Schade, Frau Käßmann
Ich bin katholisch, nicht erzkatholisch, nicht aus vollkomener Überzeugung – mehr aus Faulheit. Das ist ein bisschen sarkastisch, weil meine Vorfahren Hugenotten waren – also aus Frankreich von Katholiken vertrieben wurden, weil sie evangelisch waren. Ihr seht schon, ich kümmere mich recht wenig um den Unterschied zwischen den Konfessionen, deshalb kann ich auch ohne Zurückhaltung behaupten: Ich finde Frau Käßmann gut!

Die 41-Jährige wurde 2009 als erste Frau die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland. Kritik ist sie seitdem gewohnt, diese begann schon mit ihrer Wahl. So wurde ihr das Leben in Scheidung vorgeworfen – bei den aktuellen Scheidungszahlen schon ein eigentümlicher Vorwurf.
Noch komischer war, dass sie negative Beurteilungen für ihre Ablehnung gegenüber dem militärischen Einsatz in Afghanistan. Zwar rufen auch der Papst und katholische Bischöfe immer wieder zu Weltfrieden und co. auf – eine so klare Ablehnung gegen den militärischen Afghanistan-Mandat gab es aber noch nicht und nur klare Worte können etwas bewirken.
Ihr seht schon, ich halte viel von Frau Käßmann, auch wenn ihre alkoholisierte Autofahrt natürlich falsch war und andere gefährdet hat. Eine Abneigung habe ich jedoch gegen solche Rücktritte. Vorbildfunktion hin oder her, man kann sich selbst auch einmal verzeihen.
Frau Käßmann ist eine sehr intelligente Frau, schade, dass sie so streng mit sich war. Eine solche Persönlichkeit war eine echte Chance für die deutsche Kirche. Dennoch wünsche ich ihr weiterhin viel Erfolg und dass sie nicht zurückhaltender wird.
Dem kann ich nur beipflichten; ich hoffe, dass sie uns als kritische Person der Öffentlickeit erhalten bleibt
ich kann da auch nur zustimmen…
schade