Islands Gesetzentwurf – eine Chance für den Journalismus
Island und Wikileaks, das ist die Liebesgeschichte der Finanzkrise. Dank dem „Geheimnissflüsterer“-Netzwerk wurde nämlich in dem EU-Land ein nie dar gewesener Skandal aufgedeckt. Isländische Bänker haben durch nicht für möglich gehaltenes Kalkül ihr eigenes Land an den Rand des Staatsbankrott gebracht. Weil ein Beitrag über diesen Skandal nicht gezeigt werden durfte wurde in den isländischen Nachrichten minutenlang eine URL gezeigt:
Seitdem ist das ganze Land begeistert von investigativen Journalismus, ja es scheint sich sogar verpflichtet diesen gesetzlich zu schützen. In Kürze wird entschieden ob ein Gesetzentwurf dafür durch kommt – die Chancen stehen gut. Der Gesetzesvorschlag ist eine Mischung aus den Schutzparagraphen für Quellen im Schwedischen Recht und Pressefreiheitsregelungen aus der ganzen Welt.

Vorreiterrolle des Nordischen Landes
International hilft diese Regelung dem investigativen Journalismus weltweit genauso wie die Finanzregelungen in der Schweiz den Bänkern. Das funktioniert mit Servern auf Island. Wieviel das Ganze dann wirklich bedeutet, auch für Blogger – besonders in Ländern mit ungenügender Pressefreiheit.
Kritik kommt dabei vor allem von Lobbyisten – die natürlichen Feinde der Quellen. Daneben melden manche Zweifel an, weil sie befürchten die neue Pressefreiheit könnte Lügner schützen. Diese Leute sind scheinbar dazu berufen an jeder Idee einen Nachteil zu finden. Man sollte jedoch wissen, das alles Gute Nachteile hat.
So ist der Vorschlag der IMMI (Icelandic Modern Media Initiative) eine Möglichkeit für den Jounalismus – der Königsweg ist es aber nicht. Dafür müsste es weltweit eine UN-Charta zum besseren Schutz der Medien geben.