Archive | März, 2010

Das Ende der Stadionstimmung

Durch ihre Niederlage im Kellerduell gegen den FC Nürnberg ist die Hertha Berlin sportlich am Ende. So traurig es ist, der Hauptstadtclub ist so gut wie abgestiegen. Viel schlimmer für den deutschen Fußball waren aber die Krawalle, die auf das Spiel folgten. Dabei stürmten etwa 150 gewaltbereite Hooligans das Berliner Spielfeld. Darauf folgte ein Sturm der Kritik von allen Seiten.

Ausgerechnet die Polizei, welche erst nach acht Minuten einschritt, beanstandet jetzt ganz allgemein die deutsche Stadienpolitik. Da werden Geisterspiele, genauso wie ein Verbot von Stehplätze als möglicher Lösungsweg ausgerufen. Der Idee  von Geisterspielen wird schon länger nachgegangen, letztere ist aber neu. Eine gefährliche Idee der Gesetzeshüter, welche ich erläutern will.

Während diese sogenannten Gefahrenplätze in der Championleague und in Länderspielen längst verboten sind, gibt es eine solche Regelung im Ligabetrieb noch nicht. Das führt zu einer tollen Stimmung in deutschen Stadien. Dieses Umfeld beim Fußball ist für Fans bis nach England so anziehend, dass sie den weiten Weg nicht scheuen.

Schön hat mein Fußballtrainer den Grund für den Unterschied zwischen der Allianz-Arena und dem Millerntor Stadion erklärt. So sagte er: Der klassische Bayern-Fan ist ein Familienvater, der mit seinem Sohn ins Stadion geht und sich wie im Kino – still – hineinsetzt. Fußball ist aber nicht wie Kino. Fußball heißt auch, im sonst so emotionslosen Deutschland Gefühl pur, und stehend geht es nun mal besser, Stimmung zu machen.

Deswegen will ich den Verantwortlichen dringend empfehlen, solchen Schritten Einhalt zu gebieten.

Soll das ein Witz sein? Waffenhandel mit Griechenland

So schlimm es für Griechenland auch ist, über diesen Beitrag habe ich richtig lachen müssen. Die Südländer haben für Milliarden von Euros U-Boote und Panzer aus Deutschland gekauft. Mehr will und werde ich dazu nicht sagen.

In Zukunft werde ich öfter – wenn ich wieder keine Zeit für einen ausführlichen Beitrag habe – solche unglaublichen Dinge kommentarlos veröffentlichen.


Deutsche U-Boote sorgen auch heute noch für Angst und Schrecken

Das Segelboot – Schärenkreuzer

Das Adjektiv “elegant” wird heute sehr leichtfertig verwendet. In Verbindung mit nahezu jedem Apple-Produkt zum Beispiel. Wenn man allerdings einen Schärenkreuzer über die spiegelglatte Wasseroberfläche gleiten gesehen hat, dann setzt man – ganz selbstverständlich – die Maßstäbe für diesen Zusatz deutlich höher. Selbst verständlich gibt es elegante Autos, Morde oder Möbel, aber ein knapp 100 Jahre altes Segelschiff hat einen ganz anderen Charme.


Da sind wohl keine Worte nötig?

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Boot an der schwedischen Ostseeküste entwickelt. Seit den 1920er Jahren besteht das aktuelle Design und wurde seitdem auch nicht mehr verändert. Es gibt neun verschiedenene Schärenkreuzerklassen, die sich nach der Segelfläche richten, die bekanntesten dürften 30er und 40er sein. Zwar gibt es mittlerweile auch Schärenkreuzer aus GFK, den besonderen Mythos haben aber eigentlich nur die Holzboote.

Die Holzvariante gibt es eigentlich nur aus der Vorkriegszeit, und so werden die Schiffe von etlichen Liebhabern mühevoll über Wasser gehalten. Diese Instandsetzung ist in einem solchen Maß aufwendig, dass Preise von 100000€ und mehr für ein gut restauriertes Boot bezahlt werden.

Doch was macht dieses Schiff so besonders? – Diese Frage ist nahezu unmöglich zu beantworten, am besten gelingt es wohl mit einigen Beispielen. So wurde der Schärenkreuzer – radikal wie selten – nach dem Grundsatz “Länge läuft” gezeichnet. Auch die extrem flache Wasserlinie und das weit überstehende Heck tragen zu einem sportlich eleganten Erscheinen bei. Hinzu kommt, dass Segelschiffe schon immer in Verbindung mit Anmut gebracht werden. Sei es nun wegen der lautlosen Fortbewegung oder weil es früher ein reiner Reichensport war.

Warum diese tollen Schiffe nicht in der Versenkung verschwinden dürfen, lässt sich am einfachsten in Bildern zeigen.

Poetry Slam in Landshut am 24.März

Am Mittwoch, dem 24. März ist der nächste Poetry Slam im kleinen Theater. Einen solchen habe ich bereits zweimal besucht und es war richtig gut. Es wäre schön, wenn ein paar mehr Leute – aus meinem Bekanntenkreis (es war eh schon übervoll) – kommen würden, wenn es schon mal eine solche Veranstaltung im verschlafenen Landshut gibt.

Also auf zum kleinen Theater:

Keine Demokratie ohne Sozialstaat

In einem Interview umschrieb Altkanzler Helmut Schmidt den Sozialstaat als die größte kulturelle Erungenschaft der Europäer im 20. Jahrhundert. Wenn es diesen nicht mehr gibt, würde die Demokratie in Europa auch zu Grunde gehen. An dem Gedanken ist auf jeden Fall etwas dran – ein Beispiel:

In Griechenland werden die Sozialleistungen momentan immens abgebaut. Schuld daran ist der drohende Staatsbankrott – als Reaktion auf diese Einschnitte wankt die älteste Demokratie der Welt ganz bedrohlich. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch in Deutschland zu solch immensen Streiks kommen würde, wenn es einen ähnlichen Abbau der Sozialleistungen gibt.


Griechenland begehrt auf!

Die FDP will aber dennoch diesen “Wohlfahrtsstaat” abschaffen. Das kann sie natürlich in einer Koalition mit den schwarzen Populisten nicht ausleben – aber ein perfektes liberales Deutschland hätte nicht mehr viel Staat. So sollte sich am besten auch jeder selbst versichern – solche Gedanken machen mich immer wieder extrem wütend, denn ein Blick in die USA zeigt, was dann droht.

In Europa findet man neben den neoliberalen Hardlinern fast niemanden, der ein solches Prinzip – wie in den USA – begrüßt. Es liegt wohl am Europäer selbst, sozialer ausgerichtet zu sein als US-Amerikaner.

Wir sind also auf unseren Sozialstaat so stolz, dass wir in sicher auch bis aufs Äußerste verteidigen würden. Dies kann auf Kosten der Demokratie gehen – die Schwarz-Gelbe Koalition sollte sich also um eine schnelle Umstruckturierung des momentanen Systems bemühen, um es zu retten.