Man stelle sich vor, man geht durchs Internet – jeder Link eine Tür zu etwas Neuem.

Meine Wanderung beginnt bei google, zuerst einmal in ein soziales Netzwerk. So gelange ich mit kurzem Umweg nach Kalifornien zu den Servern von Google – wo alle meine Daten gespeichert werden – zu den 800 000 Treffen für “Lokalisten”. Nach Eingabe des Passworts zeigt sich das Netzwerk nicht gerade sozial, keine neuen Nachrichten außer, dass mal wieder ein Kind an Kopfläusen stirbt, wenn ich die Mail nicht weiterleite! Weiß igendjemand, wem solche Nachrichten etwas bringen?
Wenigstens ein PopUp! Woohoo eine gut operierte Blondine (evtl. war es einmal ein Mann) will mit mir kojetieren, einfach weil sie gerade so geil ist. Aus Solidarität für die – natürlich aus meiner Region stammende – Profesionelle, klicke ich auf den Link, Verzeihung, gehe ich durch die Tür koste es, was es wolle! Eine neue Codeansammlung präsentiert sich mir. Ich werde gefragt, ob ich 18 bin und das beantworte ich pflichtbewusst mit “No”.
Leider fliegt der Schwindel auf, wenn mich jemand fragt, was dann passiert – das weiß doch keiner oder? Nach dem Klick auf “Yes” sehe ich eine Seite so schillernd wie die Gosse bei einer Sonnenfinsterniss.
Es ist aber einfach wie bei einem Unfall, man muss hinschauen. Und so bekomme ich zig alte Weiber in mein Blickfeld, die alle Dinge tun, bei denen ich denke – warum hab ich nicht “No” gedrückt. Was mir trotz dieser Abschreckbilder gegen Geschlechtsverkehr – wie für Zigarettenschachteln geplant – aufgefallen ist, ist das Wort MILF.
Also, Englisch-Deutsch Übersetzung = kein Ergebnis. Also gab ichs bei google ein, da wird der Ex-Stasi-Mann, der die Daten prüft, aber schauen. Es bedeutet nämlich: Mother I´d like to … AH?! Ich brauch was A-Sexuelles und schau mir “Beat it” von Michael Jackson an.
Diesen Tiefpunkt versuche ich durch eine Nachrichtenseite wieder auszugleichen – nach einem Link Türen-Dschungel lande ich auf Bild.de und lese eine Überschrift “Mann beim Weitspucken 8 Meter in die Tiefe gestürzt”.
Ich hoffe, ihr habt jetzt den Glauben an das Gute nicht verloren.