Meine Mai-Forderung
1 05 2009Am ersten Mai muss/darf man immer ein bisschen radikaler sein, darum möchte auch ich jetzt einen radikalen Vorschlag machen:
Verstaatlichung aller Betriebe die mit Geld “arbeiten” und Steuern auf Unternehmensverkäufe! Das Unternehmensverkäufe nicht versteuert werden und so dem Heuschrecken-kapitalismus Tür und Tor geöffnet wird ist so lächerlich und absurd, dass ich die Gründe für eine Einführung der Steuer wohl kaum genauer erleutern brauche.
Meine erste und deutlich radikalere Forderung betrifft ALLE Banken, Kreditinstitute, Versicherung und die Börsen. Aus der Krise sollten wir gelernt haben, dass das Geldgeschäft eine demokratische Kontrolle braucht und diese bekommt sie nur wenn der Markt verstaatlicht wird. Durch diese Neuerung würde es zu einer Sozialisierung der Kreditvergaben usw kommen.
Grundsätzlich bin ich gegen eine Verstaatlichung von produzierendem Gewerbe und auch Dienstleistungen sollten privat bleiben, aber der Handel mit Geld sollte dann doch lieber einer demokratischen Kontrolle unterliegen.
Wenn wir Verstaatlichung hören, dann denken wir immer an dem Kommunismus und an das schlechte, hier möchte ich sagen: Ich bin KEIN Kommunist! Ich will keinen totalitären Staat, ich will die Demokratie erhalten. Es wäre doch nicht schlecht, wenn das Volk über die Geldgeschäfte wachen würde?








“demokratische Kontrolle” = leere Platitüde.
Dass der Staat nicht der bessere Banker ist, sollte man doch mitgekriegt haben:
HSH Nordbank, Bayern LB, KfW, und viele mehr haben dem Steuerzahler ebenso Milliardenverluste beschert, obwohl sie doch einer solchen “demokratischen Kontrolle”, wie du sie forderst, längst unterliegen. Zudem sitzen sehr viele demokratisch gewählte Politiker in den Aufsichtsräten der Banken, und diese Banken stehen genauso mit dem Rücken zur Wand.
Der Staat soll sich auf seine Grundaufgaben konzentrieren. Ein Staat stellt sinnvolle Regeln auf, und seine Aufgabe ist es auch, die Einhaltung derselbigen zu kontrollieren. Der Staat soll sich aus Geldgeschäften weitgehend raushalten. Er ist Schiedsrichter des Marktes, aber nicht Mitwettbewerber. Dass aber ein Staat, der sich zu ausufernd in den Markt hineinmischt, natürlich Probleme bekommt, ihn auch noch zu kontrollieren, hat sich ja am Beispiel der BaFin gezeigt. Die BaFin ist dem Finanzministerium, also der Regierung ( = demokratisch legitimiert) untergeordnet.
Aber jetzt wo es nicht mehr läuft da darf der Staat gerne helfen siehe HRE usw. ihr müsst wissen Martin ist eiserner Verfechter unserer aktuellen Systems und ein Kritiker der jetztigen Regierung. Welcher Partei gehört er wohl an? – Richtig FDP xD
Du bringst das Beispiel mit dem Staat als Schiedsrichter, das will ich mal aufgreifen: Wenn ein Spieler nach mehreren bösen Fouls nicht mehr aufstehen kann soll der Schiedsrichter im also aufhelfen und einen Vorteil gegenüber den anderen fair spielenden Leuten geben anstatt ihn zu bestrafen?
Beispiel für ein solches Foul:Wiedeking (Porsche Chef) hat in den letzten beiden Jahren insgesamt 190 Millionen euro bekommen! Jetzt will er vom Staat einen Kredit (der wahrscheinlich nie zurückgezahlt wird) über 1750 Millionen. Genial oder?!
Zum Glück gibt es Leute wie dich, Martin, die ziemlich intelligent sind aber eine komplett andere Vorstellung von Demokratie und Werten haben. Da kann man sich so schön streiten. Abgesehen davon war dieser Text natürlich auch sehr radikal aber das mit voller Absicht xD
Dein Text war nicht radikal, sondern manipulativ und nicht mehr sachlich.
eiserner Verfechter unserer aktuellen Systems – Woher willst du das wissen?
Ich glaub du hast da ein bisschen was falsch verstanden. Es ist schön, wenn du dir irgendwelche Strohmänner aufbaust, die du leichter attackieren kannst, aber da triftest du völlig von der Realität ab. Ein Zitat von Milton Friedman, ein genialer Ökonom und Wirtschafts-Nobelpreisträger, bringt es so ziemlich auf den Punkt, was Liberalismus in der Wirtschaft heißt.
“Ich bin nicht wirtschaftsfreundlich, ich bin für freie Marktwirtschaft, was etwas ganz anderes ist.”
So genial ist er glaube ich nicht den wenn die freie Marktwirtschaft nicht wirtschaftsfreundlich ist dann weiß ich es auch nicht?!
Manipulativ…das lieblingswort seit es die Linke gibt (die ich übrigens NICHT mag). Was ist daran nicht sachlich? Ich habe gesagt mir wäre es lieber wenn alle Banken verstaatlicht würden als das es Hilfspakete gibt! Mir wäre es auch lieber wenn die Regierung auf zu Gutenberg gehört hätte und Opel Insolvenz gehen hätte lassen (scheiß Konjunktiv). Aber was solls dann machen wir halt so weiter helfen den einen Unternehmen und den anderen nicht, retten Banken die zu dumm sind nachhaltige Wirtschaft zu betreiben und danach gehts einfach so weiter wie zuvor.
Bisd du das nicht? Ein verfechter der freien Marktwirtschaft so wie sie in den letzten 15-20 Jahren entstanden ist? Ich bin für eine soziale Marktwirtschaft und wenn das frei nicht geht dann halt vom Staat gelenkt!
Sicher bin ich für soziale Marktwirtschaft. Aber für die echte – nämlich die im Sinne Ludwig Erhards.
Ich bin auch dafür, dass der Staat seine FInger aus bankrotten Unternehmen lassen soll. Das ist freie Marktwirtschaft. Das andere ist Staatskapitalismus.
Im Sinne Ludwig Erhards…das soziale wurde doch von der Opposition und den Gewerkschaften erarbeitet!
Ich habe mit dem Post haupstächlich sagen wollen, dass Kapitalismus nicht das einzig wahre system ist als das man es darstellt und man sollte Kritik zulassen! Und das lässt du nicht im Geringsten und genau deshalb sage ich das zu ein Verfechter des aktuellen System bisd.
Jetzt will ich diese öffentliche Disskusion aber beenden von mir aus können wir sie gerne in ednetz fortführen.