Wenn du das geschafft hast, kannst du das Leben genießen!
Nach 9 Monaten vollkommener Stille und Entspannung beginnt jedes menschliche Leben mit dem ersten Stress. Eine nervöse Hebame schlägt einem auf den Rücken, ein Weichei, das sich Vater schimpft, freut sich über die gar so schöne Situation und dann wird man in die Arme einer unglaublich verschwitzten Frau gelegt.
Es folgen 6 Jahre als König der Welt, jeder bewundert einen und man lebt nahezu sorgenfrei, weil man das Gesprochene sowieso nicht versteht. Aber kaum kann man lesen und schreiben, hört man das erste Mal: Du musst dich jetzt anstrengen, dann kannst du endlich aufs Gymnasium!
Dieser Satz ändert sich in den folgenden Lebensabschnitten nur geringfügig. Jetzt musst du dich anstrengen, aber wenn du ein gutes Abitur schreibst – dann hast du es geschafft! Im Studium musst du dich anstrengen, denn mit einem guten Hochschulabschluss kannst du endlich in der Arbeit alles tun, um nach oben zu kommen. Dann kannst du das Leben schon fast genießen, jetzt musst du nur noch Geld für die Rente sparen.
In der wohlverdienten Altersruhe kann man dann sein ganzes Geld für ein Altersheim ausgeben und – rückblickend auf ein glückliches Leben – sterben. Finde den Fehler.
Inspiration kam von einer der besten Fernsehwerbungen:
tausend dank für diesen werbespot, den merk ich mir;D
und der text ist auch so zutreffend, leider.
erinnert mich an den text “über götz von berlichingen” von lenz. wenns dich interessiert, kannst dus ja mal googlen.
Die Ähnlichkeit war nicht beabsichtigt – ich kannte nicht einmal den Text von Goethe. Bildungsdepp halt
zu jung, zu sorglos, zu selbstbewusst, zu glücklich, zu beschäftigt, zu besorgt, zu alt – zu spät. Das Leben ist kurz. Und läuft ab wie ein Film. Gott kommt bei Vielen leider nur als Sonntagsgott drin vor – das ist meiner Meinung nach der Fehler, denn er kann viel mehr geben.
Für mich gibt es keinen Gott, denn ich will jetzt leben für mich und wegen mir für die Menschen und nicht für etwas – dessen Existenz ich mir nicht vorstellen kann.
Das heißt aber nicht, dass ich irgendjemand den Glauben verbieten will, solange er/sie ihn für Nächstenliebe einsetzt und andere Menschen nicht überzeugen will.
Wieso soll ich nicht im Jetzt leben können, wenn ich an Gott glaube? Man kann sich vieles nicht vorstellen, das trotzdem existiert.