Wenn Bürger den Fortschritt behindern
Gestern sah ich im ZDF eine kritische Reportage über das Wachstum von Widerstandsbewegungen aus dem Bürgertum. Wegen der aktuellen Diskussion über Stuttgart 21 scheint es so, als sei jetzt jede Zeitung und jeder Sender verpflichtet, über dieses Thema zu informieren. In dem Bericht wurde eine Gastronomin, die sich gegen neue Hochspannungsmasten wehrt, und eine Bürgerinitiative, die gegen eines der modernsten Kohlekraftwerke der Welt kämpft, gezeigt.
Zwei Projekte, die wir für die Einhaltung der Klimaziele dringend brauchen. Die Atomkraftbefürworter unter euch werden mich jetzt rügen, weil ich für die sofortige Abschaltung von Isar I – das direkt vor meiner Haustür ist – eintrete. Doch, kann ich entgegenbringen: Ich bin für ein zeitlich unbegrenztes Zwischenlagern beim Atomkraftwerk – bezahlt von e.on. Somit entzieht sich unsere Region nicht der Verantwortung.
Ein besonderes Problem sehe ich, wenn sich, wie in den genannten Fällen, viele Gedanken um einen schonenden Umgang mit der Bevölkerung gemacht wurden. Wegen mir dürfte man gerne vor meinem Heimatdorf eine – wenn auch nicht schöne – Hochspannungstrasse errichten, wenn diese für den dringend benötigten Ausbau des Stromnetzes benötigt wird. Denn durch eine solche Stromtrasse entstehen keinerlei gesundheitliche Probleme für die Bevölkerung.

Hochspannungsnetz in Deutschland – Quelle: weltonline
Bei dem geplanten Kohlekraftwerk würde e.on sogar das schmutzige Kraftwerk direkt daneben schließen. Ein Vorteil für die Anwohner, doch die wollen auch das nicht.
Die Neustrukturierung der Energieversorgung ist das entscheidende Thema in den kommenden Jahren. Aus diesem Grund darf man angebliche “landschaftsverschändelnde” Projekte, wie Stromtrasse, Windkraftparks, Biogasanlagen und vieles mehr nicht blockieren! Sonst haben wir bald keine bewohnbare Landschaft mehr, welche es vor angeblicher Verschandelung zu schützen gilt.


