In der “Neon” steht ein Artikel, der treffender nicht sein könnte. Unter dem Titel “Relax-Terror” fordert Barbara Höfler ihre Leser zum Aktiv-Werden gegen den “Entspannungswahn” auf. So, genug Anführungszeichen, denn die gute Frau trifft auch ziemlich exakt meine Meinung zu diesem unterkommentierten Thema.

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Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es früher besser war, doch mittlerweile scheinen sich große Teile der Gesellschaft so um ihre Entspannung abzumühen, dass sie im Wellnessstress das soziale Leben an sich vorbeischießen sehen müssen! Oder etwa nicht? Ist es das Ziel der abendlichen Freizeitgestaltung Musik von Jack Jonson zu hören, ein Entspannungsbad zu nehmen und danach auf dem Relax-Sitzkissen in Facebook mit anderen Chillern – ein Unwort für sich – ganz gemütlich zu entspannen?
Ah, Jungs und Mädels, ich abeite auch in der Industrie – einen körperlich anstrengenden Job mit frühem Aufstehen und so weiter, aber am Wochenende ist es doch meine heilige Pflicht als junger Erwachsener Spaß mit Gleichaltrigen zum haben! Im Real Life, ganz in echt und so. Das soll beim besten Willen kein Hetzkommentar gegen Social-Networks sein, was von einem Facebook-Süchtigen auch eine übertriebene Form des Sarkasmus wäre, aber mit unseren Smartphones bewegen wir uns doch eh schon ständig unbewusst im virtuellen Spiegelbild unseres Freundeskreises, da sollten wir die begrenzte Zeit doch bewusst nutzen.
Hinzu kommt die Frage, ob fernsehen auf der Couch mit dem Laptop auf dem Schoß wirklich so viel gemütlicher ist als ein Bierchen mit den Kumpels beim Vierer-Watt oder ein Vino mit einer, oder mehreren hübschen Damen in der stylischen In-Kneipe. Denn Kartenspielen ist nicht nur graphisch sämtlichen PC-Spielen überlegen und auch wenn die Mädchen in echt nicht so perfekt beleuchtet sind wie beim Profilbild in Facebook, so ziehen sie wenigstens keine Schnute. (Anhänger von Anti-Duckface.com)
Ein Sonderfall gilt natürlich für Pärchen. Die frisch verliebten unter euch dürfen stundenlang auf der Couch liegen, doch wer sich nichts mehr zu erzählen hat oder nur noch in den dummen Kasten schaut, der muss raus und zwar schnell. Leute treffen, auf Konzerte gehen oder wenigstens an den nächsten Badesee – dann wirds auch eine Sternchennacht.
So und jetzt wird es Abend und ich darf meine eigenen heiligen Regeln nicht brechen, von daher – hört verdammt nochmal endlich auf zu chillen!