Der Stehkragen ist ein Privileg
6 09 2010Es ist eine Schande! Heutzutage werden doch tatsächlich in Proletenläden wie H&M Poloshirts und gut geschnittene Hemden für nur wenige Euros verkauft. René Lacoste würde sich im Grab umdrehen, weil das Arbeitervolk auch noch die Arroganz besitzt, die Krägen dieser Hemden und Shirts aufzustellen.
Nach – wenn auch zu geringen – Studiengebühren muss die Regierung nun endlich mehr für die Elitebildung tun. Mein Vorschlag ist eine Erhöhung der Gebühren für Hochschulen auf 1000€ pro Monat, damit wir endlich unter uns bleiben. Außerdem könnte man den Stehkragen als offizielles Erkennungszeichen für die Oberschicht nutzen.
Das hätte zur Folge, dass Unsereins seine Vorteile – beispielsweise an der Discotür – auch ohne das Zücken der schwarzen Kreditkarte nutzen könnte. Wir wollen schließlich den Reichtum unserer Eltern wieder zeigen dürfen. Deren Arbeit muss sich für uns wieder lohnen!
Vor Kurzem habe ich bei meiner täglichen Lektüre, der Bildzeitung, gelesen, dass die roten Störenfriede eine Reichensteuer einführen wollen! Da lacht jemand mit meinem Bildungsstand natürlich – wir, die oberen 10´000 – haben unser Geld doch schon lange nicht mehr in der Republik.
Am Ende will ich allen Nichtreichen einen Rat geben: Ihr könnt schon aufsteigen, bis ihr mir den Rolls Royce baut oder fahrt, aber wenn sich noch mehr von euerem Pack traut, sich über die Elite lustig zu machen, ist es gleich vorbei mit dem Demokratie-Ding! Denn eure Armut kotzt mich an!
Das war Ironie
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