Adam Green – ein etwas anderer Künstler
Als ich vor Jahren jämmerlich am Versuch, Gitarre zu lernen, gescheitert bin, lernte ich “Emily” zu spielen. Und seitdem liebe ich die gemütliche Musik von Adam Green. Der 29-Jährige New Yorker klingt ziemlich britisch, wenn er oft nur mit seiner Gitarre singt. Gerade ist sein neues Album “Minor Love” erschienen und es klingt nach Adam Green in traurig. Der chronisch Betrunkene (laut eigenen Angaben geht er nicht nüchtern vor andere Leute) wurde von seiner Frau verlassen. Ihr mache ich bei dem Kauz natürlich keine Vorwürfe.
Obwohl man auf Minor Love keine fröhlichen Lieder wie Emily findet, bleibt er seinen wirren Wortspielen treu. Es lohnt sich ausnahmsweise echt einmal, die Texte zu googeln.
Wer Juno gesehen hat, kennt unbewusst auch mindestens ein Lied von ihm. Desweiteren machten ihn Auftritte bei Stefan Raab und Harald Schmidt in Deutschland bekannt. Eine solche Popularität hat er in den USA bis heute noch nicht erreicht – unverständlich für mich!
Green ist ein Künstler, wie man ihn sich vorstellt, er nimmt Drogen, säuft, redet unzusammenhängende Sätze und ist dennoch ein genialer Musiker mit tollen Texten. Einen perfekten Beweis dafür gibt er mit diesem scheinbar improvisierten Duo mit Lissy Trullie: Just a friend.
Weil er ein Künstler ist, den ich als unterstützenswürdig ansehe, kann ich für alle seine Alben und insbesondere für das Neue eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Wer noch mehr Überzeugungsmaterial braucht, sollte sich diesen Buddy Bradley aus Minor Love anhören: