Was bedeutet eigentlich: Chatroulette

22 02 2010

Ein Internettrend, über den man zum ersten Mal im Fernsehen hört, ist ziemlich selten – bei chatroulette war es aber so. Die Plattform wurde im November 2009 von einem 17-Jährigen Russen gestartet und geistert seitdem durch die Medien. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man geht auf die Seite , schaut noch schnell, ob die Webcam funktioniert, und klickt dann auf “play”. Sofort wird man mit irgendjemand auf der Welt verbunden und sieht sein Webcam-Bild, gefällt das Gesehene nicht, kann man mit “next” zu einem anderen Chatpartner wechseln – meist sind über 20000 online.

Soviel zur Theorie, die Praxis aber ist viel brutaler. Wenn man sich einklinkt und mit der Webcam ganz normal sein Gesicht zeigt, wird man zuerst einmal mindestens 50 Mal von gelangweilt blickenden Männer(gruppen), ornanierenden Perversen und Schildern mit “I wanna see Boobs” weggeklickt. Ihr seht schon, für Kinder und nicht internetabgehärtete User ist das Ganze nichts.

Wer dennoch dabei bleibt, der trifft irgendwann Leute aus der ganzen Welt und kann sich mit ihnen austauschen. Mädchen findet man grundsätzlich deutlich weniger als Jungen, wenn man dann doch welche findet, kann man sie in 2 Gruppen aufteilen: Die einen bleiben da (der Anteil ist viel größer als bei männlichen Usern) und die anderen wollte Genitalien o.ä. sehen – in manchen Fällen nackt.

Wen das alles immer noch nicht abgeschreckt hat, dem kann ich jetzt von meinen guten Erfahrungen erzählen. Ich habe einen italienischen Maler getroffen, der mir seine Kunst gezeigt hat, zwei Jungs aus Australien, mit denen ich über das Wetter geredet hat, ein Mädchen aus New York, von dem ich mehr begeistert war, als sie von mir, zwei Typen aus Istanbul, die mir erklärten, wo ich im Urlaub hinfahren sollte, eine junge Frau aus Litauen, der ich zu jung war – was auch immer sie wollte, eine Asiatin aus Singapur, einen jungen Mann aus Holland und last but not least 3 hübsche Brasilianerinnen die Küsse von mir wollten – was schwierig war, weil meine ganze Familie mir zusah.

Das war die wohl längste Aufzählung ever auf Jostykowsbest! Mit den hübschen Mädchen aus Rio habe ich dann auch den Skype-Namen ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben. Denn das geht bei Chatroulette nicht – man wird wohl nie zweimal mit dem selben chatten.

Wenn jemand sich traut und ein bisschen Geduld mitbringt, dann kann man mit netten Leuten auf der ganzen Welt chatten. Das hat mich zu der Idee gebracht, eine neue Jostyknowsbest-Reihe zu starten. Interviews all over the world – sobald ich mir ein paar Fragen ausgedacht habe, werde ich die mir zugeschickten e-mail-Adressen einmal vollspamen.



Steuer gegen Armut

21 02 2010

Nach Google suchen die Deutschen am meisten in Youtube – auch Josty, und so bin ich auf folgendes Video gestoßen.

Leider funktioniert der beworbene Link im Moment nicht – am besten ihr versucht es hier für mehr Informationen. Bei der so genannten Tobin-Steuer handelt es sich um eine Steuer, die zu Deutsch mit dem Horrornamen Finanztransaktionssteuer belastet ist.

Einen Vorteil hat dieses Silbengespenst aber dennoch, es erklärt im Grunde, um was es geht. Der Finanzmarkt soll durch eine Steuer von 0,01-0,1 Prozent auf jedes Geschäft reguliert werden. Bevor ihr jetzt denkt: So wenig?! Man zahlt auf jede Windel schließlich das 190 bis 1900 Fache, so wenig ist extrem viel, in Deutschland wären es ungefähr 30 Mrd pro Jahr. Den Bänkern und Finanzdienstleistern ist das aber immer noch zu viel.

Die Argumente dafür dürften klar sei, wobei auch nicht von der Hand zu weisen ist, dass mit der Tobin-Steuer die Finanzkrise nicht zu vermeiden gewesen wäre. Bei den Gegenargumenten wird immer zuerst aufgezählt, dass die Finanzhaie dann abwandern würden. Das mag in einem gewissen Ausmaß wahr sein, es ist aber nicht so schlimm wie oft prophezeit wird, denn in Großbritanien gibt es eine solche Steuer – auch wenn diese dort zu lasch durchgesetzt wird.

Die Lösung, um solchen Problemen vorzubeugen, wäre mit Sicherheit eine globale. Diese wird von Kritikern als Utopie abgetan. Utopien können aber auch fortschrittlich sein – im 19. Jahrhundert waren Sozialversicherungen schließlich auch noch eine Utopie. Ich finde, man muss etwas wagen und versuchen, solche Utopien durchzusetzen.



Die Unverhältnismäßigkeit des Pilotenstreiks

20 02 2010

In Deutschland ist Pilot einer der meist angesehensten Berufe überhaupt, wer dann auch noch bei der Lufthansa arbeitet, hat es wirklich geschafft. Natürlich ist die Pilotenausbildung extrem teuer und es kommen mindestens Kosten von 60000€ auf die Flugschüler zu – eine Summe, die meistens nur durch einen Kredit gestemmt werden kann.


Ab Montag ein seltenes Bild

Ist die Ausbildung dann aber beendet und die künftigen Piloten finden eine Festanstellung bei der Lufthansa, haben sie fast schon ausgesorgt. Ein Einstiegsgehalt von 60 000€ im Jahr spricht Bände.

Obwohl sie damit wohl eine der Luxusarbeitsstellen schlechthin haben, wollen die Piloten der Kranich-Airline ab Montag streiken. Ziel ist ein Kündigungsschutz der betriebsbedingte Kündigungen praktisch ausschließt, außerdem wollen sie auch noch mehr Mitbestimmungsrecht in der Firma.

Wenn man sich dann auch noch die Zusatzleistungen (billige Flüge und etliche Sozialleistungen) ansieht, dann fragt man sich schon, wie weit die Gewerkschaft Cockpit eigentlich schon von der Realität entfernt ist. Momentan prüft die Lufthansa eine einstweilige Verfügung gegen den Streik. Als Fluggast kann man nur hoffen, dass diese durchkommt.

Sowohl die Vereinigung Cockpit als auch ich sehen darin eine Pilotentscheidung – das Wortspiel ist ein Zufall.



Was ist sozial?

18 02 2010

Um diese Frage angemessen beantworten zu können, bräuchte man genaue Analysen. Ich kann momentan nur meine eigene Meinung dazu schreiben.  Anlass ist natürlich der Angriff auf Arbeitslose durch unseren Vizekanzler – er hat auf sehr aufhetzende Weise versucht, die Wähler zurückzugewinnen. Und doch veranlasst er einem zum Nachdenken: Wie soll man das Problem lösen, dass es sich für manche Arbeitslose nicht lohnt zu arbeiten?


Doch nicht immer der Klügste?

Zuallererst muss man sagen, die meisten Arbeitslosen würden wahrscheinlich sogar zu dem selben Geld arbeiten, das sie als Hartz-4 Empfänger bekommen – erst, wenn es weniger wird, wird es wohl keiner machen. Die Perspektive aufzusteigen, sowohl im Beruf als auch sozial, ist möglicherweise sogar Kürzungen wert.

Dennoch kann das natürlich kein Zustand sein. Westerwelle möchte diese angebliche spätrömische Dekadenz durch Kürzungen im Arbeitslosengeld eindämmen. Wie lächerlich der Vorschlag ist, dürfte, glaube ich, allen klar sein. Und weil sich schwarz-gelb wohl kaum zu einem Mindestlohn durchringen werden können, sollte man wieder zu einer FDP Idee zurückkommen: Steuersenkungen.

Leider wollen die Liberalen aber fast ausschließlich Besser-Verdienende entlasten – die Leistungsträger. Die Lösung für eine größere Attraktivität von Arbeit statt Sozialhilfe ist aber das exakte Gegenteil. Der Freibeitrag gehört deutlichst erhöht.

Hier stellt sich dann aber das Problem, dass die Menschen das auch sehen. Es ist leider so – ein großer Anteil der Langzeitarbeitslosen hat nicht die beste Bildung und deshalb bräuchte es neben der Gesetzänderung auch eine große Medienkampagne, die darauf aufmerksam macht.

Was ist also sozial? Der Guido erklärt es uns im März in einer Grundsatzdebatte und ich bin schon gespannt.



Steuerhinterziehung wird belohnt

16 02 2010

Soll man eine illegal erworbene Informationen kaufen? Ausnahmsweise stimme ich mit Frau Merkels Meinung ueberein, auch ich hätte die SteuerCD gekauft. Denn wenn heute eine solche CD ins Finazamt eingeworfen wird, dann werden die Informationen verfolgt. Warum sollte man also nicht dafür bezahlen?

Ich will mich aber mit dieser so viel disskutierten Frage beschäftigen. Viel mehr geht es mir darum, dass es sich lohnt Steuern zu hinterziehen sogar wenn man sich selbst anzeigt sobald es einem zu heiß wird. Denn wenn man sich selbst anzeigt muss man nur die hinterzogenen Steuern zurückzahlen, die Zinsen darf man dann immerhin behalten.

Das ist schon extrem, es geht aber noch schlimmer. In Italien preist sich Berlusconi mit extrem hohen Steuerrückzahlungen in Millionenhöhe selbst an. Lächerlich wird es erst wenn man sich die Steuerpolitik des Mafioso genauer ansieht. So muss der Steuersünder nur Abgaben in der Höhe von 2-7 Prozent anstatt 30 Prozent zuückzahlen.

Wenn das so ist dann würde ich natürlich auch keine Steuern mehr bezahlen. Wie man das in Deutschland in Zukunft handhabt wird sicher interssant. Für mich sollte die Behörde, die Steuersünder verfolgen, deutlich vergrößert werden. Es ist soweit ich weiß die einzige Behörde die Geld erwirtschaft anstatt welches zu kosten. Doch die aktuelle Regierung wird wohl kaum daran interessiert sein ihr eigenes Wählerklientel auszustechen. Und das unterstelle ich einfach besonders der FDP, das von allen Parteien am ehesten ihre Wähler Steuern hinterziehen.



Flickr – tolle Bilder für alle

14 02 2010

Zum Beginn des Jahres habe ich begonnen ausschließlich Bilder creative commons-Lizenz für Jostyknowsbest zu verwenden. Meine Lieblingsquelle ist flickr.com, deshalb will ich diese Seite hier vorstellen, denn die meisten Leute in meinem Freundeskreis wissen nichten genau was Flickr ist.

Übersetzt heißt flickr so viel wie “Durchblätterer” und wurde 2004 gestartet. Vier Jahre später wurde das 3 Milliardste Bild hochgeladen, momentan sind es nach eigenen Angaben 5000 neue Uploads pro Minute, die von einer Community bestehend aus 40 Millionen Usern.


Evtl sollte ich auch solche Buttons drucken

Im Grunde kann jeder User beliebig viele Bilder hochladen, allerdings ist das Vollumen auf 200mb im Monat begrenzt. Außerdem darf die Dateigröße nicht 10mb überschreiten. Die neusten 200 Bilder werden dann auf dem Profil angezeigt und können von aller Welt kommentiert werden. Beim Hochladen kann man sich dann auch für eine creative Commons Lizenz entscheiden.

Es gibt unendlich viele Dinge die ich gerne könnte, eine davon ist tolle Fotos machen. Leider kann ich werde ein schönes Motiv finden, noch die richtigen Einstellungen an der Kamera machen, geschweige denn das Bild dann zu bearbeiten. Trotzdem werde auch ich in Zukunft versuchen mehr Bilder selbst zu machen. Eine Reihe über Streetart und Graffiti in Landshut zum Beispiel wäre doch gut. Dafür muss es aber wieder Sommer werden damit ich mit der Vespa durch die starten fahren kann.

Wenn jemand von euch ein genialer Fotograf ist, dann kann er sich gerne melden. Denn eine Bilderreihe mit schönen Fotos wäre auch etwas für Josty knows best.



Song of the day: Pink Plastic Jesus – Sit and Smoke

13 02 2010

Nach den Volksvertretern und Bitch to the Bones, gibt es jetzt den 3. Song of the day (lokal) mit der kürzlich vorgestellten Band Pink Plastic Jesus. Die Jungs haben mir ihre CD mit fünf richtig guten Liedern gegeben, die ihr alle auch auf ihrer Myspace-Seite findet. Entschieden habe ich mich dann für Sit and Smoke.

Das Video ist wie schon bei Bitch to Bones, eine reine Aneinanderreihung von Bildern. Es geht auch mehr um die Musik und die ist richtig gut.



Das Volk protestiert – die Regierung folgt

11 02 2010

Nach viel Kritik der Internetgesellschaft an dem Internet-Zensur-Gesetz von Ursula von de Leyen rudert schwarz-gelb jetzt zurück. Ob es nun an den Massenprotesten oder an Horst Köhler lag, kann wohl keiner sagen. Fakt ist, dass mit dem jetzigen Entwurf “Löschungen statt sperren” genau der Vorschlag von den politisch aktiven Internetnutzern entspricht.


Hat der Protest jetzt doch gefruchtet?

Dieses Aufbegehren wurde auch durch die Internetpetitionen unterstützt. Immer mehr Leute starten solche Anträge und dazu  kommt eine wachsende Schicht an Leuten die sich mit dieser Form politisch engagieren wollen. So heißtes zwar immer, die heutige Jugend sei unpolitisch – trotzdem kommen die meisten Unterschriften von unter 30-Jährigen.

Ich sehe die aktuelle Regierung extrem kritisch, aufgrund dessen bin ich froh über die momentane Welle der Kritik. Union und FDP handeln gerne populistisch und da tun die aktuellen Umfragewerte natürlich besonders weh. Das Gegenrezept dafür sollen anscheinend Zugeständnisse sein. Grundsätzlich ist das auch gut so, damit is nicht ganz so schlimm wird.

Andererseits gewann schwarz-gelb die Wahl mit Steuersenkungen im Programm, gegen die heute die Mehrheit der Bevölkerung stimmt. Warum dieser Meinung erst nach der Wahl Kund getan wird, kann ich nicht zu einhundert Prozent beantworten. Die Grünen und die SPD können es wohl auch nicht.



Chucks – mehr als nur Schuhe

9 02 2010

1918 wurde der erste Chuck Taylor All Star produziert. Der Basketballspieler hat die Schuhe zusammen mit einigen Mitarbeitern von Converse entwickelt und sie dann auch als Erster getragen. Zu dieser Zeit waren die Schuhe eigentlich reine Sportschuhe, etwas Besonderes wurden sie erst in den 1950ern, als sie ein Zeichen der Rebellion der Jugend wurden.

Bis 2008 wurden eine Milliarde Paar Chucks verkauft, etwa die Hälfte außerhalb der USA. Ein Grund für diese immensen Verkaufszahlen sind sicher auch die vielen Stars die All Stars getragen haben, angefangen mit Elvis über Bad Religion bis zu etlichen Hip Hoppern.

Es gibt 3 verschiedene Arten der Schuhe: Flache Chucks (ungefähr wie Halbschuhe), hohe Chucks (die Klassiker) und extra hohe Chucks (mit doppelt so hohem Schaft). Ansonsten sind die weiße Gummikappe an der Spitze und der Leinenstoff genauso die klassischen Merkmale für Chuck Tayler All Stars wie der Aufnäher an der Seite.


Legenden sterben nie

Jemand, der Chucks trägt, will etwas damit zeigen. Die Schuhe sind laut dem Stern: “Hip, aber nicht zu hip, subversiv, aber nicht zu aufständisch, sie sind elitär, aber nicht arrogant, und sie sind vor allem wahnsinnig sympathisch.” Fest steht, dass sie sich seit mittlerweile 102 Jahren gegen sämtliche Modezwänge wehren und trotzdem immer im Trend liegen. Es könnte daran liegen, dass sie wie kein anderes Kleidungsstück mit der Musik in Verbindung gebrachten wurden, oder dass sie ihrem Stil treu bleiben. Genau begründen kann wohl niemand diesen Erfolg.

Für mich bleiben Chucks immer DIE Schuhe, was nicht heißt, dass sie die schönsten, die besten oder die angenehmsten sind. Trotzdem stehen sie für etwas – für die Jugend!



Wird das Internet zum neuen Fernsehen

7 02 2010

Zuallererst muss ich klarstellen; im folgenden Post geht es in keinster Weiße um technische Umsetzungen des Fernsehens im Internet und auch nicht um Youtube als neue Form des Fernsehens. Es geht um die einfache Frage: Ist oder wird das Netz so flach wie das heutige deutsche Fernsehen.

Die Sendungen, welche man neben einnigen Spielfilmen sehen kann sind schnell aufgezählt. Extra 3, die Simpsons, Scrubs – eigentlich beide lieber auf Englisch -, einige Disskusionsrunden im Öffentlich-Rechtlichen (dabei sind aber die Gäste ausschlaggebend) und GoTV zum Musik hören. Es kann natürlich gut sein, dass ich die eine odere andere lokale Perle auf einem 3. Programm vergessen habe. Ebenso sind die Nachrichten meist einer der wenigen Gründe für Rundfunkgebühren.

Auch ein Vorschlag – aber erst nach der WM =)

Jetzt hoffe ich mal, ihr denkt nicht: Das recht doch?! Schnappt euch die Fernsehzeitung und markiert eine Woche lang die genannten Sendungen – wegen mir auch noch interessante Sportsendungen – ihr werdet feststellen, unser TV ist zu 95% unter aller Sau.

Das Fernsehen ist aber auf dem absteigenden Ast. So fuck the past, lets watch the future: The Internet. Und da sehe ich steigende Zugriffszahlen auf Websiten wie RTL, Bild und Pro7. Die Unterschichtsmedien – inhaltstechnisch – für die intellektuell ungebildete Mittelschicht. Ich will nicht sagen, dass i-net war zuvor ein reiner Quell der Weißheit, doch es könnte einer werden.

Rückführend kann ich die zu Anfang gestellte Frage recht leicht beantworten. Das Netz kann so flach werden wie das Fernsehen, muss es aber nicht. Entscheidend ist wer den Wettstreit in den vielen kleinen Dissputen gewinnt: Zeit vs. Bild, Politblogs vs. Klatschblogs, Argumentation vs. Populismus, Spiegel vs. Bild… Lasst euch nicht verblöden!