Den Umgang mit Medien lernen

14 08 2010

Ein kürzlich veröffentlichter Artikel des Spiegels hat mich schockiert. Weniger, weil ich etwas Neues erfahren habe, als viel mehr wegen der Bestätigung einer Vermutung. Unter dem Titel “Generation Null Blog” machte mir der Autor endgültig klar, wie wenig sich unsere Generation mit dem Medium Internet auseinandersetzt.

Nun ist aber zur politischen Meinungsbildung unbedingt ein gutes Verständnis – vor allem für die neuen – Medien nötig. Stattdessen kennen und nutzen fast alle Jugendliche nur wenige und immergleiche Netzangebote. Das soziale Netzwerk ihrer Wahl, Youtube, vielleicht noch ein Spiel und einen E-mail Dienst. Doch sogar Seiten wie Wikipedia oder Recherchen in den Suchmaschinen werden nur genutzt, wenn es von der Schule angeordnet wird.

Aber auch bei Erwachsenen sieht es nicht viel besser aus. Auch sie verkennen die Chancen des Webs als Nachrichtenmedium. Die Vorteile an Bequemlichkeit können zwar heute die allermeisten unter 50-Jährigen nutzen (Onlinebanking, Urlaub buchen und Online einkaufen); Wenn man dann fragt, was ein Weblog ist, sind die meisten aber schon hoffnungslos überfordert.

Viele neue Zeichen in der Medienwelt

Von Zeitungen – welche das Internet selbst noch nicht richtig zu nutzen weiß – wird dann nur all zu häufig gefordert, “Medien” in der Schule durchzunehmen. Dafür wären aber Nachschulungen von fast allen Lehrern notwendig. Denn heute kann man nicht mehr von Medienkompetenz sprechen, nur weil man seit Jahren eine überregionale Zeitung abonniert hat.

Auf Jostyknowsbest soll deshalb eine Artikelreihe versuchen den Umgang mit – speziell den neuen – Medien zu erklären. Fragen und Anregungen schreibt ihr mir bitte, wie immer in Kommentarform.



Spiegel – Studenten Abo

22 04 2010

Der Spiegel ist abonniert, nachdem wir jetzt seit einiger Zeit den Stern haben. Jetzt probiere ich 3 Monate lang den Klassiker unter den deutschen Politmagazinen aus. Noch kann ich nur wenig über die Qualität der Zeitschrift sagen.

Stattdessen will ich euch auf ein tolles Angebot aufmerksam machen. Für Schüler und Studenten gibt es 12 Wochen lang den Spiegel, UniSpiegel, KulturSpiegel und jeden Samstag ab 22 Uhr den Spiegel als E-Book. Das Alles gibt es für 20€. Wenn man die Sonderausgaben nicht mitzählt, sind das 65 cent pro Heft!

Beachten muss man jedoch, dass man das Abonnement nach Eintreffen der 10. Ausgabe kündigt. Für das Abschließen dieses Mini-Abos bekommt man auch noch ein kleines Geschenk (z.b. USB-Stick 2 Gb). Das Alles ist für mich ein mehr als faires Angebot



Soll das ein Witz sein? Laut RTL ist jeder Muslime ein potentieller Terrorist

29 03 2010

Beim Durchzappen bin ich über RTL gestolpert. Dort kam gerade ein Bericht über die Anschläge in Moskau. Zu dem Zeitpunkt sprach der Moderator gerade mit dem  Russland-Korrespondenten Peter Leontjew. Dieser sagte: Man kann die Terroristen schon Verfolgen, aber es gibt 14 Millionen Muslime in Russland.

Leider hat RTL dieses Interview nicht auf ihrer Internetseite. Ihr müsst es mir also glauben – oder nicht.


Mein RTL…



The Simpsons – only English!

27 03 2010

Die Zeichentrickserie wurde vor über 20 Jahren von Matt Groening erschaffen. Mit mittlerweile 456 Folgen in 21 Staffeln sind die Simpsons die bekannteste gezeichnete Familie. Wie großartig die Simpsons sind, will ich in diesem Beitrag gar nicht zu beschreiben wagen. Da müsste man bei Homers “D´oh!” (in der deutschen Version “Neinn!”) anfangen und ist bei Ralph Wiggum noch lange nicht am Ende.


Simpsons feat. Streetart – besser gehts nicht

Stattdessen will ich euch eine Möglichkeit zeigen, wie man die neusten Simpsons Folgen auf Englisch anschauen kann. Dabei hört man auch die fantastischen Stimmen der Orginalserie.

Ob diese Möglichkeit legal ist, lässt sich momentan nicht einwandfrei klären. Es ist ähnlich wie bei kino.to. Und deshalb möchte ich noch einmal betonen, dass ich für alle Links auf Jostyknowsbest keinerlei Haftung übernehmen kann und möchte.

Solche Seiten sind wegen der nicht geklärten Rechtslage immer sehr kurzlebig – wenn eine Seite geschlossen wird, sucht man am besten in google nach neuen Möglichkeiten. Und wenn ihr die Folgen dann auch noch auf Englisch anschaut, dann hat Josty seinen Bildungsauftrag auch erfüllt.



So a Saustoi – Lerchenberg tritt zurück

6 03 2010

Der nächste Rücktritt, den ich nicht verstehen kann und will! Michael Lerchenberg, der dieses Jahr den Barnabas bei der jährlichen Fastnachtpredikt am Nockherberg spielte, ist nach heftiger Kritik gestern zurückgetreten. Das Derblecken war dieses Jahr wieder politischer als die letzten Jahre.


Schade, der Nächste tritt unötig zurück und man muss sich fragen, warum unsere Medien so sind, wie sie sind!

Aber warum ist er jetzt zurückgetreten? Grund dafür war hauptsächlich der Ausschnitt von Minute 3-4 in diesem Video. Der größte Aufschrei – über diese Anspielung auf das Schild “Arbeit macht frei” – kam vom Zentralrat der Juden. Wie immer, wenn irgendjemand etwas über das Dritte Reich sagt. Ich bin alles andere als judenfeindlich und einer der wenigen Linken, welche Israel im Recht sehen und dennoch bin ich der Meinung, dass es nicht viele Vereine gibt, die noch lächerlicher sind, als der Zentralrat der Juden in Deutschland!

Aber hier in Deutschland kann man sich ja nicht über die Nazivergangenheit unterhalten. Das hat mir auf Josty knows best auch schon eine Kommentatorin bewiesen. Unfreiwillig komisch ist dann, dass sich der Herr Westerwelle (wurde beim Derblecken sicher alles andere als geschont) über die Anspielung auf “Arbeit macht frei” gar so künstlich empört zeigte. Lustig ist, wenn man bedenkt, dass er in jedem Interview zu Zeit skalliert: “Man muss doch noch sagen dürfen”.

Neben dieser Aussage wurde Lerchenberg von Horst Seehofer vor allem vorgeworfen, die bayerische Polizei kritisiert zu haben. Dabei hat Bruder Barnabas sich darüber aufgeregt, dass bei 2 Amokläufen nach der Feuerwehr erst die Polizei am Ort des Geschehens war.

Desweiteren hat er den Mord die Tötung eines Regensburger Studenten angesprochen. Dabei verglich er die Polizisten – welche dem Mann unter anderem 3 Mal in den Rücken geschossen haben – mit Wilderern. Da bleibt einem natürlich das Lachen weg, und das liegt nicht an einer angeblichen Geschmackslosigkeit von Herrn Lerchenberg.

Schlussendlich verstehe ich Michael Lerchenberg, wenn er jetzt sagt (hat er nicht): Ach leckts mi doch am Arsch. Weil Paulaner hinter den Kritiker steht und man gar nichts mehr kritisieren darf, ist es nur konsequent, wieder zurückzutreten.



Islands Gesetzentwurf – eine Chance für den Journalismus

28 02 2010

Island und Wikileaks, das ist die Liebesgeschichte der Finanzkrise. Dank dem „Geheimnissflüsterer“-Netzwerk wurde nämlich in dem EU-Land ein nie dar gewesener Skandal aufgedeckt. Isländische Bänker haben durch nicht für möglich gehaltenes Kalkül ihr eigenes Land an den Rand des Staatsbankrott gebracht. Weil ein Beitrag über diesen Skandal nicht gezeigt werden durfte wurde in den isländischen Nachrichten minutenlang eine URL gezeigt:

www.wikileaks.org

Seitdem ist das ganze Land begeistert von investigativen Journalismus, ja es scheint sich sogar verpflichtet diesen gesetzlich zu schützen. In Kürze wird entschieden ob ein Gesetzentwurf dafür durch kommt – die Chancen stehen gut. Der Gesetzesvorschlag ist eine Mischung aus den Schutzparagraphen für Quellen im Schwedischen Recht und Pressefreiheitsregelungen aus der ganzen Welt.


Vorreiterrolle des Nordischen Landes

International hilft diese Regelung dem investigativen Journalismus weltweit genauso wie die Finanzregelungen in der Schweiz den Bänkern. Das funktioniert mit Servern auf Island. Wieviel das Ganze dann wirklich bedeutet, auch für Blogger – besonders in Ländern mit ungenügender Pressefreiheit.

Kritik kommt dabei vor allem von Lobbyisten – die natürlichen Feinde der Quellen. Daneben melden manche Zweifel an, weil sie befürchten die neue Pressefreiheit könnte Lügner schützen. Diese Leute sind scheinbar dazu berufen an jeder Idee einen Nachteil zu finden. Man sollte jedoch wissen, das alles Gute Nachteile hat.

So ist der Vorschlag der IMMI (Icelandic Modern Media Initiative) eine Möglichkeit für den Jounalismus – der Königsweg ist es aber nicht. Dafür müsste es weltweit eine UN-Charta zum besseren Schutz der Medien geben.



Wird das Internet zum neuen Fernsehen

7 02 2010

Zuallererst muss ich klarstellen; im folgenden Post geht es in keinster Weiße um technische Umsetzungen des Fernsehens im Internet und auch nicht um Youtube als neue Form des Fernsehens. Es geht um die einfache Frage: Ist oder wird das Netz so flach wie das heutige deutsche Fernsehen.

Die Sendungen, welche man neben einnigen Spielfilmen sehen kann sind schnell aufgezählt. Extra 3, die Simpsons, Scrubs – eigentlich beide lieber auf Englisch -, einige Disskusionsrunden im Öffentlich-Rechtlichen (dabei sind aber die Gäste ausschlaggebend) und GoTV zum Musik hören. Es kann natürlich gut sein, dass ich die eine odere andere lokale Perle auf einem 3. Programm vergessen habe. Ebenso sind die Nachrichten meist einer der wenigen Gründe für Rundfunkgebühren.

Auch ein Vorschlag – aber erst nach der WM =)

Jetzt hoffe ich mal, ihr denkt nicht: Das recht doch?! Schnappt euch die Fernsehzeitung und markiert eine Woche lang die genannten Sendungen – wegen mir auch noch interessante Sportsendungen – ihr werdet feststellen, unser TV ist zu 95% unter aller Sau.

Das Fernsehen ist aber auf dem absteigenden Ast. So fuck the past, lets watch the future: The Internet. Und da sehe ich steigende Zugriffszahlen auf Websiten wie RTL, Bild und Pro7. Die Unterschichtsmedien – inhaltstechnisch – für die intellektuell ungebildete Mittelschicht. Ich will nicht sagen, dass i-net war zuvor ein reiner Quell der Weißheit, doch es könnte einer werden.

Rückführend kann ich die zu Anfang gestellte Frage recht leicht beantworten. Das Netz kann so flach werden wie das Fernsehen, muss es aber nicht. Entscheidend ist wer den Wettstreit in den vielen kleinen Dissputen gewinnt: Zeit vs. Bild, Politblogs vs. Klatschblogs, Argumentation vs. Populismus, Spiegel vs. Bild… Lasst euch nicht verblöden!



Extra 3 – die einzige Satiresendung

25 01 2010

Nennt mich Reich-Ranitzki, aber das deutsche Fernsehen ist eine Katasrophe. Der aktuelle Extra 3 Moderator, Tobias Schlegl, hat das in einem Interview so gesagt: “Ich hab Extra 3 immer gerne geguckt, weil das war eine der einzigen Sendungen neben den Simpsons die man anschauen konnte” .Das sehe ich – mit wenigen Ausnahmen z.b. im BR oder Spielfilmen ähnlich.

Die Idee zur 1976 zum ersten Mal gezeigte Sendung kam von Dieter Kronzucker. Leider hat das Programm einen extrem schlechten Sendeplatz für Frühaufsteher – jeden Donnerstag um 23:15 Uhr (seit neuestem auch jeden Sonntag um 22:30 Uhr). Aufgebaut ist Extra 3 aus vielen Teilrubriken, die in der Form von kurzen Filmen gezeigt werden, diese werden vom oben gennanten Tobias Schlegl anmoderiert. Kurz wurde versucht Gäste aus der Politik einzubinden, dies wurde allerdings spätestens nach dem Interview mit dem Rechtspopulisten Roger Kusch eingestellt.

Die aktuellen Rubriken sind:

  • Schlegl in Aktion
  • Die Sendung mit Klaus
  • Johannes Schlüter
  • Neuste Nationale Nachrichten (NNN)
  • Dat geiht voor in Stapelmoor
  • Abgehakt
  • Dennis
  • Die deutsche Durchschnittsfamilie
  • Die Puschel
  • Jasmin

Eine weitere Besonderheit an Extra 3 ist die Bindung mit dem Intedrnet. Laut Kai Pflaume sollten es mehr so machen wie die Leute von der Satiresendung. Die geben nämlich jede Sendung zum kostenfreien Download frei. Außerdem zeigen sie etliche Ausschnitte Online-Videos an. Dadurch machen sie die späten Sendezeiten wett.



Polaroid – sieht immer noch toll aus

23 01 2010

Schon immer war ich begeistert von Polaroid-Fotographie. Früher war das Gute an der Technik, dass man das geschossene Bild sofort sehen konnte. Heute geht das mit Digitalkameras einfach und billiger. Physische Fotos macht man heute dafür viel seltener. Auch der Retro-Stil ist jetzt wieder gefragt. Es sieht ja auch cool aus, wenn eine Wand mit – am besten beschriebenen- Polaroidfotos übersäht ist.

Trotz dieser Tatsachen hat die Firma Polaroid die Produktion von Sofortbildfilmen eingestellt. Jetzt will der Wiener Florian Kaps mit dem Impossible Projekt (alte Seite) die Filmproduktion wieder aufnehmen. Nach dem Ende von Polaroid hat Kaps sämtliche Restbestände aufgekauft, die er seitdem im Internet vertreibt. Vor kurzem stellte er mit seinem Team aus 12 ehemaligen Polaroid-Mitarbeitern zum ersten Mal wieder Filme aus noch vorhandenen Materialien her. Kaps hat nämlich nicht nur die Restbestände, sondern auch 12 alte Maschinen gekauft. Davon wird nur eine genutzt, die anderen dienen als Ersatzteillager.

Das eigentliche Ziel ist es aber, eine neue Chemikalie zu finden, welche den aktuellen Umweltschutzbedingungen entspricht. Eine Solche soll angeblich bis Ende Februar fertiggestellt sein. Wie sich der Aufwand preislich auswirken wird und ob eine Massenfertigung möglich gemacht werden kann, ist aber noch nicht sichergestellt. Wenn dann nämlich ein Bild 50 cent oder mehr kostet, geht dem Polaroid natürlich das Freie verloren. Wer dann sagt bei 50-cent – ein etwas aus der Luft gegriffener Wert – kann man ein Spaß-Foto machen ohne es zu bereuen, der belügt sich selbst. Dabei sind es spontane Bilder, die Polaroid so beliebt machen und dieser Technik auch noch heute eine Chance neben Fotodruckern geben können.



Wikileak – für investigativen Journalismus

20 01 2010

Wikileaks.org ist eine Internetseite, die jedem die Möglichkeit bietet, Informationen zu veröffentlichen. Dabei geht es natürlich nicht um Dinge, die getwittert werden wie – ich trinke gerade Kaffee und die xy sieht heute wieder fantastisch aus -, sondern um gesellschaftsrelevante Insider-Informationen.

Schon häufiger wurde Wikileaks dafür kritisiert, sich zu wenig um die Auswahl der Texte zu kümmern. Doch das würde dem Grundprinzip der Plattform auch widersprechen. Sie will Informationen, die sonst geheim bleiben würden, öffentlich machen. Zum Beispiel die Sperrliste für Kinderpornoseiten, die nur dem BKA zugänglich sein sollen. So etwas ist natürlich umstritten. Andererseits, was hilft der Demokratie mehr als Informationen – oder noch besser ehemalige Geheimnisse?

Dazu kommt, dass Wikileaks dem investigativen Journalismus als geniale Quelle entgegen kommt. Spätestens seit die anerkannte Zeitung “The Guardian” die Seite als Quelle angegeben hat, dürfte sie auch anerkannt sein. Das liegt daran, dass durch Wikileaks die einfachste Möglichkeit aller Zeiten besteht, Informationen vor allem anonym preiszugeben. Die bekanntesten aufgedeckten Geschichten sind: Die Kinderpornoseiten Sperrlisten, 570 000 Nachrichten die am 11.September verschickt wurden, der Kunduz-Feldjäger-Report und die Richtlinien für Soldaten auf Guantanamo Bay.

All das bietet der Demokratie eine riesen Chance – verständlich daher wie überzeugt Daniel Schmitt (Mitarbeiter bei Wikileaks) für sein Projekt in der Zeit argumentiert. Es wird interessant sein zu sehen, ob das Netzwerk seine Erfolgsgeschichte fortschreibt und wie es von Medien und Bloggern weiterhin aufgenommen wird.

Weil wir gerade bei brisanten Informationen sind: Nicht aus Wikileaks, aber auf spreeblick habe ich gerade gelesen, dass die SZ angeblich Blogger für positive Beiträge über das neue SZ-Iphone App bezahlt hat. Für mich wäre das ein Skandal – was ist nur zur Zeit mit meiner bayerischen Lieblingszeitung los…