Archive | Juli, 2010

taz Probeabo

Vor einiger Zeit habe ich bereits den Artikel 30-jährige Jubiläum der Tageszeitung “taz” geschrieben. Jetzt habe ich ein Abonnement abgeschlossen – 5 Wochen für 10€. Das heißt, eine Ausgabe kostet nur 34 cent.

Eine Besonderheit an der “taz” ist mit Sicherheit, dass sie von eigenen Lesern mitfinanziert wird. Dies funtkioniert mit dem Genossenschaftssystem, welches hier erklärt wird. Dadurch ist die Zeitung unabhänigiger als jede andere überregionale Zeitung. So kann die Redaktion auch unpopuläre Meinungen durchwinken.

Wer die taz zum ersten Mal zwischen die Finger bekommt, wundert sich zuerst über den geringen Umfang. Ansonsten weist die Zeitung hauptsächlich Schwarzweißbilder auf. Außerdem gehen die Artikel zu den Schwerpunktthemen meist über eine ganze Seite. Ansonsten ist die Zeitung aufgebaut wie fast jede andere.

Das Blatt mit dem Tatzen-Logo versucht einen anderen Weg als Sz und ZEIT, um sich auf dem veränderten Markt zu behaupten. Mit einem Umfang, den jeder leicht an einem Arbeitstag lesen kann. Die Artikel spiegeln dabei die Meinungen der Journalisten wieder – aktuelle Nachrichten sind zweitrangig. Daneben gibt es ein sehr umfangreiches Onlineangebot, dass kostenlos jedem zur Verfügung steht.
“Die tageszeitung” ist durch ihre enge Leserbindung und ihre politische Einstellung auch eine Art Zeichen für das Linke Lebensgefühl. Angefangen hat sie als Protestzeitung und ist heute eine feste Größe (7. größte überregionale Zeitung) für Linksliberale im deutschsprachigen Raum. Und alles unter dem Motto:

Taz ist nicht für jeden. Das ist ok so.

Felt Brougham – im Test

Nach Monaten des “Hin und her” habe ich mir vor einiger Zeit endlich ein fixed gear Fahrrad gekauft: Ein Felt Brougham mit folgenden technischen Daten:

- Stahlrahmen mit 56cm Rahmenhöhe                                    – Übersetzung: 47 – 17
- Bremsen: Tektro                                                                             – Nabe: FELT TkR-4
- Reifen: Vittoria Zaffiro Foldable 700c x 23c                          – Preis: 500€

Das Rad wird leider mit Plattformpedalen ausgeliefert, bei dieser Übersetzung ist Skidden aber ohne Klickpedale oder Körbechen beinahe unmöglich. Man muss einfach am Pedal, das vorne steht, gleichzeitig ziehen können, während man das hintere Pedal nach unten drückt. Mit den Plattformpedalen habe ich mich ewig abgemüht, während es mittlerweile auch bei höheren Geschwindigkeiten funktioniert.


Einer meiner ersten Skid-Versuche mit Körbchen an den Pedalen

Ansonsten bin ich mit dem Felt sehr zufrieden. Auch die Qualität ist für den Preis in Ordnung und weist bis jetzt keine Mängel auf. Zwar sind die weißen Teile wie Lenkergriffe und Sattel (zu Beginn auch die Pedale) ein wenig anfällig, es ist aber nicht so schlimm wie befürchtet. Weitaus schwerer wiegen die lackierten Bremsflanken, welche trotz des geringen Gebrauchs der Bremsen schon jetzt schon Verschleißerscheinungen zeigen.

Nachdem ich das Hinterrad insgesamt 3 mal geflickt habe, besitze ich jetzt auch zwei Ersatzschläuche :) Gute Schläuche von “Schwalbe” kosten nur 5-6€ und jeder, der mit dem Rad länger unterwegs ist, sollte mindestens einen solchen und eine Luftpumpe dabei haben. Durch das viele Skidden sieht man dem Profil des Hinterrad jetzt aber schon einige Blessuren an – es war wohl nicht der beste Reifen.

Bevor ich mir das Rad gekauft habe, war ich mir nicht sicher, ob mir ein Gang bei den vielen Bergen in der Umgebung ausreicht und welcher der richtige ist. Eine Übersetzung von ca. 2,75 scheint mir jetzt aber optimal, weil man sowohl lange Anstiege meistern kann, als auch schnell fahren.

Viele Fixie-Fahrer erzählen von dem ständigen Drang, etwas an ihrem Fahrrad verbessern zu wollen. Das konnte ich mir zuerst gar nicht vorstellen, weil es ja eigentlich so wenige Teile an diesen Rädern gibt. Mittlerweile muss ich gestehen, dass ich mit dem Gedanken spiele einen neuen sogenannten Bullhorn-Lenker zu kaufen. Noch weiter oben auch meiner Wunschliste stehen aber Klickpedale mit Rennradschuhen. Diese könnte ich dann auch für mein Colnago Rennrad verwenden.

Life in a day – Ein Kunstprojekt mit Youtube

Heute ist es soweit – das Projekt “Life in a day” von Ridley Scott und Kevin Macdonald startet. Dabei sollen möglichst viele Menschen etwas aus ihrem Leben filmen und es dann auf die Videoplattform “Youtube” hochladen.

In Video sollen die Teilnehmer eine der folgende Fragen beantworten: “Was liebst du?”, “Wovor fürchtest du dich?”, “Was bringt dich zum Lachen?” und “Was hast du in deinen Taschen?”

Am Ende soll aus diesen vielen Videos ein Film entstehen, der das Leben am 24.07.2010 auf der Erde perfekt beschreibt. Die Gefühle der Menschen sollen in diesem Film unverfälscht gezeigt werden. Mit einem so namenhaften Filmemacher wie Scott (Black Hawk Down, American Gangster uvm.) könnte es auch funktionieren.

Ergebnis der Josty knows best Befragung

Nachdem ich bei Lokalisten den Versuch gestartet habe, JKB zu verbessern, will ich euch jetzt die Ergebnisse natürlich nicht vorenthalten! Ihr könnt auch jetzt noch in Form eines Kommentars mitmachen – würde mich freuen.

1.Soll JKB mehr in Sozialen Netzwerken eingebunden werden?
ja (65%) nein (35%)
–> Es wird wohl weiter Statusnachrichten über JKB geben

2. Soll ich das Design beibehalten?
ja (100%)    nein (0%)
–> Überredet

3. Sollen mehr Gastautoren auf JKB veröffentlichen?
ja (35%)    ja, aber wenige (35%)    nein (30%)
–> Es werden weiterhin nur gute Schreiber zugelassen ;)

4. Seit ihr an Sticker interessiert?
ja (7) nein (5)
–> Sticker drucke ich bis auf weiteres selbst in kleiner Zahl (einfach anfragen)

5. Soll JKB regional bezogener werden – zum Beispiel über das Landshuter Nachtleben?
ja (80%)    nein (20%)
–> Ich arbeite an einer Liste mit allen guten Locations (schreckliches Wort)

6.Wie häufig erwartet ihr neue Beiträge pro Woche?
2 mal die Woche (50%)     3-4 mal die Woche (50%)
–> Je nach Laune suche ich die goldene Mitte.

7. Über welches Thema wollt ihr mehr lesen: Politik/Sport/Musik regional/Musik-gesamt/Internet/Streetart/Nachtleben
Politik(40%) Sport(10%) Musik-regional (50%) Musik-gesamt (50%) Internet(20%) Streetart(20%) Nachtleben (50%)
–> Musik-gesamt wird mehr werden, der Rest bleibt so. Bei Musik-regional bin ich einfach auf gute Konzerte angewiesen!

8.Sonstige Vorschläge
Da habt ihr euch kräftig zurückgehalten.

Vielen Dank!

Volksentscheide haben keinen Sinn in einer gesunden Demokratie

Letzten Sonntag hat Hamburgs Bevölkerung über das Prestigeprojekt der Schwarz-Grünen Regierung um Ole von Beust abgestimmt: Die Primarschule. Im Grunde würde die Reform eine Verlängerung der Grundschulzeit auf 6 Jahre bedeuten. Das hätte größere Chancen für Kinder aus armen Schichten zum Vorteil.

Doch Hamburgs Elite hat immens gegen diese Änderung Stimmung gemacht und war am Ende erfolgreich – “das Volk” hat sich gegen die Primarschule entschieden. Damit hat die Hansestadt die Chance vertan, einen großen Schritt zur Bildungsgleichheit zu tun.


Ironische Plakate gegen die Bildungselite – besonders gelungen “Herkunft muss sich wieder lohnen”

Die Starken in Hamburgs Bürgerschaft sahen in der Reform eine Gefahr für ihre eigenen Kinder, die ja den Stand einmal halten sollen und wenn dann womöglich intelligentere Kinder aus ärmeren Schichten – oder gar mit Migrationshintergrund – die selben Möglichkeiten haben, nehmen die ihnen ja die Plätze weg.

Schade ist, dass die Eltern der profitierenden Kinder nicht zur Wahl erschienen sind. Es fehlt einigen sicher auch an der Bildung, die Situation zu überblicken und genauso wird es ihren Kindern gehen.

Damit ihr mich richtig versteht: Ich bin gegen die Gesamtschule, doch für ein soziales Bildungssystem muss es in Deutschland eine rigorose Reform geben. Zuerst müssen diese Änderungen nationale – womöglich europäische – Standards zum Ziel haben. Wir können uns ja dabei an den starken Skandinavischen Ländern orientieren. Außerdem muss Bildung (dazu zähle ich auch das Erststudium) kostenlos und für jeden verfügbar sein. Durch eine Primarschule bis zur 6. Klasse würde man die Aufteilung in verschiedene Leistungsstärken auf einen gerechteren Zeitpunkt verlagern. Denn nach 6 Jahren Schule können auch Kinder aus ungebildeteren Bevölkerungsteilen aufholen und ihr Potential nutzen.

Desweiteren fordere ich eine strenge Beibehaltung des aktuellen 3 Schulen-Systems. Dank M-Zug, FOS und BOS können Nachzügler dann auch weiterhin bis zur höchsten Bildungsreife kommen.

Reformen wie diese können aber nur von einer Regierung durchgesetzt werden, die nicht auf ausschließlich populistische Entscheidungen angewiesen ist. Die Bayerische Regierung (speziell Horst Seehofer und die CSU) hat sich beim Thema Rauchverbot mit ihrem Volksentscheid blamiert. So setzte sich der heutige Ministerpräsident vor einigen Jahren für den strengen Nichtraucherschutz ein, lockerte ihn aber wieder, als er Landesvater wurde. Jetzt hat das Volk entschieden – am schlechten Abschneiden der CSU bei der Landtagswahl war nicht das Rauchverbot schuld!