Madrid – Spanientrip Teil 1

Dieses Jahr ging mein Sommerurlaub nach Spanien. Meine Freundin und ich flogen zuerst nach Madrid. Leider im Hochsommer und leider zwei Nächte zu lang, das war’s dann aber schon mit den negativen Aspekten. Madrid ist eine tolle Stadt! Alle Sehenswürdigkeiten liegen so nah zusammen, dass die Metro ungenutzt bleiben kann. Unser Hotel lag direkt neben der Oper von Madrid – also direkt im Zentrum. Das “Room Mate Mario” kann ich voll und ganz weiterempfehlen. Neben der ausgezeichneten Lage bietet es schöne Zimmer, ein reichhaltiges Frühstücksbuffet und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einzig ein Pool fehlt zum Top-Hotel.

Wer von der Oper oder dem Puerto del Sol – dem zentralen Platz von Madrid – seine Sightseeing Tour startet, sollte auf die klassische Stadtrundfahrt verzichten. Zu viel gibt es auf kleinstem Raum zu entdecken. So liegen der Königspalast und die neue Kathedrale direkt nebeneinander. Von Innen haben wir allerdings nur die beeindruckende Kirche gesehen. Weitere Kirchen und Plätze wie der Plaza Major liegen in unmittelbarer Nähe. Ebenso wie die verwinkelte Altstadt die zum Bummeln einlädt. Solange es die Hitze zulässt, denn im Hochsommer ist jeder Zentimeter Schatten begehrt und so sollte man sich anpassen und die Siesta genießen.


Der Eingang zum El Retiro

Das geht am besten im Stadtpark El Retiro. Dank vieler Kastanienbäume herrscht in dem gigantischen Park ein angenehmes Klima. Einige Hartgesottene Rudern zwar in der prallen Sonne auf dem kleinen künstlichen See in der Mitte des Parks, ein kühles Eis im Schatten ist jedoch eher zu empfehlen. Weiteres Highlight im Retiro sind immer wieder Ausstellungen vom Senta de Arts de Rena Sofia die kostenlos zugänglich sind.

Eben jenes Senta de Arts de Rena Sofia ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Zu einigen Zeiten ist das renommierte Museum für Moderne Kunst sogar kostenlos – unter anderem am Sonntag Nachmittag. Sonntag ist insgesamt ein sehr guter Tag für Madridbesucher. Vormittags erstreckt sich über die halbe Altstadt ein Markt, El Rastro, der allerlei Skurriles aber auch Schönes bietet.

Was das Essen angeht ist Madrid auch im Vergleich zu anderen Metropolen eher teuer. Es gibt wenige günstige Restaurants und sogar die eigentlich einfache Paella kostet in der Café ähnlichen Restaurants einiges. Trotzdem macht es durchaus Spaß bei einem erfrischenden Sangria draußen zu sitzen. Es wird zwar eigentlich erst um 22 Uhr gegessen, doch die Temperaturen laden auch zu diesen Zeiten noch dazu ein. Ein Restaurant, das sowohl schick als auch günstig ist, haben wir dann doch gefunden: Das “Public” bietet nationale und internationale Küche zu einem schon erstaunlich günstigem Preis. Noch preiswerter ist dann der Wein, wir haben uns in dem schicken Ambiente gar gefragt ob es sich eher um den Preis pro Glas statt pro Flasche handelt.


Blick über Madrid vom Tempel von Debod

Auch feiern kann man in Madrid, jedoch nur mit ausreichendem Durchhaltevermögen. Die Clubs und Discos werden eher um drei als um zwei Uhr voll. Zuvor wird besonders in den lebendigen Kneipen und Straßencafés von Malasana und Cuecha vorgeglüht. Uns hat dass dann gereicht und so haben wir uns die extrem teuren Eintrittspreise für die Clubs gespart.

Insgesamt ist Madrid eine sehr lebendige und freundliche Stadt. Wer kein spanisch spricht muss sich zwar mit Händen und Füßen verständlich machen, aber dass funktioniert eigentlich ganz gut. Nur 20% der Spanier sollen sich auf Englisch ausdrucken können – in Madrid sind es wohl noch viel weniger. Das Schlimme ist dann der spanische Akzent in ihrem “Englisch”. Wir hatten ja, wie oben erwähnt, keinen Hotelpool und waren ein bisschen zu lange in Madrid, also suchten wir ein Freibad. Das gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht. Trotz des heißen Klimas gibt es in Madrid kaum Schwimmbäder, wir gingen dann in ein mäßig schönes bei der Metro Station Lago. Danach geht es bereits früh morgens mit dem Renfe Ave Schnellzug mit knapp 300 Km/h nach Valencia. Dort haben wir dann auch einen großen Pool – das Mittelmeer.

Immer wieder findet man sie – Liebesbekundungen mit den verschiedensten Niedlichkeitsformen von Tieren und die Verbindung von “Kleiner”-Zeichen und Dreien. Danach werden die letzten 3 Monate als die schönsten ihres Lebens bezeichnet. Ach..

Ich hasse Liebesbekundungen in Facebook

 

Warum zur Hölle müssen immer wieder einige Pärchen dem Partner an die Pinnwand posten wie glücklich sie sind?! Reden die nicht miteinander? Oder warum schreiben sie keine Mail, wenn sie sich schon nicht sehen wollen.

Es geht also weniger um die Information für den Partner – es soll nur jeder andere wissen wie glücklich sie sind. Aber das interessiert mich nun wirklich nicht. Das ist natürlich schön für sie, aber reicht nicht einfach ein Urlaubsfoto zu zweit?

 

Das TTIP Freihandelsabkommen muss verhindert werden

In den Medien wird über das TTIP eigentlich nur im Zuge der NSA-Affäre gesprochen. Deutsche Politiker wollen das Abkommen als Druckmittel für bessere Beziehungen der Geheimdienste nutzen. Was in den Artikeln aber meist ausgespart wird, ist eine Erklärung über den Inhalt des TTIP. Aus diesem Grund will ich euch ein kurzes Video empfehlen:

Als Vorteil des TTIP wird immer wieder das mögliche Wirtschaftswachstum angepriesen. Dieser Vorteil wurde aber vom renommierten ifo Institut auf nur 0,5 % taxiert. Das war es dann auch schon mit den Vorteilen. Und die Lise der Nachteile ist bei weitem länger!

Da wären zuerst die Angleichungen der Produkt- und Bankenrichtlinien zu nennen. Während Europa wohl in erster Linie bei den strengen Produktrichtlinien Einbußen erleiden müsste, würden in den USA zuerst die hart erkämpften Bankenrichtlinien aufgeweicht. Vor allem über Gentechnik wird in Europa deshalb gestritten. Es gibt kaum bestreitbare Risiken – wie Resistenzen gegen Schädlingsbekämpfungsmittel – von gentechnisch veränderbaren Pflanzen.

Ein weiterer Inhaltspunkt des TTIP der kaum diskutiert wird, ist eine neue Gesetzesregelung: US-Firmen können sich in Europa US-Recht einklagen. Wie dramatisch das Ganze sein kann, wird im Freihandelsabkommen der USA mit Peru klar. In Peru kam es zu massiven Umweltverschmutzungen durch eine US-Firma. Ein Gericht entschied daher, dass diese Firma neue Schutzmaßnahmen durchführen muss. Die Firma aber klagte den Staat Peru aufgrund von “Investorenschutz” an. Der Fall wurde vor einem Schiedsgericht verhandelt, dass sind im Grunde private Gerichte. Dort entscheiden “Richter”, die unter anderem von den Unternehmen selbst bestimmt werden. So kam es auch in dem genannten Fall zu einer komischen Entscheidung: Peru muss dem Unternehmen 800 Mio Dollar Schadensersatz zahlen!

Das alles droht uns auch in Deutschland. Während man dann Unternehmen wegen jeder Kleinigkeit verklagen kann, könnten US-Unternehmen in Deutschland ähnliche Gewerkschaftsvereinbarungen wie in den USA durchsetzen – nämlich keine! Die Arbeitnehmerschutzrechte würden deutliche Einbußen in Europa erleben.

Die fehlende Transparenz in Schiedsgerichten ist ein gutes Beispiel. Denn genauso wird das TTIP momentan ausgehandelt. Die Inhalte sind alle geheim. So etwas darf es in der Wiege der Demokratie – Europa – eigentlich nicht geben. Es wird höchste Zeit für einen Aufschrei der Bevölkerung und der staatlichen Regierungen.

Warum es in Israel keine richtige oder falsche Seite gibt

Anfang des Jahres habe ich noch fleißig einen längeren Urlaub in Israel geplant. Dann kam ein Ferienjob dazwischen, der mir wohl einige Stornierungsgebühren erspart hat. Noch im März hat niemand mit einer erneuten Zuspitzung in dem Nahost-Konflikt gerechnet. Die Lage schien zwar nicht befriedet, aber zumindestens ruhig. Die beiden Lager schienen das Ganze zu ignorieren – von unregelmäßigen Drohaktionen mal abgesehen.

Nun ist die Sache aber einmal mehr eskaliert und, wie jedes Mal bei einer solchen Zuspitzung, von Extremisten herbeigeführt. Eben jene, die der Hamas nahe standen, entführten und töteten drei Jugendliche aus Israel. Für sie war das eine Reaktion auf die andauernde Schikane von Seiten der israelischen Regierung. Eine schlechte Ausrede für einen terroristischen Akt.


Raketenstellungen in Gaza Quelle

Israel wiederum schlug zurück mit einer Aktion, die keiner Demokratie würdig ist. Sie bombardierten einmal mehr die Führungskader der islamistischen Hamas. Das wiederum führte zu einer deutlich steigenden Anzahl von Raketenangriffen auf zivile Ziele in Israel. Und nun folgte eine schier unmenschliche Tat israelischer Extremisten: Sie entführten ihrerseits einen palästinensischen Jungen und verbrannten ihn bei lebendigen Leib. Eine Tat, die an Grausamkeit und Menschenhass kaum vorstellbar ist.

Was nun folgt ist Krieg. Es kommt zu immer mehr Raketenbeschuss – sogar auf Kreuzfahrtschiffe – und zu immer mehr Luftangriffen. Zuletzt wurden gar 20´000 Reservisten eingezogen. Ein klares Zeichen für Vorbereitungen einer Bodenoffensive, die einmal mehr ein ungeheures Leid nach sich ziehen und das Elend in Gaza nochmals verschärfen würde.


Bilder nach einem Luftangriff auf Gaza Quelle

Nun wird aber von Medien und Privatpersonen im Internet nach Schuldigen gesucht. Den Leitmedien wird vorgeworfen Pro-Israel zu sein und große Teile der Deutschen machen die Israelis für alle Gräueltaten in Gaza verantwortlich. Es kommt zu hitzigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken, dort wird “Jude” als Schimpfwort genommen. Es wird gleichgesetzt mit Mördern, mit Unmenschen und mit Rassisten.

Eine Aussage, die nur einen kleinen Teil der israelischen Bevölkerung treffend beschreibt. Es gibt sie, israelische Siedler die Moslems hassen und jedem aus ihrem Land vertreiben oder gar töten wollen. Genauso gibt es Terroristen unter den Palästinensern – auch das sind Menschen, die einfach nur töten wollen.

Die große Masse aber will einfach nur leben! Und das in einem der schönsten Länder dieser Welt. Es wird Zeit, dass sich die schweigende Masse aufbäumt. Es wird Zeit, dass die eigene Bevölkerung die israelische Regierung endlich zu Humanität mahnt und dass die gemäßigten Palästinenser sich den Terroristen im eigenen Land stellen. Nur so kann endlich Frieden einkehren. Keine Militäraktion dieser Welt wird das beenden.

Hier noch ein Interview mit dem in Israel lebenden Journalisten Richard Gutjahr.

 

Warum wir Facebook nicht meiden dürfen

Das Internet muss politischer werden – das war die Kernaussage der Re:publica 2014. Sascha Lobo will dafür mehr Geld und die anderen Sprecher der Netzgemeinde verlangen mehr Engagement. Das Problem ist aber vor allem der Graben zwischen den Intensivnutzern und den Otto-Normal-Surfern. Netzpolitik hat jetzt die Zahlen zu diesem Graben geliefert: Die netzpolitisch engagierten nutzen Twitter, der Rest nutzt Facebook.

Die Diskussionen, Aufrufe und Links zur Internetpolitik erreichen die große Masse also kaum. Mit einer beeindruckenden Arroganz erwarten die Eliten im Netz, dass der vermeintlich unwissende Rest ihnen von Facebook zu Twitter folgt. Natürlich haben sie gute Argumente wie den Datenschutz und vor allem die undurchsichtige Newsfeedpolitik (einige Posts werden angezeigt, andere nicht). Tatsache ist aber, dass Facebook bei einem Großteil der Internetnutzer beliebter ist, das auszublenden ist nicht nur dumm, sondern auch gefährlich.