Archive | Januar, 2010

Contra Steuersenkungen

Um sich eine Meinung bilden zu können, braucht man immer verschiedene Sichten. In der Zeit gibt es immer wieder Pro- und Contra-Texte über verschiedene gesellschaftliche und politiche Themen. So etwas gibt es jetzt auch auf Josty knows best. Jeweils ein Text von Martin Hillebrand und einer von mir.

Ich will euch näherbringen, warum ich gegen Steuersenkungen in der Krise bin. Bei den Steuern muss man den Gesamtumfang und die Verteilung beachten. Der Gesamtumfang bestimmt, wie groß die Ausgaben sind; also soziale Leistungen, Schuldenabbau und Investitionen. Mit der Steuerreform werden diese beiden Faktoren beeinflusst. Nachdem ihr das wisst, kann ich erläutern, warum ich ein Problem damit habe.

Bei der Reform soll der Haushalt besonders im Bereich der Sozialhilfe gekürzt werden. Wenn man sich aber überlegt, dass der Standartsatz für Hartz-4-Empfänger bei 375€ liegt, fragt man sich, wo etwas eingesparrt werden soll. Sozialhilfe ist für das reine Überleben von Bedürftigen da. Wenn es hier Kürzungen gibt, dann werden die Einschnitte lebensbedrohlich. Wenn man nicht auch noch bei den Investitionen sparen will und so dem Wachstum keine Chance gibt, dann muss man neue Schulden aufnehmen. Kritiker empfehlen einem hier Einsparungen in der Bürokratie. Diese versucht man seit Jahren durchzuführen und sogar wenn ein Durchbruch gelingen würde, sind die Einsparungen zu gering für nennenswerte Steuersenkungen.

Unter Einsparungen kann man sich immer schwer etwas vorstellen. Die meisten Leser sind Schüler und deshalb bringe ich hier ein ganz leichtes Beispiel zur Veranschaulichung. Oft beklagen sich Schüler, Lehrer und Eltern über die Sauberkeit in der Schule, zurückzuführen auf Einsparungen. So müssen Putzfrauen heute 4 Klassenzimmer in 1 Stunde machen. Vorbereiten der Putzutensilien usw. eingerechnet! Probiert das mal zu Hause.

Zweitens ist die geplante Steuerreform auch noch eine Umverteilung. Bei den Gewinnern werden die beiden Regierungsparteien wohl Zugeständnisse machen müssen. Die FDP will “Leistungsträger” also sehr Wohlhabende (Erben sind auch “Leistungsträger”) entlasten, bei der Union ist es die klassiche mittelständische Familie bestehend aus Vater, Mutter und möglichst vielen Kindern. Die Verlierer, das heißt diejenigen, bei denen die Steuergeschenke am geringsten ausfallen, sind alleinerziehende und ärmere Familien und Alleinstehende. Es wären dadurch ausschließlich die oberen 50% nennenswert entlastet – denn sie zahlen über 90% der Steuern. Diese Umverteilung entspricht dem neoliberalen Weltbild, das Schwarz-Gelb vertritt: Wer unten ist, ist selber schuld.

Als letztes sehe ich bei den Steuersenkungen in der Krise auch grundsätzlich keine Vorteile. Die Tatsache, dass dadruch mehr Geld in den Mark kommt, stimmt nur theoretisch im Volk der Sparer. Die Bürger hören nur Krise und geben nicht mehr aus als nötig, da hilft mehr Geld in der Tasche wohl kaum. Anstatt so indirekt Geld in den Kreislauf zu bringen, wäre es wohl sinnvoller fördernswerte Wirtschaftszweige gezielt zu unterstützen.

Pro Steuernsenkungen

Um sich eine Meinung bilden zu können, braucht man immer verschiedene Sichten. In der Zeit gibt es immer wieder Pro- und Contra-Texte über verschiedene gesellschaftliche und politiche Themen. So etwas gibt es jetzt auch auf Josty knows best. Jeweils ein Text von Martin Hillebrand und einer von mir.

In Zeiten leerer Staatskassen und einer Rekordverschuldung, die sich auf beinahe 1,7 Billionen Euro beläuft, wird diskutiert, ob und wie durch Steuerpolitik man diesem Problem und der wirtschaftlichen Flaute begegnen soll. Im Folgenden sollen einige Argumente dargelegt werden, warum Steuersenkungen der richtige Weg und Steuererhöhungen nur eine scheinbare Alternative sind.

  1. Steuern und Abgaben sind ein echter Standortfaktor für Unternehmen. Im Vergleich zum Ausland ächzen deutsche Unternehmer und auch Angestellte zum einen unter der Höhe, aber vor allem unter der Komplexität des deutschen Steuersystems. Durch den immer offener werdenden Weltmarkt werden diese Differenzen international immer deutlicher. Unternehmen können abwandern, Arbeitsplätze gehen verloren, die Staatseinnahmen sinken.
  2. Ein weiterer Nachteil von Steuererhöhung, und analog dazu ein Vorteil von Steuersenkung ist der sogenannte Nettowohlfahrtsverlust. Steuererhöhungen führen zu einem sinkenden Bruttoinlandprodukts(BIP), Steuersenkungen zu einer Erhöhung. Empfinden Menschen es als ungerecht, wie viele Prozentpunkte der Staat dem einzelnen von seiner Lohntüte abzwackt, und sie nicht die Früchte ihrer Arbeit zu allererst selber ernten können, sinkt die Leistungsbereitschaft. Analog gilt dies bei Steuersenkungen. Zudem führen zu hohe Steuern in die Schwarzarbeit, deren Volumen geschätzt etwa 345 Milliarden Euro, das sind Staatseinnahmen von 70 Milliarden Euro!
  3. Aus dem zweiten Punkt resultiert, dass Steuererhöhungen zu niedrigeren Staatseinnahmen und –senkungen zu sprudelnden Steuereinnahmen führen können. Die Begründung hierfür beruht auf der Tatsache, dass das BIP mit sinkenden Steuern steigt, währen es bei einer Erhöhung geringer wird. Jetzt kann der Fall eintreten, dass die relative Steuersenkung geringer auffällt, als die relative Zunahme des BIPs, und somit entsteht eine Steuermehreinnahme. Wiederum kann das genannte bei Steuererhöhungen analog gelten. Dieses Phänomen heißt Selbstfinanzierungseffekt und lässt sich mit Hilfe der Laffer-Kurve erklären.
  4. Steuern rentieren sich für den Staat oft nicht. So absurd es auch klingt, doch besonders bei Bagatellsteuern, liegen die Verwaltungskosten für diese Steuer oft gleichauf oder sogar höher als die Steuereinnahmen selber. Als Beispiel hierfür sei die Erbschaftssteuer erwähnt. Die Einnahmen belaufen sich zurzeit auf etwa 3,5 Milliarden Euro, mit sinkender Tendenz. Experten schätzen die Kosten für den Verwaltungsaufwand auf etwa genauso viel.
  5. Steuererhöhungen vernichten Arbeitsplätze. Die Lohnkosten können durch Steuern und Sozialabgaben so hoch werden, dass sowohl seitens der Arbeitnehmer, aber auch seitens der Arbeitgeber eine potenzielle Nachfrage nach Arbeitsplätzen bzw. Arbeitskräften verhindert wird. Fehlende Arbeitsplätze verursachen Arbeitslosigkeit, diese wiederum bedeutet höhere Staatsausgaben. Ein Teufelskreislauf beginnt.
  6. Staatsausgaben sind ineffizient. Wer Steuererhöhungen fordert, muss sich die Frage gefallen lassen, ob denn der Staat nicht schon genug Geld hätte, dieses aber sinnlos und verschwenderisch einsetzt. Und das ist der springende Punkt, denn die einzelnen Beamten und auch Politiker wissen oft nicht mehr, mit welchem Summen sie hantieren, und wie hart dafür gearbeitet werden musste. 40 Jahre DDR-Planwirtschaft haben bewiesen, wohin es führt, wenn der Staat meint, er sei der bessere Unternehmer oder noch schlimmer, der bessere Konsument. Der Bund der Steuerzahler veröffentlicht jedes Jahr ein sogenanntes Schwarzbuch, in dem er unnötige Fehlinvestitionen des Staates auflistet. Diese beliefen sich im Jahr 2009 auf unglaubliche 30 Milliarden Euro.

Doch abgesehen dieser volkswirtschaftlichen Gründe gibt es einen, der einen der eine Grundsatzdiskussion auslöst. Was sind gerechte Steuern? Mein Grundsatz lautet, dass ein jeder zunächst einmal Anspruch auf seinen kompletten Verdienst hat, und dann kommt erst der Gedanke, dass man zum Wohle der Allgemeinheit auf einen geringen Teil verzichtet, um die Kernaufgaben des Staates zu finanzieren.

Dieser Text ist von Martin Hillebrand. Er besucht zur Zeit das Maximilian von Montgelas Gymnasium in Vilsbiburg und engachiert sich bei den JuLis – der Jugendorganisation der FDP.

Song of the day: Bitch to the Bones – The State is watchin you

So jetzt ist es das erste Mal so weit: Eine Band hat kein Video mit CD Qualität auf Youtube. Ich durfte also selbst Hand anlegen und es wurde…naja es geht ja um die Musik.

Bitch to the Bones wurden bereits auf JKB vorgestellt und machen richtig gute Musik, mein Lieblingslied von ihnen ist “The State is watchin you”. Leider ist die Band momentan auf ganz Ostbayern zerstreut und so wird es vorrausichtlich in nächster Zeit keine Konzerte geben. Es lohnt sich trotzdem immer wieder auf ihrer Myspace-Seite vorbei zu schauen.

Versuch einer Glosse – Die Dokumentarfilmstimme

Nach vielen ernsten Texten habe ich nun versucht einen lustigen zu schreiben. Ein einfach anonymer Kommentar, dass ich das lieber lassen soll – oder weitermachen, wäre sehr hilfreich.

Meine Leserschaft besteht, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, aus Bildungsbürgern, ein bisschen Bildungsbürgern und Möchtegern Bildungsbürgern – ich wäre dann letzteres. Naja ihr schaut auf jedenfall alle Dokumentarfilme im Bildungsfernsehen wie ARTE, 3sat oder den N+x Sendern. Deshalb kennt ihr sie, die melodramatisch und gleichzeitig uniteressierte Stimme eines Mannes in einem Alter nach den Midlife-Crises und vor der Rente. Zwischen Interviews und den Moderatoren erklärt er uns – mit seiner tiefen, männlichen Stimme – die Welt. Es sind Informationen, wie dass Computerspiele dumm machen und die Chinesische Mauer in der Mitte mit Sand gefüllt ist, die wir ohne diesen Mann nie erfahren hätten!

Am schönsten sind aber die Reportagen über den tollen neuen Panzer, den Herr Obama für den Frieden einsetzen kann. Die Ami-Generäle werden auf N24 zum Glück noch untertitelt, so dass man die moralischen Kampfmaschinen ihre Kriegsgeschichten mit texanischen Akzent erzählen hört: “Yeah in the tank on the Battlefield, it was so hot….” Dann kommt wieder die geliebte Stimme und erklärt einem, dass der neue Friedensbringer auf 6000 Meter eine Schule ein Gebäude zerstören kann. Ich mag sowas eigentlich nicht anschauen, aber ich muss, weil ich auch Counter Strike spiele und dort meinen Amoklauf trainiere. – Nein, das mache ich natürlich nicht und das ist auch nicht lust, deshalb schaue ich jetzt eine Doku auf N-Tv für Columbine an.

Zurück zum Dokumentarfilmstimmenmann. Ist er ein einzelner Mann der in seinem Keller sitzt und so lange an seiner Stimme arbeitet bis sie ein pubertärer Blogger nicht mehr nachahmen kann, oder doch die Callcenter-Leute der Telekom aus Indien die sich was dazuverdienen wollen?

Wie gesagt: Ich kann mit meiner fantastischen Stimme weder Singen noch die berühmte Dokumentarfilmstimme nachahmen. Über die ich berichte, die ihr aber alle kennt, weil ihr sonst nicht lustig findet und ich mir noch dümmer vorkommen würde als ich es jetzt schon tue. Der Dokumentarfilmstimmenmann würde es dann wohl in einem 28-zeiligen Schachtelsatz so ausdrücken:

Der selbsternannte jugendliche Schreiber stellt während seines verhaspelt und schlecht betont vorgetragenen Beitrag fest, dass er er Reime genauso wie stellen in seinem Text die irgendjemand seiner Zuhöhrer auch nur ein Höflichkeitsschmunzeln entlocken könnten vergessen hat – diese Tatsache führt genauso wie die fehlende Gabe die besprochene Dokummentarfilmstimme auch nur in einem beispiel nachahmen zu können dazu das der junge Mann unkontrolliert transpiriert.


Bis zum letzten Abschnitt konnte ich es noch vertuschen: Der Text ist eigentlich zum vorlesen da und entsprang dem kläglichen Versuch einen Poetry Slam zu schreiben. Nachdem ich den Text meiner Schwester vorgetragen hatte, lächelte sie milde und lies mich wissen, dass es eigentlich eine Glosse ist. =)

Battlefield Heroes – das kostenlose Battlefield

Wir sind gerade mitten in der kalten Jahreszeit, d.h. kein Fußball im Freien, Laufen macht keinen Spaß, Rennradfahren fällt aus und über das Freibad braucht man gar nicht nachdenken. So komme ich alle Jahre wieder zu den Computerspielen. Und weil man für ein Onlinespiel immer Mitspieler braucht möchte ich euch jetzt mein aktuelles Lieblingsspiel vorstellen: Battlefield Heroes.

Das EA-Spiel ist eine kostenlose Weiterführung der Battlefield-Reihe, die ich schon immer gerne mochte. In dieser Variante spielt man allerdings Third-Person (wie z.b. in World of Warcraft) und man steuert eine Comicfigur durch ein 2. Weltkriegszenario. Mittlerweile gibt es 6 Karten die sehr abwechslungsreich sind. Auf den meisten Karten steht einem auch der Fuhrpark, bestehend aus Flugzeugen, Autos und Panzern zur Verfügung.

Doch das Spiel hat noch mehr mit Rollenspielen gemein. Vor dem Spielbeginn wählt man zwischen den Royals (den Guten) und den Nationals (den Bösen – die natürlich viel besser sind!). Danach muss man sich noch für eine Sorte entscheiden:

  • Commando: Er kann sich unsichtbar machen und ist soetwas wie ein Scharfschütze. Außerdem kann er sich noch anschleichen und mit seinem Messer am meisten Schaden im Nahkampf anrichten. Er hat am wenigsten Lebenspunkte und bewegt sich am schnellsten.
  • Soldier: Er ist am ausgewogensten und der Mann für die Mittelstrecke. Außerdem kann er sich und andere Heilen. Für Anfänger ist er wohl am besten und man kann auch noch später sehr stark mit ihm sein
  • Gunner: Er ist der Rambo unter den Figuren. Am meisten Lebenspunke, am langsamsten und mit einem Maschinengewehr ausgerüstet ist er die Perfekte Nahkampfmaschine. Durch die Möglichkeit eines “Schutzschilds” kann er noch mehr wegstecken. Wenn man ihm eine Panzerfaust kauft ist er die einzige Klasse die einem Panzer auch auf größere Distanz gefährlich werden kann.

Wenn ihr euch für die richtige Klasse entschieden habt (ihr könnt 4 “Heroes” machen) dann könnt ihr anfangen zu leveln. Bei jedem 2. Level bekommt man einen “Hero Point” mit dem man sich neue “Abilities” kaufen kann oder die bestehenden verbessern. Auch hier ist das Angebot auf die jeweilge Klasse zugeschnitten.

Später kann man sich dann noch bessere Waffen mit den “Valor Points” die man einfach fürs Spielen oder für Missionen bekommt kaufen. Auch besondere Kleidung ist käuflich. Allerdings wurde die Preise so stark erhöht das man sich das meiste nur noch mit “Battlefunds” leisten kann und diese kosten echtes Geld!

Trotzallem ist das Spiel sehr ausgeglichen und es macht wirklich Spaß. Wer es spielen will muss sich zuerst anmelden und dann über den Browser das Spiel auf seinem PC installieren. Die Besonderheit ist: Um das Spiel zu starten müsst ihr wieder in den Browser gehen und euch auf der Seite anmelden und könnt auch nur dort das Spiel starten.