Versuch einer Glosse – Die Dokumentarfilmstimme
7 01 2010Nach vielen ernsten Texten habe ich nun versucht einen lustigen zu schreiben. Ein einfach anonymer Kommentar, dass ich das lieber lassen soll – oder weitermachen, wäre sehr hilfreich.
Meine Leserschaft besteht, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, aus Bildungsbürgern, ein bisschen Bildungsbürgern und Möchtegern Bildungsbürgern – ich wäre dann letzteres. Naja ihr schaut auf jedenfall alle Dokumentarfilme im Bildungsfernsehen wie ARTE, 3sat oder den N+x Sendern. Deshalb kennt ihr sie, die melodramatisch und gleichzeitig uniteressierte Stimme eines Mannes in einem Alter nach den Midlife-Crises und vor der Rente. Zwischen Interviews und den Moderatoren erklärt er uns – mit seiner tiefen, männlichen Stimme – die Welt. Es sind Informationen, wie dass Computerspiele dumm machen und die Chinesische Mauer in der Mitte mit Sand gefüllt ist, die wir ohne diesen Mann nie erfahren hätten!
Am schönsten sind aber die Reportagen über den tollen neuen Panzer, den Herr Obama für den Frieden einsetzen kann. Die Ami-Generäle werden auf N24 zum Glück noch untertitelt, so dass man die moralischen Kampfmaschinen ihre Kriegsgeschichten mit texanischen Akzent erzählen hört: “Yeah in the tank on the Battlefield, it was so hot….” Dann kommt wieder die geliebte Stimme und erklärt einem, dass der neue Friedensbringer auf 6000 Meter eine Schule ein Gebäude zerstören kann. Ich mag sowas eigentlich nicht anschauen, aber ich muss, weil ich auch Counter Strike spiele und dort meinen Amoklauf trainiere. – Nein, das mache ich natürlich nicht und das ist auch nicht lust, deshalb schaue ich jetzt eine Doku auf N-Tv für Columbine an.
Zurück zum Dokumentarfilmstimmenmann. Ist er ein einzelner Mann der in seinem Keller sitzt und so lange an seiner Stimme arbeitet bis sie ein pubertärer Blogger nicht mehr nachahmen kann, oder doch die Callcenter-Leute der Telekom aus Indien die sich was dazuverdienen wollen?
Wie gesagt: Ich kann mit meiner fantastischen Stimme weder Singen noch die berühmte Dokumentarfilmstimme nachahmen. Über die ich berichte, die ihr aber alle kennt, weil ihr sonst nicht lustig findet und ich mir noch dümmer vorkommen würde als ich es jetzt schon tue. Der Dokumentarfilmstimmenmann würde es dann wohl in einem 28-zeiligen Schachtelsatz so ausdrücken:
Der selbsternannte jugendliche Schreiber stellt während seines verhaspelt und schlecht betont vorgetragenen Beitrag fest, dass er er Reime genauso wie stellen in seinem Text die irgendjemand seiner Zuhöhrer auch nur ein Höflichkeitsschmunzeln entlocken könnten vergessen hat – diese Tatsache führt genauso wie die fehlende Gabe die besprochene Dokummentarfilmstimme auch nur in einem beispiel nachahmen zu können dazu das der junge Mann unkontrolliert transpiriert.
Bis zum letzten Abschnitt konnte ich es noch vertuschen: Der Text ist eigentlich zum vorlesen da und entsprang dem kläglichen Versuch einen Poetry Slam zu schreiben. Nachdem ich den Text meiner Schwester vorgetragen hatte, lächelte sie milde und lies mich wissen, dass es eigentlich eine Glosse ist. =)







[...] ich jetzt schon einmal in einem Text versucht habe, lustig zu schreiben, bin ich nach diesem Wettbewerb voller Elan für neue Texte in [...]