So a Saustoi – Lerchenberg tritt zurück
Der nächste Rücktritt, den ich nicht verstehen kann und will! Michael Lerchenberg, der dieses Jahr den Barnabas bei der jährlichen Fastnachtpredikt am Nockherberg spielte, ist nach heftiger Kritik gestern zurückgetreten. Das Derblecken war dieses Jahr wieder politischer als die letzten Jahre.

Schade, der Nächste tritt unötig zurück und man muss sich fragen, warum unsere Medien so sind, wie sie sind!
Aber warum ist er jetzt zurückgetreten? Grund dafür war hauptsächlich der Ausschnitt von Minute 3-4 in diesem Video. Der größte Aufschrei – über diese Anspielung auf das Schild “Arbeit macht frei” – kam vom Zentralrat der Juden. Wie immer, wenn irgendjemand etwas über das Dritte Reich sagt. Ich bin alles andere als judenfeindlich und einer der wenigen Linken, welche Israel im Recht sehen und dennoch bin ich der Meinung, dass es nicht viele Vereine gibt, die noch lächerlicher sind, als der Zentralrat der Juden in Deutschland!
Aber hier in Deutschland kann man sich ja nicht über die Nazivergangenheit unterhalten. Das hat mir auf Josty knows best auch schon eine Kommentatorin bewiesen. Unfreiwillig komisch ist dann, dass sich der Herr Westerwelle (wurde beim Derblecken sicher alles andere als geschont) über die Anspielung auf “Arbeit macht frei” gar so künstlich empört zeigte. Lustig ist, wenn man bedenkt, dass er in jedem Interview zu Zeit skalliert: “Man muss doch noch sagen dürfen”.
Neben dieser Aussage wurde Lerchenberg von Horst Seehofer vor allem vorgeworfen, die bayerische Polizei kritisiert zu haben. Dabei hat Bruder Barnabas sich darüber aufgeregt, dass bei 2 Amokläufen nach der Feuerwehr erst die Polizei am Ort des Geschehens war.
Desweiteren hat er den Mord die Tötung eines Regensburger Studenten angesprochen. Dabei verglich er die Polizisten – welche dem Mann unter anderem 3 Mal in den Rücken geschossen haben – mit Wilderern. Da bleibt einem natürlich das Lachen weg, und das liegt nicht an einer angeblichen Geschmackslosigkeit von Herrn Lerchenberg.
Schlussendlich verstehe ich Michael Lerchenberg, wenn er jetzt sagt (hat er nicht): Ach leckts mi doch am Arsch. Weil Paulaner hinter den Kritiker steht und man gar nichts mehr kritisieren darf, ist es nur konsequent, wieder zurückzutreten.
Als ich mir am Wochenende mal wieder die SZ gegönnt habe, musste ich auch wieder schmunzeln bei dem ganzen scheinheiligen Getue der Großkopferten: das hat mich irgendwie auch an die Auseinandersetzung mit der ehemaligen tagesschau-Moderatorin Eva Herman erinnert, die von diversen Journalisten in die braune Ecke gedrängt wurde, wobei sie meiner Meinung nach nichts Anrüchiges gesagt hat (und ich habe mir die einschlägigen Sendungen und Interviews öfter angeschaut). Mich widert das ehrlich gesagt schon seit meiner Schulzeit an, dass man zwei Generationen nach den schrecklichen Geschehnissen immer noch täglich daran erinnert wird und nicht darüber sprechen kann, ohne dass gleich ein Moralapostel herkommt und den bösen Zeigefinger erhebt