Ein ganz neues Android mit dem Z-Launcher

Ein Highlight von Android sind die externen Launcher, welche ein immer neues Nutzungserlebnis bieten. Besonders innovativ ist der Z-Launcher von Nokia, den ich schon seit der Betaphase nutze. Dank einiger guter Updates erfüllt der Launcher nun alle Anforderungen. Schön, dass sich die Entwickler so sehr mit Vorschlägen aus der Community beschäftigen.

Der Z-Launcher erstellt selbstständig eine Liste aus den sechs meist genutzten Anwendungen und Kontakten. Dazu kann man über die Uhr und das Datum auf die jeweilige App zugreifen. Bei mir habe ich den Sunrise Calender gewählt. Dazu kann man unten noch vier Schnellzugriffe frei einrichten – wie man es von Android gewöhnt ist. Natürlich wäre es jetzt nervig, wenn zum Beispiel die Uhr bei den sechs meist genutzten Apps auftaucht. Seit dem letzten Update gibt es deshalb die Möglichkeit, mit einem langen Klick verschiedene Anwendungen zu verstecken.

Falls man nun etwas braucht, was nicht bei den zwölf auf dem Startdisplay vorhandenen Apps dabei ist, kann man den Launcher öffnen. Dort werden in alphabetischer Reihenfolge alle installierten Applikationen angezeigt. Weiter kommt man so zu den Einstellungen des Z-Launcher und kann mit einem langen Klick auf eine App etwas deinstallieren.

Die wesentlich elegantere Möglichkeit, andere Anwendungen zu öffnen, ist die Handschrifterkennung. Wer beispielsweise ein A schreibt, bekommt Apps wie “Amazon” und Kontakte wie “Antonia Musterfrau” angezeigt. Auch hier wird nach Häufigkeit unterschieden. Man kann auch weitere Buchstaben schreiben, nach einer einstellbaren Anzahl wird der Begriff dann im Internet gesucht. Das funktioniert so flüssig, dass man den Drawer eigentlich kaum benutzt.

Insgesamt raubt einem der Launcher natürlich viele Möglichkeiten. Mir aber gefällt die Schlichtheit des Z-Launcher. Die Widgets und weiteren Startseiten fehlen mir eigentlich nicht. Mit der Schrifterkennung und den meist genutzten Apps bin ich effizienter als bei dem Hin- und Herscrollen. Wer interessiert ist, kann den Z-Launcher hier herunterladen.

Wer noch weitere Apps für sein Smartphone braucht – egal welches Betriebssystem – bekommt hier eine Liste mit 32 Apps von mir.

Wie mich die Krautreporter entäuschten

Seit einiger Zeit ist die Seite der Krautreporter nun online, Zeit für ein erstes Fazit. Das Projekt ist die wohl spannendste journalistische Neuerscheinung des Jahres. Dank eines interessanten Konzepts und großer mithilfe der Mainstream Medien konnten die knapp 40 freien Journalisten ca. eine Million Euro einsammeln. Damit haben sie ein kostenloses Angebot aufgebaut, dass ausführliche Reportagen ohne Werbung im Netz bietet. Dafür wurden Blogger und Journalisten aus der ersten und zweiten Reihe der Internet Avantgarde gewonnen.

Krautreporter Logo (Quelle SpOn)

Die zahlenden Abonnenten bekommen zusätzliche Features. So können nur sie die Kommentarfunktion nutzen, erhalten Zugriff auf weitere Bilder und Grafiken und können vor allem die Themen der Seite mitbestimmen. Ich habe die Krautreporter noch nicht untersützt. Das lag an meinem klammen studentischen Geldbeutel in Verbindung mit einer gewissen Skepsis.

Diese hat sich nun leider bestätigt. Momentan erfüllen die Krautreporter meine Erwartungen noch nicht. Die Seite ist für mobile Anwendungen optimiert. Was grundsätzlich unabdingbar ist wirkt hier allerdings ein wenig lieblos. Auch ich bin ein Verfechter von schlichtem Design, wie ihr an Jostyknowsbest erkennen könnt. Genauso wie die Krautreporter stelle ich die Texte in den Fokus, doch sind es bei mir viel weniger. Schon zu dem jetzigen frühen Zeitpunkt wird es bei dem Journalisten-StartUp wegen der Menge an Artikeln unübersichtlich. Es war definitiv richtig ein responsible Design zu verwenden, doch die fehlende Struktur macht es kaum nutzbar.

Nun aber zum Kern der Plattform – den Texten. Hier haben mich die Krautreporter fast noch mehr enttäuscht. Ja es ist angenehm, dass es keine Werbung gibt. Ja, es wurden hochklassige Texter ausgewählt. Und ja, hier dürfen die Journalisten auch lange Texte schreiben. Aber solche Romane will der Leser nicht. Es scheint als wollen die Reporter sich nun für alle Textkürzungen aus ihren vergangenen Jobs rächen. Dabei vergessen sie den Sinn dieser Streichungen. Damit werden die Texte einfach viel prägnanter, eine Eigenschaft, die ich keinem der Krautreporter Artikel zuschreiben kann.

Um sich auch für die nächsten Jahre ausreichend zahlende Abonnenten zu sichern, müssen die Krautreporter dringend das Design nachbessern. Weiter – und viel schwieriger – müssen sie wohl doch gewisse Richtlinien für die Journalisten erarbeiten. Auch wenn es den vielen ehemalig freien Journalisten und Bloggern ein Dorn im Auge ist, sie arbeiten jetzt für ein Magazin. Und dieses Online-Magazin muss Kunden gewinnen. Auf deren Forderungen und Bedürfnisse sie nun mehr eingehen müssen. Es wäre ihnen zu wünschen.

4 Dinge, die für meine Generation kein Thema mehr sein sollten

Heute jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Für meine Generation – die in den 90er Jahren gebohren wurde – war das schon immer Geschichte. Doch es gibt noch viele weitere Dinge, die für diese Jahrgänge nun wirklich kein Thema mehr sein sollten.

1. Die DDR
Wie schon erwähnt hat meine Generation die DDR nicht mehr erlebt. Natürlich sind die Bundesländer im Osten für uns fremd, aber nicht fremder als Hamburg für einen Bayer. Auch deshalb verwirren uns die vielen Vergleiche von “Ost” zu “West” bei vielen Umfragen oder Statistiken. Auch die unterschiedlichen Beiträge für manche staatliche Leistungen sind für uns nach so langer Zeit der Vereinigung mehr als unverständlich.

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2. Frauenrechte
Immer wieder werden zur Zeit Frauenquoten in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft diskutiert. Das liegt an viel zu kleinen Anteilen von Frauen in eben diesen Bereichen. Es ist natürlich schwierig das an einem einzigen Argument fest zu machen, am ehesten kann man es wohl an reaktionären älteren Chefs festmachen. Trotzdem sehe ich aus verschiedenen Gründen die Quote nicht als Lösung.
Besonders für die Männer meines Alters ist das aber kein Thema. Kein einziger ernst zu nehmender Mann kann heute Unterschiede bei den Rechten für Männer oder Frauen erkennen. Es ist für uns ganz normal eine weibliche Vorgesetzte zu haben. Das ist wohl auch der Grund warum das Problem mit den Anteilen von Frauen in Führungspositionen bald von selbst ausstirbt.

3. Rassismus
Auch heute gibt es noch Alltagsrassismus. Besonders in manchen ländlichen Gegenden ist er noch immer vorhanden. Doch die halbwegs gebildete nach 1990 geborene Generation sollte spätestens jetzt über dieses Thema hinweg sein. Ähnlich wie bei den Frauenrechten darf es heute einfach keinen Unterschied machen welche Hautfarbe oder Religion das Gegenüber hat.
Früher entschied diese über Einstellungen in Berufen und die Art der menschlichen Behandlung. Menschen die anders aussehen wurden komisch angesehen. Von meiner Generation sollte nun wirklich niemand mehr darüber nachdenken.

4. Homosexualität
In Deutschland gibt es immer noch keine Gleichberechtigung für Homosexuelle. Besonders beim fehlenden Recht zur Ehe wird die Intoleranz in der Politik klar. Es wird einfach nicht akzeptiert, dass sich gleichgeschlechtliche Partner genauso lieben können wie heterosexuelle Paare – die Adoption von Kindern wird noch kritischer gesehen.
Doch das Problem geht noch viel weiter, noch immer können sich Sportler nicht outen. Die Angst vor Diskriminierung ist einfach zu groß. Was im Profisport der Frauen schon möglich ist, geht bei den Männern noch nicht.
Und das ist wohl auch der schwierigste Punkt von den Vieren. Auch heute akzeptieren viele Gleichaltrige Schwule noch nicht. Der Anteil an Akzeptanz ist natürlich so groß wie noch nie, doch es darf, wie auch die anderen Punkte, kein Thema mehr sein.

“Imma no” Vorurteile in bayerischen Köpfen

So gern ich in Bayern lebe, so sehr ich bayerisch als Kulturgut schätze und predige – wir haben immer noch ein riesen Problem mit Vorurteilen in den Köpfen. Da geht es jetzt nicht nur um die Alten und die Dummen. Es geht viel mehr um eine scheinbar legitime Intoleranz in unserem Freistaat. Genau dieses Thema haben jetzt die Jungs von dicht & ergreifend passenderweiße auf bayerisch in einem genialen Lied beleuchtet.

Besonders Zeilen wie “I her an Peter skandieren: Lass uns die Neger kastrieren. Außer an Alaba, ha, der warad ja a hawara” haben leider einen erschreckend wahren Kern. Es gibt ganz viele Passagen, die ich so oder ähnlich tatsächlich schon gehört habe. Dann nehmt euren Mut zusammen und wiedersprecht solchen ignoranten Arschlöchern. Denn das ist nicht Bayern, auch wenn sie es gerne so hätten.

Dicht & ergreifend machen natürlich nicht nur so schwere Kost. “Zipfeschwinga” haben die Rap-Combo bekannt gemacht. Aber auch bei dem lustigen Lied versteckt sich ganz viel Kritik an der bayerischen Lokalpolitik. 2015 erscheint endlich auch ihr Album, spätestens dann schaffe ich es hoffentlich auch mal auf ein Konzert.

Neben “heftig.co”-Links ist mein Facebookstream vor allem mit Bildern von aufgepumpten Typen zu markigen Sprüchen zugemüllt. Irgendwelche Idioten, die in einem Topf mit Anabolika gefallen sind und sich jetzt Bodybuilder schimpfen erzählen auf ihren – mit zigtausen Likes dekorierten – Fanpages wie man zu leben hat. Da wird Jugendlichen mit mäßig großem Selbstbewusststein erzählt, dass sie sich anstrengen sollen um etwas aus ihrem Leben zu machen. Damit sind dann keineswegs so unwichtige Dinge wie eine ordentliche Ausbildung gemeint, sondern viel mehr möglichst oft Stahlgewichte in den muffigen Gefilden einer billigen Fitnessstudio-Kette zu stemmen:

Ich hasse Fitness Motivationsbilder

Ich kann es irgendwie nicht ganz ernst nehmen, wenn mir ein Muskelprotz, dessen größte Lebensleistung sein Oberarmumfang ist, Weisheiten für meinen Werdegang geben will. Aber warum lassen sich dann so viele Leute freiwillige mit halbnackten Männern verunstalten? Wollen sie wirklich hören, dass sie viele Gains, Eiweißshakes und Geflügel essen müssen um ihr Leben in den Griff zu bekommen? Das kann doch nicht euer Ernst sein?