Archive | Oktober, 2009

Die Zukunft des Journalismus

Kein Blogger vs. Print Artikel

Die entscheidende Frage wird sein: Wie soll Journalismus bezahlt werden? Seit die Medien 2001 in eine Krise kammen und sich wegen der Finanzkrise auch nicht daraus befreien konnten, stellt sich diese Frage! Auch der elektrische Reporter stellte sich vor kurzem diese Frage.

Elektrischer Reporter – Zukunft des Journalismus: Wer soll das bezahlen?

Es dürfte, glaube ich, den meisten Leuten klar sein: Eine gedruckte Zeitung wird es in einer bestimmten Zeit (manche sagen 10 Jahre andere 40 Jahre) nicht mehr in heutigen Ausgaben geben. Es wird wohl weiterhin exklusive Magazine und Wochenzeitungen geben wird, aber die Tageszeitung -und das ist meine Einschätzung – wird in 30 Jahren komplett ausgestorben sein bzw. sich ins Internet verlagert haben!

Zurück zu den Bezahlmöglichkeiten, dort gibt es einige Ansätze die geringeren Werbeeinnahmen im Netz auszugleichen – 3 möchte ich kurz ansprechen:
1. Staatsfinanzierung der Medien: Diesen Vorschlag kann ich sofort abtun, denn wenn der Staat der Geldgeber ist, wird es früher oder später nur noch langweilige, unkritische Reportagen geben!
2. Paid Content: Hier sehen einige Verlage die Zukunft des Verkaufspreis der Zeitung. Im Internet will jedoch keiner für Artikel bezahlen, das Einzige, was für mich denkbar ist – wovon ich aber noch gar nicht gelesen habe – ist eine Kulturflatrate für Nachrichtenkonsum.
3. Direkte Bezahlung des Autors: Klingt sehr gut, aber ich glaube nicht, dass es funktionieren wird. Ein Autor kann sich durch einen guten Blog, oder eigenwillige Aktionen (siehe Bericht elektrischer Reporter: war ohne Verlag als Kriegsberichter im Irak), für einen Job bei einem Medienhaus bewerben. Für längere Zeiten sehe ich dabei allerdings keine großen Erfolgschancen.

Eine weitere Frage ist, wie sich die Texte selbst verändern werden. In dem Post Generation Internet habe ich bereits darüber geschrieben und in einem SZ-Interview wurde ich bestätigt: Auch John Lloyd sieht die Zukunft in langen, gut recherchierten Artikeln.

Es werden definitiv nicht alle Verlage überleben und so ist entscheidend, wer sich am besten mit dem Internet zurecht findet, ich selbst lese eigentlich die meisten Seiten gerne. So gehören SZ (+jetzt.de), Zeit, FAZ, taz, Spiegel und Focus zu meiner täglichen Lektüre – am meisten schätze ich das Online-Angebot der Zeit, des Spiegels und von jetzt.de. Doch egal welche Zeitung den Sprung ins 21. Jhdt. nicht schaffen wird, es ist schade darum!

Ich habe bei der Recherche für diesen Beitrag sehr oft gelesen, dass die Blogger keine eigenen Nachrichten produzieren. Leider wird oft vergessen; Nachrichten produziert auch keine Zeitung und keine Nachrichtenagentur – Nachrichten werden vom Leben produziert. Natürlich schreiben Zeitungen deutlich bessere, investigative Reportagen als Blogger, aber es gibt auch tolle journalistische Werke von Bloggern. Mein Vorschlag an die Zeitungen wäre es, Blogger einstellen – bzw ihren Blog “einkaufen”. Dadurch würden den guten Bloggern journalistische Möglichkeiten eröffnet (z.B. bessere Recherche) und die Zeitung bekäme neue Online(!) Leser durch den Blog.

Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussieht, aber ich denke, dass es in diese Richtung gehen wird. Ich bin jederzeit für andere Meinungen offen und hoffe, dass auch ich das einzige was Zeitungen an Blogs toll finden – die “Demokratisierung” -  einhalte. Also macht Kommentare, denn davon lebt der Journalismus des 21. Jhdt.!

FDP hat Daten gekauft!

Kurz vor der Wahl überschütteten die Liberalen die Bürger mit einer riesiegen Spamwelle. Jetzt kam heraus, wie die Partei – auf deren Fahnen der Datenschutz steht, zu diesen Daten gekommen ist – sie hat sie gekauft!
Daten zu kaufen geht – das wissen wir spätestens seit die Telekom zig-tausende Kundendaten verloren hat und diese dann im Netz zum verkauf angeboten wurden.
Wenn dies der Union passiert wäre, dann würde man sich nichts denken, die Konservativen haben ja schließlich bewiesen, dass sie Sicherheit vor Freiheit stellen, die FDP aber hat die Freiheit sogar im Namen! Es gibt sicher etliche Wähler, die gehofft haben, die FDP würde sich stärker gegen die, von der Union favorisierte Vorratsdatenspeicherung stämmen.
Datenschutz FDP, Liberale, Datenklau

Jetzt wird langsam klar, eine solche Opposition innerhalb der Regierung wird es nicht geben, und wenn die gute Frau Leutheusser-Schnarrenberger mal wieder zurück tritt – auch egal! Die FDP zeigt noch bevor sie “richtig” in der Regierung ist ihr wahres Gesicht: Sie ist Markt-Liberal und will mehr Freiheiten für die Wirtschaft und nicht für die Menschen!
Die wird neben der Atomenergie eine erste Bewährungsprobe für die neue Regierung.

Trotz all der Kritik, beim Thema erneuerbare Energien macht Schwarz-Gelb einen überaus guten Eindruck! Wenn die Atomkraftlaufzeiten nicht verlängert werden, dann haben beim Thema Energiepolitik einen Fortschritt unter Schwarz-Gelb:
- Dezentralisierung der Stromproduktion (Entmachtung der großen Anbieter)
- Investitionen in besseres Stromnetz (Stromtransport in den Süden)
- Ende des Monopols auf das Stromnetz von den großen Anbietern

Aber das alles ist ein anderes Thema – sobald das Thema Atomkraft aus den Medien ist, werden wird die Vorhaben der Regierung genauer sehen.

Erdbeben auf Sumatra – Blogger sollen helfen

Auf Basic Thinking habe ich gelesen, dass die Aktion Deutschland nun hilfe von Bloggern beim Spendensammeln ersucht. Ich finde diese Aktion gut und will mich natürlich daran beteiligen:


Schwarz-Gelb übernimmt die Macht

Mit dem Blog-Umzug und den dadurch entstandenen Arbeiten kam ich noch gar nicht dazu: Schwarz-Gelb hat die Wahl gewonnen. Das Ergebniss der Bundestagswahl 2009 ist in wenigen Worten analysiert:
1. Die FDP greift fast alle Stimmen auf, die die Union verloren hat
2. Die SPD stürzt in ein Allzeittief, davon profitieren die Grünen und die Linke
3. Die Nichtwähler sind zum ersten Mal die größe Fraktion
4. Die Piratenpartei ist mit 2% die stärkste Partei bei den Sonstigen

Sitze im Bundestag 2009

Doe Frage ist, was das für uns bedeutet. Noch am Wahlabend las ich den Tweet: Wenigstens eine Regierung die man offen hassen kann (o.ä.). Zwar ist Frau Merkel sicher keine Person die irgend jemand hasst, trotzdem habe ich schon vor der Wahl geschrieben wie kritisch ich eine “bürgerliche Koalition” sehe.
Jetzt gilt es die neue Regierung genau zu beobachten! Ich hoffe, dass ich mit diesem Blog, Teil einer starken Opposition im Netz sein werde.

Wir werden sehen welche Blogs die “Federführung” übernehemen – bzw. ob es weiterhin netzpolitik.org sein wird. Ich bin gespannt, wie sich die Blogosphäre unter Schwarz-Gelb entwickeln wird.

Den Blog bekannt machen – so versuche ich Besucher zu werben

Es bietet sich an, dass ich auch einmal darüber schreibe: Wie mache ich meinen Blog bekannt, denn wie jeder Blogbetreiber will auch ich, dass möglichst viele Leute meine Texte lesen und bestenfalls auch kommentieren.
Deswegen beschäftige ich mich u.a. natürlich auch mit Suchmaschinenoptimierung und Werbung. Ich selbst freue mich immer, wenn ich in anderen Blogs Tipps und Tricks bekomme, um den Blog bekannter zu machen, deshalb will auch ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

Offline-Werbung
  • Mund-zu-Mund-Propaganda – nichts ist effektiver. Dies kann man leider nur mit wirklich gutem Content (also Inhalten) erreichen, denn wer einen guten Blog gerne liest, der empfielt ihn auf seinen Freunden. Daran sollte man immer denken, wenn man gerade schreibt.
  • Aufkleber für die Autoheckscheibe, jeder kennt es: An der Ampel vor einem steht jemand mit einem Schriftzug für einen Verein oder ähnliches auf der Heckscheibe. Ich selbst habe momentan noch kein Auto, aber immer mehr Freunde – wir werden sehen.
  • T-Shirts! Jeder kann sich im Internet leicht und relativ kostengünstig Werbeshirts drucken lassen und diese dann an Freunde für den Kaufpreis verschärbeln. Ich selbst plane eine solche Aktion, sobald ich 5-10 Leute zusammen habe, die bereit wären, ein Shirt mit dem Logo von JKB für 15€ zu kaufen.
  • Aufkleber – der JKB-Leser kennt Streetart, also werdet ihr auch wissen, was ich mit Sticker meine. Achtung! Wenn man seine Werbeaufkleber einfach irgendwo hin klebt, dann ist das eine Ordnungswidrigkeit und nicht erlaubt – fragt zuerst.
  • Kreide – schreibt mit Kreide-Spray oder normaler Malkreide eure URL  z.B. an Bushaltestellen. Hier kenne ich  die gesetzliche Grundlage nicht, man sollte das zuerst abklären.
Online Werbung

On-Page-Marketing:

  • Content, Content, Content! Aber bitte schreibt nicht irgendeinen Non-Sense, nur damit ihr jeden Tag einen Eintrag habt. Es ist nicht schlimm, wenn es Tage oder Postings gibt, ihr aber dafür 2 Tage später einen Spitzenartikel schreibt.
  • Verlinkung zwischen den Artikeln, bietet ähnliche an! Setzt Tags und tut so alles, damit die Besucher auf eurer Seite bleiben.
  • Keywords in den Texten – es bringt nichts, wenn ihr einen Artikel auf Zeit Niveau schreibt, euch aber keiner findet. Schreibt deswegen besonders in den Überschriften klar um was es im Text geht (mit Keywords!).
  • Nah am Leser! Der große Trumpf von Weblogs ist die Kommentarfunktion, nutzt diese. Wenn euch jemand einen Kommentar macht, dann schreibt zurück und geht darauf ein.
  • Leserbindung durch RSS – bietet diese Funktion unbedingt an!

Off-Page-Marketing:

  • Setzt euren Link auf die Profile in Social Networks, gründet Gruppen und lasst eure Freunde von Neuerungen wissen (aber nicht zu oft, sonst wirds Werbespam).
  • Forensignaturen sind ein einfacher Weg, um an Backlinks zu kommen (Links die auf die eigene Seite führen und wichtig für eine gute Position bei google sind)
  • Ein Blogroll – darin stehen Blogs, die ihr gut findet, und evtl findet euch ein anderer  Blog auch gut und macht dasselbe mit euch. Ihr solltet aber niemals einen anderen Blogger um eine Aufnahme in den Blogroll bitten – erarbeitet es euch! Ich selbst habe momentan noch keinen, weil ich noch keine Zeit hatte.
  • Gästebucheinträge – ich selbst beteilige mich gerne an Disskusionen in großen und kleinen Blogs. Und das noch viel lieber, wenn ich meinen Link angeben kann.
  • Gastbeiträge in anderen Blogs sind schwierig zu ergattern, denn der Konkurrenz muss dann die Schreibe des Gastautors zusagen. Leichter habt ihr es auf Seiten, die einen Backlink gegen Unique Content anbieten (einmaliger Inhalt). Auch auf Seiten wie jetzt.de könnt ihr eure eigenen Texte online stellen. Darüber bekommt ihr immer Backlinks (siehe oben).
  • Technorati und Google Anmeldung sollte jeder Blogger als heilige Pflicht ansehen.
  • Social Bookmarking – wird hier mit Beispielen recht gut erklärt.
  • Bloglisten – hier müsst ihr aber immer gut abwägen: Manche verlangen ein kleines Banner auf eurer Startseite, entscheidet selbst. Eine ist schon nicht schlecht zum Beispiel Bloggerei.de
  • Social News – hier könnt ihr euren Blog auch eintragen (Liste der besten Anbieter)

Zuletzt möchte ich noch sagen – meldet euch jetzt nicht gleich an einem Tag bei allen Webkatalogen u.ä. an! Sorgt erst für “natürliche Backlinks” durch guten Content. Wenn ihr euch jede Woche bei 2-3 Anbieter anmeldet, reicht das vollkommen. Beginnt bei den Besten!

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar neue Tipps geben, wie ihr mehr Besucher auf euren Blog locken könnt..weitere könnt ihr mir natürlich gerne im Gästebuch mitteilen.