Archive | Oktober, 2009

Frau Eva Schweitzer macht sich lächerlich

Zuerst habe ich es gar nicht mitbekommen – die freie Journalistin wollte mit einem rundum Schlag verhindern das ihre Texte kopiert werden. Verständlich, auch wenn ich mir nicht sicher bin warum man sie kopieren sollte. Also hat ihr Anwalt im Internet recherchiert und allen Websiten und Blogs eine Abmahnung mit einer zu zahlenden Summe geschickt. Auch nichtkommerziellen Blogs wie “nom nom nom” und sich somit lächerlich gemacht!

Die gute Frau reagierte dann auch nicht auf etliche emails und zeigte sich alles andere als gesprächsbereit, erst als einer der größten deutschen Blogs (Spreeblick) darüber schrieb, schien sie sich dafür zu interessieren und schrieb einen öffentlichen Brief an Johnny Haeusler. Hier. Darin zeigte sie sich sehr gnädig und erlaubte sogar Links auf ihre Seite – WOW. Sehr großzügig. Mit scharfer Feder schrieb Johnny dann mit welchen Textpassagen er “nicht ganz einverstanden” ist.

Das alles ist aber gar nicht erwähnenswert, bis ich die unglaublich schwache Antwort von Frau Schweitzer in ihrem taz-Blog las. Besonders der letzte Satz “Zögern Sie nicht, auch das wieder zu posten” macht ziemlich deutlich um was es ihr geht. Lustig ist das Johnny im Post zuerst geduzt wird und in ihrem “Brief” dann auf einmal mit “Sie” und “Herr Haeusler” angesprochen wird. Leider war sie nicht in der Lage seinen Namen richtig zu schreiben – ist aber auch schwer.

Traurig an dem ganzen ist vor allem das die von mir so hoch gelobte taz diesen Unsinn auf ihrem Webauftritt zulässt.

Fortsetzung folgt – vielleicht

Was bedeutet eigentlich…: RSS

In dieser Artikelreihe werde ich euch etliche, im Internet übliche Fachbegriffe erläutern. Die meisten von euch werden die Begriffe kennen, wenn es allerdings gilt, sie zu erklären, bekommen nicht so netzafine Leser Probleme. Deshalb werde ich Begriffe wie creative commons, RSS, SEO und viele andere in der nächsten Zeit erklären. Wenn meine Texte Fehler enthalten, dann schreibt sie mir in den Kommentaren

Heute möchte ich euch den Fachbegriff RSS näher bringen. RSS steht für “Really Simple Syndication” also “wirklich einfache überregionale Verbreitung”. Das bedeutet im Klartext, mit dieser Funktion kann man Websiten abonieren.
Auf fast jeder Website und Blog findet man einen solchen (o.ä.) Button:

Bei Josty knows best befindet er sich ein wenig versteckt ganz unten. Wenn man den Link anklickt bekommt man bei Firefox die möglichkeit den Feed zu abonieren und bekommt dann ein Lesezeichen mit Links zu den letzten 10 Artikeln. Beim Internet Explorer gelant man zu einer Seite auf der nur die letzten 10 Artikel gezeigt werden, danach bekommt man ebenfalls die Möglichkeit den Feed zu abonieren. In diesem Fall findet man das Abonemo dann wenn man auf den “Stern” klickt und dann auf “Feeds”.

Feedburner der bekannteste Feedreader

Mit dem Feedburner kann der Blogger seinen Feed verbessern, andererseits können sie das von google-gekaufte Webprogramm auch als Feedreader benutzen. Er zeigt ihnen also ihre Feeds an.

Ich selbst nutze diese Möglichkeit nicht, also weder mit Feedburner als auch ohne Feedreader. Deshalb empfehle ich meinen Lesern immer wieder Firefox (Downloadlink ebenfalls unten bei JKB) – mit diesem fantastischen Browser kann man sich Ordner (und auch Unterordner) mit Lesezeichen ausstatten. Über diese Lesezeichen kann ich meine Lieblingsblogs und Nachrichtenseiten mindestens genauso gut verfolgen.

Zu Guttenberg und Co im Ministerkarussell

Alle 4 Jahre wieder dreht sich das Ministerkarusell weiter. Mittlerweile sind alle Posten besetzt: Westerwelle wird Aussenminister,  de Maizière wird Innenminister, Jung – Arbeitsminister, Schäuble – Finanzminister, zu Guttenberg – Verteidigungsminister, von der Leyen – Familienministerin und Gesundheitsminister – Rösler. Soweit die wichtigsten Ämter. Neben diesen ist eigentlich nur noch Günther Öttinger als neuer EU-Komissar erwähnenswert.

Wegen solcher Informationen geht aber kein Mensch auf Josty knows best – ich habe hier keine Nachrichtenplattform. Viel mehr will ich auf den Irrsinn des stetigen Ämterwechsels aufmerksam machen. Wie kann es sein das ein Mann der sich Jahre lang mit Innerer Sicherheit auseinandergesetzt hat (Schäuble) auf einmal genug Fachwissen hat um Finanzminister zu werden?! Das ist einfach nicht möglich und beweist, dass sich die Minister auf ihrem Beraterstab verlassen müssen, was wiederum Lobbyismus vereinfacht.

Über die Personalie Wolfgang Schäuble zeigte sich auch der niederländische Journalist Rob Savelberg vom “Telegraaf” nicht begeistert und fragte die Kanzlerin über seine Vergangenheit aus (hier die Deutsche Übersetzung des Artikels)

Diese Politik des stetigen Wechsel bekräftigt den Machtanspruch Einzelner und schadet der Sache! So werden Politprofis in der Regierung gehalten auch wenn sie eigentlich nicht mehr gebraucht werden.

Leider ist dieses System mittlerweile so akzeptiert das man fast keinen Protest mehr darüber hört, ich selbst hoffe immer noch das es zu einem Wandel kommen kann und wir nicht mehr von Laien regiert werden sondern von Experten. Optimismus rules.

Sozialdemokratie ist…

In sämtlichen Medien hört man in jedem Bericht über den Zerfall der SPD: “Die Basis muss wieder wissen was Sozialdemokratie bedeutet.” Ein toller Tipp, genau darauf eingegangen wird aber nicht einmal in Disskusionsrunden. Deshalb will ich mich mit diesem, Zugegebenermaßen schwierigen, Begriff auseinandersetzen.

Für mich bedeutet Sozialdemoktraie eine gerechte und solidarische Form der Demokratie. Denn, und das hört sich hart an, wenn 9 Leute dafür stimmen den 10. ohne Grund einzusperren, dann ist das streng genommen demokratisch. Dieses Beispiel ist natürlich übertrieben und wird wird von der Verfassung und Gesetzen verhindert; In der Praxis geht es viel mehr darum, dass der Stärkere (meist reich oder sehr gebildet) dem Schwächerren (z.b. arbeitslos) etwas von seinem Vorteil abgibt.

SPD Logo
Die SPD auf der Suche nach sich selbst

Dies ist, oder sollte wieder der Grundgedanke der SPD sein – dieses Gleichgewicht zu erhalten.

Ein weiterer Punkt zur Beantwortung dieser Frage, muss ein wie weit man sich von der politischen Mitte entfernt? Einerseits muss man radikal genug sein um die Gewerkschaften wieder 100% hinter sich zu haben und mittelfristig auch wieder für gemäßigte Linkswähler “die Partei” zu sein. Andererseits schreit die nächste Generation nach mehr Freiheiten für die Menschen. Diese Generation will keine fast totalitäre Regierung wie unter der CDU, die mit der FDP mehr Wert auf die Freiheiten der Wirtschaft legt, als auf die der Bürger. Für die große Gruppe der linksliberalen Wähler wurden die Sozialen durch ihre “CDUisierung” uninteressant. Noch vor der Bundestagswahl verlor die SPD auf diese Weise sogar die Unterstzützung der intellektuellen Medien und der Bloggerschaft.

Nur durch mehr Freiheiten für die Menschen und weniger für die Banken und die Wirtschaft werden die Sozialdemokraten wieder langsam aufsteigen können. Dies wird dauern – wie sogar Gabriel einsehen musste, aber man muss sich jetzt ändern und verjüngen um evtl 2017 wieder Kanzler(-in) stelen zu können. Wenn diese Schritte nicht bald eingeleitet werden sehe ich für die SPD – so traurig es klingt – keine Daseinsberechtigung mehr!

Kulturflatrate – Pro und Contra

Am 16.10. habe ich bei 3-sat ein “Kulturzeit extra” über Kulturflatrates gesehen – hier – und weil ich diesen Ansatz ziemlich interessant finde, will auch ich mich damit beschäftigen!

Pro:

Eine Kulturflatrate hätte zum Vorteil, dass man das Problem der illageln Downloads und des Kopierens vorbeugen könnte. Jeder müsste einen bestimmten Betrag im Monat neben der Internetrechnung bezahlen und kann dafür so viel Musik/Bücher/Filme downloaden wie er oder sie will. Das gesammte Geld würde dann je nach Downloads unter den Künstlern aufgeteilt. Als Aufsicht darüber würde ich eine 3 geteilte Behörde vorschlagen, bestehend aus Vertretern von Staat, Künstlern und Nutzern. Durch dieses System würden Künstler direkt bezahlt und es käme zu einer Demokratisierung des Kunstmarktes. Auch neue Gruppen und Künstler hätten es wohl leichter sich zu etablieren, denn teuere CD-Herstellung o.ä. fallen weg.

Contra:

Schöner Gedanke, aber: Wieviel muss ich dann im Monat bezahlen und “muss” ich das? Kann man hier denn einen Pauschalpreis festlegen, von dem alle Künstler angemessen leben können? Und wie kann gewährleistet werden, dass jeder Künstler angemessen entlohnt wird, auch Betrug wäre leicht zu praktizieren, oder? Und diese neue Behörde…ich will keine 2. Gema, die eine noch größere Macht hat.

Man sieht schnell sogar – bei mir gibt es zwiespältige Gedankengänge, schlussendlich bin ich aber trotzdem FÜR eine Kulturflatrate – nicht heute und auch nicht morgen, aber wir können die Barrieren entfernen. Es ist sicher nicht leicht, ein solches Projekt aufzustellen, dennoch glaube ich, dass es die fairste Lösung ist. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Künstler, Regisseuere und Autoren (gut, diese weniger) auch Geld mit Konzerten, in den Kinos und mit Lesungen machen.

Auf der Isle of Man wird die Kulturflatrate im Moment getestet und man darf gespannt sein, wie sie den Verwaltungsaufwand meistern.