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Wikileaks – Gesetzesbruch oder Bürgerpflicht

Einmal mehr spaltet eine Internetplattform die Gesellschaft. Darf Wikileaks Geheimnisse von Staaten verraten oder muss es diese gar veröffentlichen? Der gemeine JKB-Leser hat bei dem Thema natürlich bereits ein Vorwissen, den schon vor 10 Monaten habe ich die Website hier vorgestellt.

Mit dem jetztigen Leak¹ von über 250´000 US-Depeschen ist der Seite um den Australier Julian Assange der nächste Coup geglückt. Doch dieses Mal steht neben den Daten noch eine Frage in den Medien – ist so etwas richtig? Was bei dem US-Militärvideo aus dem Irak noch als legitim angesehen war – der Diebstahl von Daten – wird jetzt aufs Heftigste diskutiert. Das liegt vor allem an den Regierungen, die jetzt Angst vor einem Leak¹ ihrer eigenen Daten haben.

Für mich ist diese neue Informationsfreiheit ein Segen für die Demokratie, denn nur ein Volk, das Bescheid weiß, kann mitentscheiden. Zu dem aktuellen Fall steht leider nur über die Depeschen von deutschen Politikern in den Medien. Wichtiger wären die Meinungen der USA über Nordkorea, China und den Iran, doch diese werden herausgekürzt.

Ein paar Artikel gibt es dennoch:
- Verhältnis von China zu Nordkorea (Zeit)
- Iran (SZ)
- Pakistan (Zeit)
- Eine Zusammenfassung (FAZ)
- Neues Wikileaks Projekt (Spiegel)

¹ Leak = undichte Stelle

Der Umgang mit Medien: Aktualität

Wie versprochen wird es auf “Jostyknowsbest” eine Artikelreihe über den Umgang mit Medien geben. Ihr dürft hier natürlich auch gerne Themenvorschläge äußern.

Wenn man die Geschichte der “Nachrichten” betrachtet, fallen einem einige große Sprünge auf. Mit der Erfindung des modernen Buchdrucks im 15. Jahrhundert gab es zum ersten Mal aktuelle Nachrichten. Bis zur Erfindung des Radios war die druckfrische Sonderausgabe das Höchste der Gefühle an Aktualität.

Der dritte große Sprung bei der Neuheit von Nachrichten kam weder mit dem Fernsehen, noch mit den Anfängen des Internets. Erst durch das “live bloggen” – im speziellen Twittern – kommt eine Nachricht in Echtzeit vom Ort des Geschehens zum Medienkonsumenten. Damit ist mittlerweile die ideale Aktualität erreicht.

Die Zeitung hat im Vergleich zum mobilen Internet bei der Aktualität nichts entgegen zu setzen.

Doch wie nutzt man diese Neuerung und wie aktuell muss eine Nachricht überhaupt sein? Diese Fragen will ich hier kurz anschneiden. Dass heute für den Konsum der aktuellsten Nachrichten Internet erforderlich ist, dürfte jedem klar sein. Doch welcher normale Arbeitstätige kann den ganzen Twitter durchstöbern?

Und schon wird einem klar: Das aktuelle Maß an Aktualität ist eigentlich nur für Internetjunkies interessant. Trotzdem können auch Laien davon profitieren. Das funktioniert einerseits über Scouts aus den klassischen Medien (Radio, Fernsehen, aber auch Internetseiten von Zeitungen), welche sich auf Twitter und co. die wichtigsten News heraussuchen. So reicht es eigentlich den Newsticker von Focus und co. zu lesen, anstatt Twitter stündlich zu durchsuchen.

Hier sind einige Beispiele für solche Newsticker – bei Twitter: @ntv_EIL und @n24_DE, ansonsten empfehle ich für reine Nachrichten den Ticker auf Focus.

Schon bin ich beim Unterschied zwischen Nachricht und Bericht. Die Frage ist, was der Nutzer lesen will? Eine Nachricht kann durchaus in 140 Zeichen verfasst werden, ein Bericht mit Hintergrundinformationen erfordert neben mehr Zeichen auch eine bessere Recherche. Um die richtige Nachrichtenseite für euch zu finden, könnt ihr natürlich auch meine (leicht veraltete) Liste anschauen.

Den Umgang mit Medien lernen

Ein kürzlich veröffentlichter Artikel des Spiegels hat mich schockiert. Weniger, weil ich etwas Neues erfahren habe, als viel mehr wegen der Bestätigung einer Vermutung. Unter dem Titel “Generation Null Blog” machte mir der Autor endgültig klar, wie wenig sich unsere Generation mit dem Medium Internet auseinandersetzt.

Nun ist aber zur politischen Meinungsbildung unbedingt ein gutes Verständnis – vor allem für die neuen – Medien nötig. Stattdessen kennen und nutzen fast alle Jugendliche nur wenige und immergleiche Netzangebote. Das soziale Netzwerk ihrer Wahl, Youtube, vielleicht noch ein Spiel und einen E-mail Dienst. Doch sogar Seiten wie Wikipedia oder Recherchen in den Suchmaschinen werden nur genutzt, wenn es von der Schule angeordnet wird.

Aber auch bei Erwachsenen sieht es nicht viel besser aus. Auch sie verkennen die Chancen des Webs als Nachrichtenmedium. Die Vorteile an Bequemlichkeit können zwar heute die allermeisten unter 50-Jährigen nutzen (Onlinebanking, Urlaub buchen und Online einkaufen); Wenn man dann fragt, was ein Weblog ist, sind die meisten aber schon hoffnungslos überfordert.

Viele neue Zeichen in der Medienwelt

Von Zeitungen – welche das Internet selbst noch nicht richtig zu nutzen weiß – wird dann nur all zu häufig gefordert, “Medien” in der Schule durchzunehmen. Dafür wären aber Nachschulungen von fast allen Lehrern notwendig. Denn heute kann man nicht mehr von Medienkompetenz sprechen, nur weil man seit Jahren eine überregionale Zeitung abonniert hat.

Auf Jostyknowsbest soll deshalb eine Artikelreihe versuchen den Umgang mit – speziell den neuen – Medien zu erklären. Fragen und Anregungen schreibt ihr mir bitte, wie immer in Kommentarform.

Spiegel – Studenten Abo

Der Spiegel ist abonniert, nachdem wir jetzt seit einiger Zeit den Stern haben. Jetzt probiere ich 3 Monate lang den Klassiker unter den deutschen Politmagazinen aus. Noch kann ich nur wenig über die Qualität der Zeitschrift sagen.

Stattdessen will ich euch auf ein tolles Angebot aufmerksam machen. Für Schüler und Studenten gibt es 12 Wochen lang den Spiegel, UniSpiegel, KulturSpiegel und jeden Samstag ab 22 Uhr den Spiegel als E-Book. Das Alles gibt es für 20€. Wenn man die Sonderausgaben nicht mitzählt, sind das 65 cent pro Heft!

Beachten muss man jedoch, dass man das Abonnement nach Eintreffen der 10. Ausgabe kündigt. Für das Abschließen dieses Mini-Abos bekommt man auch noch ein kleines Geschenk (z.b. USB-Stick 2 Gb). Das Alles ist für mich ein mehr als faires Angebot

Soll das ein Witz sein? Laut RTL ist jeder Muslime ein potentieller Terrorist

Beim Durchzappen bin ich über RTL gestolpert. Dort kam gerade ein Bericht über die Anschläge in Moskau. Zu dem Zeitpunkt sprach der Moderator gerade mit dem  Russland-Korrespondenten Peter Leontjew. Dieser sagte: Man kann die Terroristen schon Verfolgen, aber es gibt 14 Millionen Muslime in Russland.

Leider hat RTL dieses Interview nicht auf ihrer Internetseite. Ihr müsst es mir also glauben – oder nicht.


Mein RTL…