Archive | Januar, 2010

Wikileak – für investigativen Journalismus

Wikileaks.org ist eine Internetseite, die jedem die Möglichkeit bietet, Informationen zu veröffentlichen. Dabei geht es natürlich nicht um Dinge, die getwittert werden wie – ich trinke gerade Kaffee und die xy sieht heute wieder fantastisch aus -, sondern um gesellschaftsrelevante Insider-Informationen.

Schon häufiger wurde Wikileaks dafür kritisiert, sich zu wenig um die Auswahl der Texte zu kümmern. Doch das würde dem Grundprinzip der Plattform auch widersprechen. Sie will Informationen, die sonst geheim bleiben würden, öffentlich machen. Zum Beispiel die Sperrliste für Kinderpornoseiten, die nur dem BKA zugänglich sein sollen. So etwas ist natürlich umstritten. Andererseits, was hilft der Demokratie mehr als Informationen – oder noch besser ehemalige Geheimnisse?

Dazu kommt, dass Wikileaks dem investigativen Journalismus als geniale Quelle entgegen kommt. Spätestens seit die anerkannte Zeitung “The Guardian” die Seite als Quelle angegeben hat, dürfte sie auch anerkannt sein. Das liegt daran, dass durch Wikileaks die einfachste Möglichkeit aller Zeiten besteht, Informationen vor allem anonym preiszugeben. Die bekanntesten aufgedeckten Geschichten sind: Die Kinderpornoseiten Sperrlisten, 570 000 Nachrichten die am 11.September verschickt wurden, der Kunduz-Feldjäger-Report und die Richtlinien für Soldaten auf Guantanamo Bay.

All das bietet der Demokratie eine riesen Chance – verständlich daher wie überzeugt Daniel Schmitt (Mitarbeiter bei Wikileaks) für sein Projekt in der Zeit argumentiert. Es wird interessant sein zu sehen, ob das Netzwerk seine Erfolgsgeschichte fortschreibt und wie es von Medien und Bloggern weiterhin aufgenommen wird.

Weil wir gerade bei brisanten Informationen sind: Nicht aus Wikileaks, aber auf spreeblick habe ich gerade gelesen, dass die SZ angeblich Blogger für positive Beiträge über das neue SZ-Iphone App bezahlt hat. Für mich wäre das ein Skandal – was ist nur zur Zeit mit meiner bayerischen Lieblingszeitung los…

Bayerisch für Anfänger – wird eingestellt

Josty ist ein Bayer und stolz drauf. Zwar bin ich kein großer Fan von übertriebenen Patriotismus, dennoch stehe ich hinter der “Mia sama mia” -Mentalität. Natürlich gibt es auch Dinge, die ich an dem süddeutschen Bundesland nicht mag: Das Konservative, die Volksmusik und natürlich die CSU. Was ich dagegen wirklich mag, ist der Dialekt.

Auch wenn ich versuche, meine Texte gemäß der deutschen Hochsprache zu verfassen, spreche ich ausschließlich bayerisch. Glücklicherweise versteht mich dabei jeder – zwar musste ich mich bei der Abschlussfahrt in Berlin bemühen, aber zuhause kam es noch nie zu Verständigungsschwierigkeiten.

Meine Gesprächspartner geben dann auch meist ihr Bayerisch zum Besten. Also alles in Ordnung? Leider nicht. Zur Zeit wächst eine neue Preißen-Bayern Zwittergeneration heran. Es geht nicht um die viel geschimpften  Zuagroastn. Es geht um Kinder bayerisch-sprechender Eltern, denen der Dialekt der Heimat nicht mehr von den Eltern vermittelt wird.

Anfangs gab es so etwas nur in Großstädten, aber der Trend geht sehr stark in Richtung Landbevölkerung. Die Eltern hegen dabei die Hoffnung, dass ihr Kind sich in der Schule leichter tun wird. Doch das ist eine Farce, so lernt man auf jeder Schule die deutsche Hochsprache – der Dialekt hingegen kann nur durch die Eltern beigebracht werden.

Es muss also ein schnelles Umdenken erfolgen, sonst stirbt mein geliebtes Bayerisch aus. Dann haben wird nur noch viel zu viel sprechende Preißen. Oder findet ihr es schön, wenn jeder Satzteil vom Gegenüber mit einem “Ja” kommentiert wird.

Hat da jemand Angst? Printmedien gegen Blogger

Es stimmt schon, die klassischen Medien haben es schwer. Obwohl sie im Internet gut ankommen, erzielen die Angebote nicht die gewohnten Umsätze, mit denen sie gute Journalisten finanzieren. Leider machen die Meisten momentan zwei Fehler, die ihnen das Überleben noch schwerer machen werden. Statt jetzt zu investieren sparen sie und können immer weniger mit dem gewohnten Qualitätsjournalismus punkten. Außerdem passen sich die meisten Seiten erst spät neuen Trends an und zeigen sich sehr unflexibel – das Schlimmste was man im Internet machen kann.

Blogger - Die Quelle des Bösen

Die Inspiration für den Text kommt von einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Diese meint immer noch, es wäre großzügig, wenn man sie verlinken darf. Deshalb lasse ich das lieber. In dem Beitrag von Johannes Boie ging es darum, was sich Blogger einbilden, Kritik über ein Produkt ins Netz zu stellen. Und das sie sich – ebenfalls öffentlich(!) – mit anderen Bloggern gegen Drohungen der Unternehmen zu wehren, sei ja eh unvorstellbar.

Zu allem Überfluss wird den Firmen dann noch geraten, einen Dialog mit den Bloggern zu führen. Klingt wahrscheinlich polemisch, aber das wäre doch so, als ob eine Automarke jetzt einen positiven Artikel über sich in der Zeitung lesen will, weil das neuste Modell im Test so schlecht abgeschnitten hat. Passt dummerweise nicht mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit zusammen.

Schade, dass der SZ-Autor das in seiner Raserei gegen Blogs vergessen hat. Anscheinend scheint es der Zeitung schlechter zu gehen als gedacht. Ein böser Blogger wünscht gute Besserung!

Und hier gibts doch noch den Artikel zu nachlesen.

Haiti – ein Land das Hilfe braucht

Es ist unvorstellbar, was auf der schönen Karibikinsel passiert ist. Wenn Schätzungen, die 100000 Tote zählen, noch zu den kleinsten gehören, kann man das Ausmaß der Katastrophe erahnen. Zeitweise war von einer halben Million die Rede – das wären fast 6% der Bevölkerung. Unvorstellbar. Spreeblick hat deswegen eine Spendenaktion gestartet. Das Geld geht dort zu 100% an die Betroffenen.

Adam Green – ein etwas anderer Künstler

Als ich vor Jahren jämmerlich am Versuch, Gitarre zu lernen, gescheitert bin, lernte ich “Emily” zu spielen. Und seitdem liebe ich die gemütliche Musik von Adam Green. Der 29-Jährige New Yorker klingt ziemlich britisch, wenn er oft nur mit seiner Gitarre singt. Gerade ist sein neues Album “Minor Love” erschienen und es klingt nach Adam Green in traurig. Der chronisch Betrunkene (laut eigenen Angaben geht er nicht nüchtern vor andere Leute) wurde von seiner Frau verlassen. Ihr mache ich bei dem Kauz natürlich keine Vorwürfe.

Obwohl man auf Minor Love keine fröhlichen Lieder wie Emily findet, bleibt er seinen wirren Wortspielen treu. Es lohnt sich ausnahmsweise echt einmal, die Texte zu googeln.

Wer Juno gesehen hat, kennt unbewusst auch mindestens ein Lied von ihm. Desweiteren machten ihn Auftritte bei Stefan Raab und Harald Schmidt in Deutschland bekannt. Eine solche Popularität hat er in den USA bis heute noch nicht erreicht – unverständlich für mich!

Green ist ein Künstler, wie man ihn sich vorstellt, er nimmt Drogen, säuft, redet unzusammenhängende Sätze und ist dennoch ein genialer Musiker mit tollen Texten. Einen perfekten Beweis dafür gibt er mit diesem scheinbar improvisierten Duo mit Lissy Trullie: Just a friend.

Weil er ein Künstler ist, den ich als unterstützenswürdig ansehe, kann ich für alle seine Alben und insbesondere für das Neue eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Wer noch mehr Überzeugungsmaterial braucht, sollte sich diesen Buddy Bradley aus Minor Love anhören: