Wird das Internet zum neuen Fernsehen

7 02 2010

Zuallererst muss ich klarstellen; im folgenden Post geht es in keinster Weiße um technische Umsetzungen des Fernsehens im Internet und auch nicht um Youtube als neue Form des Fernsehens. Es geht um die einfache Frage: Ist oder wird das Netz so flach wie das heutige deutsche Fernsehen.

Die Sendungen, welche man neben einnigen Spielfilmen sehen kann sind schnell aufgezählt. Extra 3, die Simpsons, Scrubs – eigentlich beide lieber auf Englisch -, einige Disskusionsrunden im Öffentlich-Rechtlichen (dabei sind aber die Gäste ausschlaggebend) und GoTV zum Musik hören. Es kann natürlich gut sein, dass ich die eine odere andere lokale Perle auf einem 3. Programm vergessen habe. Ebenso sind die Nachrichten meist einer der wenigen Gründe für Rundfunkgebühren.

Auch ein Vorschlag – aber erst nach der WM =)

Jetzt hoffe ich mal, ihr denkt nicht: Das recht doch?! Schnappt euch die Fernsehzeitung und markiert eine Woche lang die genannten Sendungen – wegen mir auch noch interessante Sportsendungen – ihr werdet feststellen, unser TV ist zu 95% unter aller Sau.

Das Fernsehen ist aber auf dem absteigenden Ast. So fuck the past, lets watch the future: The Internet. Und da sehe ich steigende Zugriffszahlen auf Websiten wie RTL, Bild und Pro7. Die Unterschichtsmedien – inhaltstechnisch – für die intellektuell ungebildete Mittelschicht. Ich will nicht sagen, dass i-net war zuvor ein reiner Quell der Weißheit, doch es könnte einer werden.

Rückführend kann ich die zu Anfang gestellte Frage recht leicht beantworten. Das Netz kann so flach werden wie das Fernsehen, muss es aber nicht. Entscheidend ist wer den Wettstreit in den vielen kleinen Dissputen gewinnt: Zeit vs. Bild, Politblogs vs. Klatschblogs, Argumentation vs. Populismus, Spiegel vs. Bild… Lasst euch nicht verblöden!



(Cyber-)Angriff auf den Westen

5 02 2010

Google zieht sich aus China zurück, weil email-Konten gehackt wurden, deutsche Bundeswehr-Server aus China angegriffen wurden, genauso wie die Öl-Firmen in den USA. Das sind nur einige Beispiele dafür, dass China einen Krieg gegen die digitale westliche Welt beginnt.

Hat sich für die Menschenrechte und gegen China entschieden – Google

Insgesamt sehe ich  die Poltik in China schon seit langem sehr kritisch. Dabei geht es mir nicht nur um die aggressive Außenpolitik, sondern auch um die menschenverachtende imd assoziale Innenpolitik im Fernen Osten. Manche werden jetzt schimpfen, dass der Chinese nun mal über Alles erfolgsstrebend ist. De Facto gibt es “DEN Chinesen” gar nicht, so richtet sich meine Kritik nur gegen die Regierung.

Diese ist heute mächtiger als die Mächtigste des 20. Jahrhunderts im Weißen Haus. Es ist darum nur schlim, dass es der Diktatur in der Weltmacht nicht reicht, eine solche zu sein, solange es noch eine Zweite gibt.

Selbstverständlich muss man von dem hohen europäischen Ross steigen und einsehen, dass jeder Mensch das gleiche Recht auf zum Beispiel ein Auto hat, auch ein Chinese. Ein Heer aus über 1 Million Soldaten aber ist nicht vertretbar. Insbesondere weil China keiner Bedrohung ausgesetzt ist.

Diese riesige Armee macht mir besonders deshalb Angst, weil Deutschland schon heute vom Riesenreich in Asien digital angegriffen wird. Ohne Angst schüren zu wollen: Wir leben in einer digitalen Welt!



Netbook-Test: HP Mini 210

3 02 2010

Der Bauwagen ist um ein Technik-Gadget reicher – ein Netbook. Darauf können wir sämtliche Musik speichern, außerdem ist mit “Ultramixer” bereits ein DJ-Programm installiert. Wenn wir jetzt noch jemand hätten der damit umgehen kann, dann wäre der Weg frei zu Elektro-Partys.

Das 300€ teure Mini Notebook hat folgende Produktdaten:

  • Intel Atom N450 Prozessor mit 1,6Ghz
  • 1024 mb Arbeitsspeicher
  • 240 gb Festplatte

Das Display spiegelt in der Sonne doch sehr, zum Ausgleich werden die Bilder sehr gut auf den 10 Zoll dargestellt. Man ist mit dem Laptop aber so flexibel,  dass man direkter Sonneneinstrahlung leicht aus dem Weg gehen kann. Von daher, kann ich das Display durchweg positiv bewerten.

Der Akku ist ein 6-zelliger Li-Ionen Akkumultator. Dieser ist mit 1 Hebel zu wechseln. Die 8 Stunden Laufzeit konnte ich auch ausreizen – bei eingeschaltetem W-Lan und etlichen Installationen. Ansonsten zeichnet sich HP hier mit Kleinigkeiten als Markenprodukt aus. So schaltet zum Beispiel sich das Ladegerät von selbst aus und spart so Strom.

Zur Bedienung; neben der großen Festplatte, war die Tastatur für mich als Vielschreiber ein Kaufgrund. Vor dem Kauf stand ich also einige Zeit im Elektromarkt und testete. Dabei rückte ich von meinem ursprünglichen Favoriten, dem Eee PC 1001 ab. Dessen Tastatur ist einfach so graußig zu bedienen, das ich den Aufpreis für meinen 2. Favoriten gerne zahlte. Das Touchpad ist in Ordung, auch wenn das Klicken ein bisschen leichtgängig ist und ich das scrollen mit 2 Fingern einfach nicht exakt hinbringe.

Schlussendlich wirkt das gesamte Gerät sehr wertig, so knarzt nichts und das Schanier am fürs Display hat kein Spiel. Ausreichend sind Webcam und Lautsprecher – mehr aber auch nicht.

So viel Hardware. Als Betriebssystem ist Windows 7 States installiert. Die Installation war extrem einfach – ich hab es um 1 Uhr nachts nach einem Konzert gemacht. Ansonsten läuft das BS flüssig und ohne Ruckler. Es sieht auch ein bisschen besser aus als Vista. Allerdings kann man den Desktophintergrund nur mit Zusatzsoftware von einem 3. ändern. Weiter gefällt mir nicht, dass Tabs immer automatisch zusammengefasst werden. Um eine Nachricht in ICQ zu lesen, brauche ich also zwei statt einem Klick (wie bei Vista). Der angeblich so große Fortschritt mit Win 7 beschränkt sich darauf, dass es weniger Resoarden braucht. Neben Win 7 ist auch noch ein Linux OS installiert das sofort nach dem Einschalten das ins Internet gehen erlaubt.



Pink Plastic Jesus

1 02 2010

Hier bekommt ihr immer wieder kurze Informationen über lokale Bands aus Landshut.

30.Januar – dieses Datum hab ich mir schon früh im Kalender angestrichen. An diesem Samstag spielten nämlich Pink Plastic Jesus im Rocket Club Landshut. Leider war auf der Seite 9 Uhr als Beginn angegeben, also kam ich mit 5 Bekannten schon um halb 9. Zum ersten Mal dort, fanden wir den Eingang nicht sofort und als wir vor dem vermeindlichen Zugang standen, war dieser verschlossen.

Daher gings zum nächsten Tor, das war dann auch offen und schon standen wir vor der Bühne – alleine! Nach einiger Zeit des fragend Umherschauens, hatten wir dann doch den  mit 10€  happigen  Eintritt bezahlt. Jetzt hieß es Warten, bei einem kühlen Augustiner auch kein Problem (auch wenn ich 2,80€ für eine Frechheit für Bier in der Flasche halte!).

Vorband waren die Münchner Matt Driven, die eine ehrliche Musik spielten. Soweit ich es beurteilen kann, waren es 4 gute Musiker – das einzige Problem war, so richtig Stimmung aufkommen wollte nicht. Sie wären eigentlich einen eigenen Beitrag wert, aber München passt nicht mehr ganz in die Region Landshut.

Und deswegen jetzt endlich zu Pink Plastic Jesus. Gleich beim ersten Lied hat man gemerkt, da ist eine andere Stimmung. Wahrscheinlich liegt es an dem Leadsänger, Andy, der einfach Entertainer durch und durch ist. Für eine Art Jesus-Pose, in bauchfreiem T-Shirt muss man sicher mehr als ein bisschen verrückt sein – genau das braucht wohl eine solche Band.


Selbe Pose -noch unter dem alten Namen und nicht bauchfrei

Die Musik von Andy (Vocals), Cisco (Guitar, Drums), Seli (Drums, Guitar) und Christian (Bass) einer Richtung zu zuordnen ist mir nicht möglich. Es hat etwas von Rock ‘n’ Roll und Poprock, wird dann aber wieder lauter. Eine gute Mischung!

Ein paar mehr Lieder im Repoirtuar hätten nicht geschadet, denn von dieser Gruppe hätte ich gerne noch mehr gehört. Evtl. lag es daran, dass man sich zu der Musik einfach bewegen muss, oder dass sie einen Ohrwurm nach dem anderen spielten – aber das Konzert kam mir extrem kurz vor.

Wer in Landshut also tanzbaren Rock hören will, der sollte sich mit Pink Plastic Jesus auseinandersetzen. Auch der Rocket Club ist, trotz des sicher ein bisschen verplanten Personals, eine klare Empfehlung. 5€ für das Album mit 5 Liedern finde ich jetzt ehrlich gesagt ein bisschen viel für eine Band, die live einfach noch viel besser ist. Frei nach dem GoTV Motto: Live spürt man mehr!

*Edit* Sie haben mir die CD geschenkt – von daher kann ich mich nicht beschweren. =)



Die Gerechte Gesundheitsreform

29 01 2010

Der Grund für eine gerechte und bezahlbare Gesundheitsreform liegt in der Beitragsbemessungsgrenze begraben.* Es gibt zu wenige gut verdienende, gesetzlich Versicherte. Das ist auch verständlich: In den Privaten werden häufig noch Dinge bezahlt, für die man mittlerweile in den Gesetzlichen Zuschüsse zahlt. Ab einem Bruttogehalt von 3750€ im Monat zahlt man nicht mehr die 7,9% des Bruttogehalts, sondern den Deckelbetrag von knapp 300€. Ab dann darf man auch als Arbeitnehmer (nicht Selbständiger oder Beamter) zu einer privaten Kasse wechseln.

Na, hoffen wir es mal nicht

Ich plädiere für eine Erhöhung dieser Grenze. Außerdem sollten auch Beamte in die gesetzliche Kasse bis zur Beitragsbemessungsgrenze einzahlen müssen. Wenn dennoch Geld im Gesundheitssystem fehlt, finde ich es in Ordnung, wenn Steuergelder bezogen werden, denn damit unterstützen reiche Privatpatienten die Gesundheitsversorgung von Schwächeren.

Dies sollte der zentrale Punkt einer Gesundheitsreform sein. Dazu müssen aber noch etliche andere Dinge in Bewegung gebracht werden. So sollten sich chronisch Kranke nicht jede Woche ein neues Rezept holen müssen, die Allgemeinärzte sollten genauso gefördert werden wie die Fachärzte, Krankenkassen sollten die Arzneipreise – wie in anderen Ländern üblich – mit den Pharmakonzernen verhandeln und und und. Wer schon einmal eine Arzt- oder Krankenhausrechnung gesehen hat, der weiß dann noch einmal 100 Möglichkeiten zu sparen.

*Das wollte ich schon immer mal in einen Text einbauen.



Geld verdienen und die Bloggerseele verkaufen

27 01 2010

Ich bin natürlich Welten von Besucherzahlen entfernt, die man zum Geld verdienen braucht, dennoch habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Werbung auf Amateur-Blogs ist immer auch eine moralische Frage. Will ich Kaufanimationen auf meiner Internetpräsenz überhaupt sehen und wenn ja welche Möglichkeit ist die beste für mich.

  • Google Adsense: Der Klassiker, am einfachsten zu bedienen, dafür mit – dem Dollarkurs verschuldeten – geringen Renditen. Ein Problem für mich ist, dass ich nicht wirklich weiß wo ich es einbinden sollte, weil das Werbemittel einfach nicht gut aussieht und ich auch es auch nicht ins Posting selbst einfügen will.
  • Pop Ups/Downs: Vergesst es! Tödlich für die Besucherbindung, weil einfach störend und noch dazu sowas von out.
  • Bannerwerbung: Für einen Blog wohl die beste Entscheidung. Banner sind klar als Werbung erkennbar und sind zum Beispiel unten in der Sidebar recht unauffällig. Die Verdienste sind ganz ok – häufig schlechter als bei Google Adsense.
  • Partnerprogramme: Das bedeutet Links zu einem Produkt über das man gerade schreibt. Wenn jemand häufig Bücher/Alben/Filme rezessiert ist das ganz in Ordnung. Am bekanntesten ist das Partnerprogramm von Amazon. Die Einkünfte sind allerdings recht bescheiden.
  • Paid Content: Wer einfach viel Geld verdienen will, kann Werbepostings schreiben. Damit verliert man allerdings nicht nur seine Stammleserschaft, sondern auch die Bloggerseele. Die gibts natürlich nicht, trotzdem zerstört man ein Gewissen Vertrauen dahingegen, dass der Blogger nur das schreibt was er für richtig hält.

Ein Beispiel: Auf jedenfall zu viel des guten!

Ebenso kann man natürlich mit schönen Hintern von schöneren Frauen etliche Besucher locken. Wer so etwas braucht, kann aber auch gleich bei ebay generierte Besucher kaufen. Wenn man dann wirklich Geld verdienen will muss man sich zuerst auch noch informieren wieviel man versteuern muss. Dafür rechnet man die Kosten pro Jahr mit den Werbeeinnahmen pro Jahr gegen – wenn ein dauerhafter Verlust entsteht und man das auch nicht ändern will muss man keine Steuern zahlen. Ansonsten muss man soweit ich weiß ab 24500€ Umsatz im Jahr Gewerbesteuer zahlen. Unter diesem Betrag muss man Umsatzsteuer bezahlen (Freibetrag ist meiner Meinung nach 400€). Es wird bei Google Adsense keine Umsatzsteuer erhoben weil der Google Sitz in den USA ist.



Extra 3 – die einzige Satiresendung

25 01 2010

Nennt mich Reich-Ranitzki, aber das deutsche Fernsehen ist eine Katasrophe. Der aktuelle Extra 3 Moderator, Tobias Schlegl, hat das in einem Interview so gesagt: “Ich hab Extra 3 immer gerne geguckt, weil das war eine der einzigen Sendungen neben den Simpsons die man anschauen konnte” .Das sehe ich – mit wenigen Ausnahmen z.b. im BR oder Spielfilmen ähnlich.

Die Idee zur 1976 zum ersten Mal gezeigte Sendung kam von Dieter Kronzucker. Leider hat das Programm einen extrem schlechten Sendeplatz für Frühaufsteher – jeden Donnerstag um 23:15 Uhr (seit neuestem auch jeden Sonntag um 22:30 Uhr). Aufgebaut ist Extra 3 aus vielen Teilrubriken, die in der Form von kurzen Filmen gezeigt werden, diese werden vom oben gennanten Tobias Schlegl anmoderiert. Kurz wurde versucht Gäste aus der Politik einzubinden, dies wurde allerdings spätestens nach dem Interview mit dem Rechtspopulisten Roger Kusch eingestellt.

Die aktuellen Rubriken sind:

  • Schlegl in Aktion
  • Die Sendung mit Klaus
  • Johannes Schlüter
  • Neuste Nationale Nachrichten (NNN)
  • Dat geiht voor in Stapelmoor
  • Abgehakt
  • Dennis
  • Die deutsche Durchschnittsfamilie
  • Die Puschel
  • Jasmin

Eine weitere Besonderheit an Extra 3 ist die Bindung mit dem Intedrnet. Laut Kai Pflaume sollten es mehr so machen wie die Leute von der Satiresendung. Die geben nämlich jede Sendung zum kostenfreien Download frei. Außerdem zeigen sie etliche Ausschnitte Online-Videos an. Dadurch machen sie die späten Sendezeiten wett.



Polaroid – sieht immer noch toll aus

23 01 2010

Schon immer war ich begeistert von Polaroid-Fotographie. Früher war das Gute an der Technik, dass man das geschossene Bild sofort sehen konnte. Heute geht das mit Digitalkameras einfach und billiger. Physische Fotos macht man heute dafür viel seltener. Auch der Retro-Stil ist jetzt wieder gefragt. Es sieht ja auch cool aus, wenn eine Wand mit – am besten beschriebenen- Polaroidfotos übersäht ist.

Trotz dieser Tatsachen hat die Firma Polaroid die Produktion von Sofortbildfilmen eingestellt. Jetzt will der Wiener Florian Kaps mit dem Impossible Projekt (alte Seite) die Filmproduktion wieder aufnehmen. Nach dem Ende von Polaroid hat Kaps sämtliche Restbestände aufgekauft, die er seitdem im Internet vertreibt. Vor kurzem stellte er mit seinem Team aus 12 ehemaligen Polaroid-Mitarbeitern zum ersten Mal wieder Filme aus noch vorhandenen Materialien her. Kaps hat nämlich nicht nur die Restbestände, sondern auch 12 alte Maschinen gekauft. Davon wird nur eine genutzt, die anderen dienen als Ersatzteillager.

Das eigentliche Ziel ist es aber, eine neue Chemikalie zu finden, welche den aktuellen Umweltschutzbedingungen entspricht. Eine Solche soll angeblich bis Ende Februar fertiggestellt sein. Wie sich der Aufwand preislich auswirken wird und ob eine Massenfertigung möglich gemacht werden kann, ist aber noch nicht sichergestellt. Wenn dann nämlich ein Bild 50 cent oder mehr kostet, geht dem Polaroid natürlich das Freie verloren. Wer dann sagt bei 50-cent – ein etwas aus der Luft gegriffener Wert – kann man ein Spaß-Foto machen ohne es zu bereuen, der belügt sich selbst. Dabei sind es spontane Bilder, die Polaroid so beliebt machen und dieser Technik auch noch heute eine Chance neben Fotodruckern geben können.



Poetry Slam im kleinen Theater Landshut

21 01 2010

Am gestrigen 20. Januar habe ich zum zweiten Mal einen Poetry Slam besucht. Der Abend wurde von den Herren Lange und Langer so moderiert, dass man sich auf die Ankündigungen freute.

Bei solchen Events macht es mir immer besonders viel Spaß, die Menschen im Publikum zu beobachten. Da sieht man Unmengen an Hornbrillen -  diese dürften den Gastautor und bekennenden Brillenfetischisten Micha-El Goehre ganz schön nervös gemacht haben -, stylische Leute und natürlich Exzentriker, wie einer der Teilnehmer, der mit der Hose in den Stiefeln und kleidlangem Pullover auftrat. Dann fällt dem y-Chromosom Träger mit dem geschulten Auge noch der fantastische Anteil an hübschen Menschen ohne y-Chromosom auf. Schönheit direkt proportional zu Intelligenz?

Nach kurzer Einweisung von Lange & Langer trug zuerst der Veranstalter Heiner Lange seinen Text vor. Außer Konkurrenz war er – wie schon beim letzten Mal – einer der Besten. Danach kam Micha-El Goehre auf Bielefeld und begeisterte, scheinbar ohne Schamgefühl, das bis zur letzten Ecke gefüllte Foyer des kleinen Theaters. Er war sogar so gut, dass ich mir zuhause angekommen erst einmal sein Buch bestellt habe.

Mit gut eingestimmtem Publikum begann der eigentliche Wettbewerb mit einer Lehrerin des Carossa/Leinberger Gymnasiums. Sie trat schon bei meinem letzten Besuch auf und kopierte damals recht schamlos einen Text. Danach kamen 6 andere Poeten mit teil sehr wirren Gedankengängen, teils genialen Geschichten und teil extrem lustigen Texten.

Die vier von einer Zufallsjurie am besten bewerteten Slamer kamen dann ins Finale, wobei dieses Mal alle ziemlich gut waren. Gewonnen hat schließlich Andi Valent mit einem “Rap”, der eindeutig der lustigste im Wettbewerb war. Ich schau mal, dass ich die anderen Namen nachreichen kann.

Nachdem ich jetzt schon einmal in einem Text versucht habe, lustig zu schreiben, bin ich nach diesem Wettbewerb voller Elan für neue Texte in diese Richtung – wenn ich es nur besser könnte =)



Wikileak – für investigativen Journalismus

20 01 2010

Wikileaks.org ist eine Internetseite, die jedem die Möglichkeit bietet, Informationen zu veröffentlichen. Dabei geht es natürlich nicht um Dinge, die getwittert werden wie – ich trinke gerade Kaffee und die xy sieht heute wieder fantastisch aus -, sondern um gesellschaftsrelevante Insider-Informationen.

Schon häufiger wurde Wikileaks dafür kritisiert, sich zu wenig um die Auswahl der Texte zu kümmern. Doch das würde dem Grundprinzip der Plattform auch widersprechen. Sie will Informationen, die sonst geheim bleiben würden, öffentlich machen. Zum Beispiel die Sperrliste für Kinderpornoseiten, die nur dem BKA zugänglich sein sollen. So etwas ist natürlich umstritten. Andererseits, was hilft der Demokratie mehr als Informationen – oder noch besser ehemalige Geheimnisse?

Dazu kommt, dass Wikileaks dem investigativen Journalismus als geniale Quelle entgegen kommt. Spätestens seit die anerkannte Zeitung “The Guardian” die Seite als Quelle angegeben hat, dürfte sie auch anerkannt sein. Das liegt daran, dass durch Wikileaks die einfachste Möglichkeit aller Zeiten besteht, Informationen vor allem anonym preiszugeben. Die bekanntesten aufgedeckten Geschichten sind: Die Kinderpornoseiten Sperrlisten, 570 000 Nachrichten die am 11.September verschickt wurden, der Kunduz-Feldjäger-Report und die Richtlinien für Soldaten auf Guantanamo Bay.

All das bietet der Demokratie eine riesen Chance – verständlich daher wie überzeugt Daniel Schmitt (Mitarbeiter bei Wikileaks) für sein Projekt in der Zeit argumentiert. Es wird interessant sein zu sehen, ob das Netzwerk seine Erfolgsgeschichte fortschreibt und wie es von Medien und Bloggern weiterhin aufgenommen wird.

Weil wir gerade bei brisanten Informationen sind: Nicht aus Wikileaks, aber auf spreeblick habe ich gerade gelesen, dass die SZ angeblich Blogger für positive Beiträge über das neue SZ-Iphone App bezahlt hat. Für mich wäre das ein Skandal – was ist nur zur Zeit mit meiner bayerischen Lieblingszeitung los…