Was bedeutet eigentlich: Chatroulette

Ein Internettrend, über den man zum ersten Mal im Fernsehen hört, ist ziemlich selten – bei chatroulette war es aber so. Die Plattform wurde im November 2009 von einem 17-Jährigen Russen gestartet und geistert seitdem durch die Medien. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man geht auf die Seite , schaut noch schnell, ob die Webcam funktioniert, und klickt dann auf “play”. Sofort wird man mit irgendjemand auf der Welt verbunden und sieht sein Webcam-Bild, gefällt das Gesehene nicht, kann man mit “next” zu einem anderen Chatpartner wechseln – meist sind über 20000 online.

Soviel zur Theorie, die Praxis aber ist viel brutaler. Wenn man sich einklinkt und mit der Webcam ganz normal sein Gesicht zeigt, wird man zuerst einmal mindestens 50 Mal von gelangweilt blickenden Männer(gruppen), ornanierenden Perversen und Schildern mit “I wanna see Boobs” weggeklickt. Ihr seht schon, für Kinder und nicht internetabgehärtete User ist das Ganze nichts.

Wer dennoch dabei bleibt, der trifft irgendwann Leute aus der ganzen Welt und kann sich mit ihnen austauschen. Mädchen findet man grundsätzlich deutlich weniger als Jungen, wenn man dann doch welche findet, kann man sie in 2 Gruppen aufteilen: Die einen bleiben da (der Anteil ist viel größer als bei männlichen Usern) und die anderen wollte Genitalien o.ä. sehen – in manchen Fällen nackt.

Wen das alles immer noch nicht abgeschreckt hat, dem kann ich jetzt von meinen guten Erfahrungen erzählen. Ich habe einen italienischen Maler getroffen, der mir seine Kunst gezeigt hat, zwei Jungs aus Australien, mit denen ich über das Wetter geredet hat, ein Mädchen aus New York, von dem ich mehr begeistert war, als sie von mir, zwei Typen aus Istanbul, die mir erklärten, wo ich im Urlaub hinfahren sollte, eine junge Frau aus Litauen, der ich zu jung war – was auch immer sie wollte, eine Asiatin aus Singapur, einen jungen Mann aus Holland und last but not least 3 hübsche Brasilianerinnen die Küsse von mir wollten – was schwierig war, weil meine ganze Familie mir zusah.

Das war die wohl längste Aufzählung ever auf Jostykowsbest! Mit den hübschen Mädchen aus Rio habe ich dann auch den Skype-Namen ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben. Denn das geht bei Chatroulette nicht – man wird wohl nie zweimal mit dem selben chatten.

Wenn jemand sich traut und ein bisschen Geduld mitbringt, dann kann man mit netten Leuten auf der ganzen Welt chatten. Das hat mich zu der Idee gebracht, eine neue Jostyknowsbest-Reihe zu starten. Interviews all over the world – sobald ich mir ein paar Fragen ausgedacht habe, werde ich die mir zugeschickten e-mail-Adressen einmal vollspamen.

 

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