Archive | Januar, 2010

Die Gerechte Gesundheitsreform

Der Grund für eine gerechte und bezahlbare Gesundheitsreform liegt in der Beitragsbemessungsgrenze begraben.* Es gibt zu wenige gut verdienende, gesetzlich Versicherte. Das ist auch verständlich: In den Privaten werden häufig noch Dinge bezahlt, für die man mittlerweile in den Gesetzlichen Zuschüsse zahlt. Ab einem Bruttogehalt von 3750€ im Monat zahlt man nicht mehr die 7,9% des Bruttogehalts, sondern den Deckelbetrag von knapp 300€. Ab dann darf man auch als Arbeitnehmer (nicht Selbständiger oder Beamter) zu einer privaten Kasse wechseln.

Na, hoffen wir es mal nicht

Ich plädiere für eine Erhöhung dieser Grenze. Außerdem sollten auch Beamte in die gesetzliche Kasse bis zur Beitragsbemessungsgrenze einzahlen müssen. Wenn dennoch Geld im Gesundheitssystem fehlt, finde ich es in Ordnung, wenn Steuergelder bezogen werden, denn damit unterstützen reiche Privatpatienten die Gesundheitsversorgung von Schwächeren.

Dies sollte der zentrale Punkt einer Gesundheitsreform sein. Dazu müssen aber noch etliche andere Dinge in Bewegung gebracht werden. So sollten sich chronisch Kranke nicht jede Woche ein neues Rezept holen müssen, die Allgemeinärzte sollten genauso gefördert werden wie die Fachärzte, Krankenkassen sollten die Arzneipreise – wie in anderen Ländern üblich – mit den Pharmakonzernen verhandeln und und und. Wer schon einmal eine Arzt- oder Krankenhausrechnung gesehen hat, der weiß dann noch einmal 100 Möglichkeiten zu sparen.

*Das wollte ich schon immer mal in einen Text einbauen.

Geld verdienen und die Bloggerseele verkaufen

Ich bin natürlich Welten von Besucherzahlen entfernt, die man zum Geld verdienen braucht, dennoch habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Werbung auf Amateur-Blogs ist immer auch eine moralische Frage. Will ich Kaufanimationen auf meiner Internetpräsenz überhaupt sehen und wenn ja welche Möglichkeit ist die beste für mich.

  • Google Adsense: Der Klassiker, am einfachsten zu bedienen, dafür mit – dem Dollarkurs verschuldeten – geringen Renditen. Ein Problem für mich ist, dass ich nicht wirklich weiß wo ich es einbinden sollte, weil das Werbemittel einfach nicht gut aussieht und ich auch es auch nicht ins Posting selbst einfügen will.
  • Pop Ups/Downs: Vergesst es! Tödlich für die Besucherbindung, weil einfach störend und noch dazu sowas von out.
  • Bannerwerbung: Für einen Blog wohl die beste Entscheidung. Banner sind klar als Werbung erkennbar und sind zum Beispiel unten in der Sidebar recht unauffällig. Die Verdienste sind ganz ok – häufig schlechter als bei Google Adsense.
  • Partnerprogramme: Das bedeutet Links zu einem Produkt über das man gerade schreibt. Wenn jemand häufig Bücher/Alben/Filme rezessiert ist das ganz in Ordnung. Am bekanntesten ist das Partnerprogramm von Amazon. Die Einkünfte sind allerdings recht bescheiden.
  • Paid Content: Wer einfach viel Geld verdienen will, kann Werbepostings schreiben. Damit verliert man allerdings nicht nur seine Stammleserschaft, sondern auch die Bloggerseele. Die gibts natürlich nicht, trotzdem zerstört man ein Gewissen Vertrauen dahingegen, dass der Blogger nur das schreibt was er für richtig hält.

Ein Beispiel: Auf jedenfall zu viel des guten!

Ebenso kann man natürlich mit schönen Hintern von schöneren Frauen etliche Besucher locken. Wer so etwas braucht, kann aber auch gleich bei ebay generierte Besucher kaufen. Wenn man dann wirklich Geld verdienen will muss man sich zuerst auch noch informieren wieviel man versteuern muss. Dafür rechnet man die Kosten pro Jahr mit den Werbeeinnahmen pro Jahr gegen – wenn ein dauerhafter Verlust entsteht und man das auch nicht ändern will muss man keine Steuern zahlen. Ansonsten muss man soweit ich weiß ab 24500€ Umsatz im Jahr Gewerbesteuer zahlen. Unter diesem Betrag muss man Umsatzsteuer bezahlen (Freibetrag ist meiner Meinung nach 400€). Es wird bei Google Adsense keine Umsatzsteuer erhoben weil der Google Sitz in den USA ist.

Extra 3 – die einzige Satiresendung

Nennt mich Reich-Ranitzki, aber das deutsche Fernsehen ist eine Katasrophe. Der aktuelle Extra 3 Moderator, Tobias Schlegl, hat das in einem Interview so gesagt: “Ich hab Extra 3 immer gerne geguckt, weil das war eine der einzigen Sendungen neben den Simpsons die man anschauen konnte” .Das sehe ich – mit wenigen Ausnahmen z.b. im BR oder Spielfilmen ähnlich.

Die Idee zur 1976 zum ersten Mal gezeigte Sendung kam von Dieter Kronzucker. Leider hat das Programm einen extrem schlechten Sendeplatz für Frühaufsteher – jeden Donnerstag um 23:15 Uhr (seit neuestem auch jeden Sonntag um 22:30 Uhr). Aufgebaut ist Extra 3 aus vielen Teilrubriken, die in der Form von kurzen Filmen gezeigt werden, diese werden vom oben gennanten Tobias Schlegl anmoderiert. Kurz wurde versucht Gäste aus der Politik einzubinden, dies wurde allerdings spätestens nach dem Interview mit dem Rechtspopulisten Roger Kusch eingestellt.

Die aktuellen Rubriken sind:

  • Schlegl in Aktion
  • Die Sendung mit Klaus
  • Johannes Schlüter
  • Neuste Nationale Nachrichten (NNN)
  • Dat geiht voor in Stapelmoor
  • Abgehakt
  • Dennis
  • Die deutsche Durchschnittsfamilie
  • Die Puschel
  • Jasmin

Eine weitere Besonderheit an Extra 3 ist die Bindung mit dem Intedrnet. Laut Kai Pflaume sollten es mehr so machen wie die Leute von der Satiresendung. Die geben nämlich jede Sendung zum kostenfreien Download frei. Außerdem zeigen sie etliche Ausschnitte Online-Videos an. Dadurch machen sie die späten Sendezeiten wett.

Polaroid – sieht immer noch toll aus

Schon immer war ich begeistert von Polaroid-Fotographie. Früher war das Gute an der Technik, dass man das geschossene Bild sofort sehen konnte. Heute geht das mit Digitalkameras einfach und billiger. Physische Fotos macht man heute dafür viel seltener. Auch der Retro-Stil ist jetzt wieder gefragt. Es sieht ja auch cool aus, wenn eine Wand mit – am besten beschriebenen- Polaroidfotos übersäht ist.

Trotz dieser Tatsachen hat die Firma Polaroid die Produktion von Sofortbildfilmen eingestellt. Jetzt will der Wiener Florian Kaps mit dem Impossible Projekt (alte Seite) die Filmproduktion wieder aufnehmen. Nach dem Ende von Polaroid hat Kaps sämtliche Restbestände aufgekauft, die er seitdem im Internet vertreibt. Vor kurzem stellte er mit seinem Team aus 12 ehemaligen Polaroid-Mitarbeitern zum ersten Mal wieder Filme aus noch vorhandenen Materialien her. Kaps hat nämlich nicht nur die Restbestände, sondern auch 12 alte Maschinen gekauft. Davon wird nur eine genutzt, die anderen dienen als Ersatzteillager.

Das eigentliche Ziel ist es aber, eine neue Chemikalie zu finden, welche den aktuellen Umweltschutzbedingungen entspricht. Eine Solche soll angeblich bis Ende Februar fertiggestellt sein. Wie sich der Aufwand preislich auswirken wird und ob eine Massenfertigung möglich gemacht werden kann, ist aber noch nicht sichergestellt. Wenn dann nämlich ein Bild 50 cent oder mehr kostet, geht dem Polaroid natürlich das Freie verloren. Wer dann sagt bei 50-cent – ein etwas aus der Luft gegriffener Wert – kann man ein Spaß-Foto machen ohne es zu bereuen, der belügt sich selbst. Dabei sind es spontane Bilder, die Polaroid so beliebt machen und dieser Technik auch noch heute eine Chance neben Fotodruckern geben können.

Poetry Slam im kleinen Theater Landshut

Am gestrigen 20. Januar habe ich zum zweiten Mal einen Poetry Slam besucht. Der Abend wurde von den Herren Lange und Langer so moderiert, dass man sich auf die Ankündigungen freute.

Bei solchen Events macht es mir immer besonders viel Spaß, die Menschen im Publikum zu beobachten. Da sieht man Unmengen an Hornbrillen -  diese dürften den Gastautor und bekennenden Brillenfetischisten Micha-El Goehre ganz schön nervös gemacht haben -, stylische Leute und natürlich Exzentriker, wie einer der Teilnehmer, der mit der Hose in den Stiefeln und kleidlangem Pullover auftrat. Dann fällt dem y-Chromosom Träger mit dem geschulten Auge noch der fantastische Anteil an hübschen Menschen ohne y-Chromosom auf. Schönheit direkt proportional zu Intelligenz?

Nach kurzer Einweisung von Lange & Langer trug zuerst der Veranstalter Heiner Lange seinen Text vor. Außer Konkurrenz war er – wie schon beim letzten Mal – einer der Besten. Danach kam Micha-El Goehre auf Bielefeld und begeisterte, scheinbar ohne Schamgefühl, das bis zur letzten Ecke gefüllte Foyer des kleinen Theaters. Er war sogar so gut, dass ich mir zuhause angekommen erst einmal sein Buch bestellt habe.

Mit gut eingestimmtem Publikum begann der eigentliche Wettbewerb mit einer Lehrerin des Carossa/Leinberger Gymnasiums. Sie trat schon bei meinem letzten Besuch auf und kopierte damals recht schamlos einen Text. Danach kamen 6 andere Poeten mit teil sehr wirren Gedankengängen, teils genialen Geschichten und teil extrem lustigen Texten.

Die vier von einer Zufallsjurie am besten bewerteten Slamer kamen dann ins Finale, wobei dieses Mal alle ziemlich gut waren. Gewonnen hat schließlich Andi Valent mit einem “Rap”, der eindeutig der lustigste im Wettbewerb war. Ich schau mal, dass ich die anderen Namen nachreichen kann.

Nachdem ich jetzt schon einmal in einem Text versucht habe, lustig zu schreiben, bin ich nach diesem Wettbewerb voller Elan für neue Texte in diese Richtung – wenn ich es nur besser könnte =)