mehr Zeit und Muße zum Schreiben. Leider mangelt es mir momentan ein wenig an Themen, die mich reizen. Entscheidend für die Themenwahl ist natürlich auch die Lesermeinung – also eure. Welche Themen interessieren euch am meisten? Sind es eher die Texte über Politik, dieses Internet, Reisen oder gar die Vereinzelten über Musik oder Sport?

Selbstverständlich werde ich auch in Zukunft das veröffentlichen, was ich für wichtig halte. Dennoch folge ich gerne einer Richtung bei der Frage, wie der Schwerpunkt der Inhalte in Zukunft sein soll.

Die Zukunft des mobilen Internets

Der Sommer ist vorbei und es erscheinen einmal mehr die neuen Smartphones. Dieses Jahr sind die großen Displays endgültig im Zentrum angekommen, mit dem Iphone 6 ist nun auch Apple von Displays unter 4,5 Zoll abgerückt. Jetzt gibt es für die kleinen Handys definitiv keinen Massenmarkt mehr. Das gibt auch die Zukunft für die mobilen Endgeräte der Zukunft vor.

Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages die Huffington Post zitieren würde, doch der Kommentar von Sebastian Matthes zum Medienwandel hat einen wahren Kern. Besonders wenn er Tablets als Übergangstechnologie bezeichnet. Die Verkaufszahlen der Tablets bestätigen diesen Trend – sie stagnieren. Gleichzeitig steigen die Verkaufszahlen von Smartphones und damit die Verkaufszahlen von Handys mit großen Bildschirmen.

Neben dem Iphone 6 könnte vor allem das Blackberry Passport eine Richtung vorgeben, wie es zuletzt das Samsung Galaxy Note tat. Dies liegt sowohl an dem quadratischen Display, das der Darstellung von Texten dem der Tablets in fast nichts nachsteht, als auch an “Blend”. Eine Software, die Computer und Smartphone endlich in dem Maße verbindet wie es sein sollte. Man kann Nachrichten mit dem Laptop vom Mobiltelefon schicken und auf sämtliche Dateien des Smartphones vom PC aus zugreifen.

BlackBerry Passport

Das ist ein weiterer Schritt, der das Smartphone zu dem zentralen Hort der privaten und geschäftlichen Kommunikation macht. Doch neben der Kommunikation wird es auch immer mehr zum Mittelpunkt des Nachrichtenkonsums. Damit wird es in Verbindung mit den Ultrabooks die Tablets wieder eher zurück drängen als größer werden lassen. Für mich waren es immer und werden es auch in Zukunft in erster Linie große Bildschirme für den Frühstückstisch sein.

Ähnlich kritisch sehe ich die Wearables. Smartwatches haben interessante Möglichkeiten, doch sie sind eher ein Nischenprodukt für Nerds. Es fehlt einfach der Mehrwert eines Miniaturbildschirms für eine Gesellschaft, die heute fast immer das Smartphone in der Hand hält. Nun geht Google mit ihrer Brille schon einen Schritt weiter, doch auch hier gibt es mehr Gegen- als Rückenwind.

Die Gesellschaft will heute alle Vorteile des Internets bei sich haben, doch wenn der Gegenüber auf eben jenes unbegrenztes Wissen zugreift, muss es auch ersichtlich sein. Google Glass ist eine ständige Unfreundlichkeit der Mitmenschen gegenüber. Nicht nur dass man sich einen Vorteil verschafft, man straft die Gesprächspartner mit Desinteresse. Spätestens seit eine US-Studie festgestellt hat, dass Google Glass während des Autofahrens genauso ablenkt wie ein Blick auf das Handy, mangelt es ihr an Vorzügen.

Der ganze Text beschreibt selbstverständlich nur meine Meinung und es gibt genug Experten, die einer anderen sind. Doch für mich ist ein Smartphone, in Verbindung mit einem leistungsstarken Laptop mit Abstand die produktivste Kommunikation. Der Laptop ersetzt dank eines externen Bildschirms, Tastatur und Maus in meinem Fall auch den Desktop. Ein Tablet besitze ich zwar, jedoch nur um meinen studienrelevanten PDFs einen großen und trotzdem leichten Bildschirm zu bieten.

Es gibt Menschen in München, die freuen sich das ganze Jahr auf die Wiesn. Da werden jährlich neue Dirndl gekauft, acht Wochen zuvor gibt es schon kein anderes Thema mehr und wenn es dann so weit ist, rennen sie jeden Tag hin.

Ich hasse das Oktoberfest

Mir ist vollkommen klar, dass ich mit meinem Hass auf nicht viel Gegenliebe stoße. Schließlich liebt jeder das Oktoberfest: Die vermeintlich “echten” Bayern aus dem Umland begeistern sich für die schiere Größe, die Isarpreisn feiern die “Gemütlichkeit”, die Touristen finden diese Maßkrüge einfach unglaublich toll und meine Freundin nennt es gar romantisch. Oh wie ich es hasse.

Wer nämlich die blau-weiß-karierte Brille vom Souvenirshop am Hauptbahnhof abnimmt, erkennt den wahren Graus. Da sieht man schon um 10 Uhr morgens (!) die ersten Betrunkenen aller Generationen, da findet man selbst als Pärchen keinen einzigen Tisch um sich dazu zu setzen, da bestellen Preisn auf der so urigen “oihtn Wiesn” eine Mahs und so könnte ich noch beliebig lange weiter machen.

Nein, im Ernst – welchen Reiz bietet ein Volksfest, auf dem in München lebende Hamburger ihre Kölner Freunde mit ihrem Wikipedia-Wissen über den Festplatz führen. Für mich handelt es sich einfach nur um eine gigantische Ansammlung von Idioten, die darüber streiten welches Zelt am Besten sei, aber auch nach fünf Jahren in München nicht wissen, wie man Maß ausspricht.

Ihr müsst mit euren Blogs kein Geld verdienen

50% des Internets sollen Pornos sein? Dann folgen nach den Katzenbildern Artikel mit dem Thema “Wie ihr mit eurem Blog Geld verdient” auf Platz 3. Diese Artikel sind dann echte Zugmaschinen für Blogs über Bloggen. Da werden Artikelserien gestartet und ellenlange Listen mit Tipps erstellt. Wenn man jetzt Bullshit Bingo spielt, fallen sicher Begriffe wie “Content ist King”, “Ohne Fleiß kein Preis”, “Jeden Tag einen Artikel” und “Eure Nische”. Ich kann den Mist nicht mehr sehen!

Natürlich kann man das Bloggen professionell betreiben, dann arbeitet man als ein selbstständiger Journalist und Verleger. Dafür muss man richtig gut sein und viel Zeit aufwenden. Dann kann man eine Seite aufbauen und mit viel Glück und den richtigen Kontakten eines Tages vielleicht sogar davon leben. Aber dass können nur ganz wenige, sonst funktioniert das System nicht. Wer aber trotzdem gerne schreibt und veröffentlicht, der sollte sich nicht ständig dazu genötigt sehen Geld verdienen zu müssen.

Der Blogger ...

Es ist ein Hobby und das ist auch gut so. Denn um wirklich Geld zu verdienen braucht ihr extrem viele Besucher oder eine sehr genau abgestecktes Themengebiet und kaufkräftige Leserschaft. Beides ist mit einem politischen Blog wie meinem nur schwer möglich. Da könnte ich mich jetzt spezialisieren, wie Netzpolitik, oder Extreme bedienen wie einige rechtspopulistische Kollegen. Beides kann und will ich nicht. Mir geht es um gesellschaftliche Themen und oft auch um Aufklärung.

Klar gab es bei Jostyknowsbest Zeiten, da hätte ich gerne Geld damit verdient. Auch jetzt als Student könnte ich ein paar zusätzliche Euros gut gebrauchen. Aber da ist jeder Nebenjob effizienter als des Geldes wegen zu Bloggen. Natürlich könnte ich diese Seite mit Bannern und AdSense vollpflastern, doch dass würde ich nie tun. Erstens bringt es dank AdBlockern eh kaum Geld und zweitens stört es meiner Meinung nach die Nutzer.

Und so arbeite ich mit meiner Seite vor allem deswegen kostendeckend, weil der Webspace nur 3€ im Monat kostet. Alle 20 Artikel nehme ich auch mal ein Angebot für bezahlte Texte an, solange ich die Inhalte selbst bestimmen kann.
Somit habe ich ein sehr preiswertes wenn auch zeitintensives HOBBY gefunden. Dass versuche ich den Leuten immer wieder klar zu machen. Ich veröffentliche hier, weil es mir Spaß macht! Und jeder der gerne schreibt, Videos dreht oder Podcasts macht, sollte es auch so machen.

AfD – die deutsche Angstpartei

Es hat eh lange gedauert, bis sich auch in Deutschland eine rechtspopulistische Partei durchsetzen konnte. Doch spätestens seit dem Erfolg bei der Europawahl und dem Einzug in drei ostdeutsche Landtage gibt es auch in Deutschland ein Gegenstück zur Front National in Frankreich, Gert Wilders in den Niederlanden und den rechten Strömungen in England, Österreich und der Schweiz.

Es ist jetzt an der Zeit, anders mit der AfD umzugehen als in ihren Anfängen. Dort wurden sie von der Union ignoriert und von den anderen Parteien verunglimpft. Beides hat nicht geholfen. Stattdessen ist die Alternative für Deutschland gestärkt aus dieser Phase gekommen. Die Nazis in der Partei wurden größtenteils ausgeschlossen und die Ablehnung des Euros ist nicht mehr ihr einziges Thema. Nur ihrer eigentlichen Grundsäule sind sie treu geblieben: Sie spielen mit den Ängsten in der Bevölkerung.


Quelle

Dabei bedienen sie die Urängste einer Industrienation um Arbeitsplätze, Wohlstand und Gerechtigkeit. So streift man nun immer wieder die ausländerfeindliche Seite. Es kommt zu fremdenfeindlichen Aussprüchen, zum Thema Gerechtigkeit greift man die EU-Partner deutlich unter der Gürtellinie an. Nur weil unsere Wirtschaft momentan brummt, dürfen wir nie die damit verbundene Verantwortung vergessen. So hat die aktuelle Lage im Süden Europas sicher nichts mit Faulheit zu tun. Der letzte Punkt ist die erzkonservative Wertevorstellung der AfD. Mit aller Gewalt will die Partei an dieser überholten Einstellung festhalten. Sogar die CSU wirkt gegenüber mancher Aussagen liberal. Besonders die Rolle von Frauen und Andersgläubigen in der Gesellschaft wird massiv angegriffen.

All das sind eigentlich Punkte, bei denen man glauben könnte, dass niemand eine solche Partei wählt. Doch spätestens die zweistelligen Ergebnisse im Osten sind Beweis genug, dass wir diese Ängste nicht ignorieren dürfen. Hier sind die gemäßigten Parteien gefordert, den Abgehängten im Volk diese Ängste zu nehmen. Denn weder Kitas, noch Asylanten oder Euro-Hilfspakete kosten diesen Menschen die Arbeitsplätze, es ist viel mehr ihre soziale Herkunft und die fehlende Bildung.

Ich unterstelle hier einfach, dass ein staatsbürgerlich gebildeter Mensch nicht die AfD wählt. Auch den Akademikern in der ersten Reihe der Partei fehlt es hier an Verantwortungsbewusstsein. Eine Professur ist noch lange keine Garantie für nachhaltige Politik. Viel mehr scheint es zu einer Arroganz gegenüber anderer Länder und Völker zu führen und das ist mehr als gefährlich für Deutschland! Also bitte hört auf zu glauben, dass die AfD eine echte Alternative für die Bundesrepublik sei!