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Der seltsame Fall des Julian Assange

Vor Kurzem habe ich die Hintergründe der angeblichen Verbrechen des Wikileaks-Gründers Assange in einer Spiegel Dokumentation gesehen und es ist eine Frechheit, was dort momentan passiert.


Wirkt er nur schmierig – oder ist Julian Assange ein Vergewaltiger?

Kurz beschrieben: Assange hat eine Affäre mit der Frauenrechtlerin Anna Ardin, die ihn unterstützt. Gleichzeitig schläft er mit der Freundin von Ardin – Sofia Wilén -, was die Frauenrechtlerin nicht weiß. Nach einem Streit weint sich Wilén bei Ardin aus. 2 Tage nachdem die Dreieckbeziehung aufgeflogen ist, gehen die zwei Frauen zur Polizei wegen einer Vergewaltigung.

Interessant scheint besonders, dass Anna Ardin in ihrem Weblog beschreibt, wie man sich für Untreue rächt. Das Ganze wirkt wie eine Racheaktion von zwei ehemals verliebten Frauen, dass sah wohl auch die schwedische Justiz so, denn der Fall wurde eingestellt. Erst 3 Monate später – als auch die 250´000 Depeschen veröffentlicht waren -  wurde es wieder eröffnet. Heisst das die USA haben doch ihre Hände im Spiel?

Trotz allem kann Assange natürlich schuldig sein, doch wenn die Aussage des Wikileaks-Gründers gegen die Aussagen der Frauen steht, kann man ihn nach meiner Auffassung von Gerechtigkeit auf keinen Fall verurteilen.

Mittlerweile fordern US-Politiker die Auslieferung von Assange an die USA – wenn Folge geleistet wird, dann stellt dies einen imensen Angriff auf die Pressefreiheit dar! Ich hoffe, dass die schwedische Justiz in dem Fall korrekter handelt als es momentan scheint.

Hier könnt ihr das Spiegel-Video sehen.

Wikileaks – Gesetzesbruch oder Bürgerpflicht

Einmal mehr spaltet eine Internetplattform die Gesellschaft. Darf Wikileaks Geheimnisse von Staaten verraten oder muss es diese gar veröffentlichen? Der gemeine JKB-Leser hat bei dem Thema natürlich bereits ein Vorwissen, den schon vor 10 Monaten habe ich die Website hier vorgestellt.

Mit dem jetztigen Leak¹ von über 250´000 US-Depeschen ist der Seite um den Australier Julian Assange der nächste Coup geglückt. Doch dieses Mal steht neben den Daten noch eine Frage in den Medien – ist so etwas richtig? Was bei dem US-Militärvideo aus dem Irak noch als legitim angesehen war – der Diebstahl von Daten – wird jetzt aufs Heftigste diskutiert. Das liegt vor allem an den Regierungen, die jetzt Angst vor einem Leak¹ ihrer eigenen Daten haben.

Für mich ist diese neue Informationsfreiheit ein Segen für die Demokratie, denn nur ein Volk, das Bescheid weiß, kann mitentscheiden. Zu dem aktuellen Fall steht leider nur über die Depeschen von deutschen Politikern in den Medien. Wichtiger wären die Meinungen der USA über Nordkorea, China und den Iran, doch diese werden herausgekürzt.

Ein paar Artikel gibt es dennoch:
- Verhältnis von China zu Nordkorea (Zeit)
- Iran (SZ)
- Pakistan (Zeit)
- Eine Zusammenfassung (FAZ)
- Neues Wikileaks Projekt (Spiegel)

¹ Leak = undichte Stelle

Islands Gesetzentwurf – eine Chance für den Journalismus

Island und Wikileaks, das ist die Liebesgeschichte der Finanzkrise. Dank dem „Geheimnissflüsterer“-Netzwerk wurde nämlich in dem EU-Land ein nie dar gewesener Skandal aufgedeckt. Isländische Bänker haben durch nicht für möglich gehaltenes Kalkül ihr eigenes Land an den Rand des Staatsbankrott gebracht. Weil ein Beitrag über diesen Skandal nicht gezeigt werden durfte wurde in den isländischen Nachrichten minutenlang eine URL gezeigt:

www.wikileaks.org

Seitdem ist das ganze Land begeistert von investigativen Journalismus, ja es scheint sich sogar verpflichtet diesen gesetzlich zu schützen. In Kürze wird entschieden ob ein Gesetzentwurf dafür durch kommt – die Chancen stehen gut. Der Gesetzesvorschlag ist eine Mischung aus den Schutzparagraphen für Quellen im Schwedischen Recht und Pressefreiheitsregelungen aus der ganzen Welt.


Vorreiterrolle des Nordischen Landes

International hilft diese Regelung dem investigativen Journalismus weltweit genauso wie die Finanzregelungen in der Schweiz den Bänkern. Das funktioniert mit Servern auf Island. Wieviel das Ganze dann wirklich bedeutet, auch für Blogger – besonders in Ländern mit ungenügender Pressefreiheit.

Kritik kommt dabei vor allem von Lobbyisten – die natürlichen Feinde der Quellen. Daneben melden manche Zweifel an, weil sie befürchten die neue Pressefreiheit könnte Lügner schützen. Diese Leute sind scheinbar dazu berufen an jeder Idee einen Nachteil zu finden. Man sollte jedoch wissen, das alles Gute Nachteile hat.

So ist der Vorschlag der IMMI (Icelandic Modern Media Initiative) eine Möglichkeit für den Jounalismus – der Königsweg ist es aber nicht. Dafür müsste es weltweit eine UN-Charta zum besseren Schutz der Medien geben.

Wikileak – für investigativen Journalismus

Wikileaks.org ist eine Internetseite, die jedem die Möglichkeit bietet, Informationen zu veröffentlichen. Dabei geht es natürlich nicht um Dinge, die getwittert werden wie – ich trinke gerade Kaffee und die xy sieht heute wieder fantastisch aus -, sondern um gesellschaftsrelevante Insider-Informationen.

Schon häufiger wurde Wikileaks dafür kritisiert, sich zu wenig um die Auswahl der Texte zu kümmern. Doch das würde dem Grundprinzip der Plattform auch widersprechen. Sie will Informationen, die sonst geheim bleiben würden, öffentlich machen. Zum Beispiel die Sperrliste für Kinderpornoseiten, die nur dem BKA zugänglich sein sollen. So etwas ist natürlich umstritten. Andererseits, was hilft der Demokratie mehr als Informationen – oder noch besser ehemalige Geheimnisse?

Dazu kommt, dass Wikileaks dem investigativen Journalismus als geniale Quelle entgegen kommt. Spätestens seit die anerkannte Zeitung “The Guardian” die Seite als Quelle angegeben hat, dürfte sie auch anerkannt sein. Das liegt daran, dass durch Wikileaks die einfachste Möglichkeit aller Zeiten besteht, Informationen vor allem anonym preiszugeben. Die bekanntesten aufgedeckten Geschichten sind: Die Kinderpornoseiten Sperrlisten, 570 000 Nachrichten die am 11.September verschickt wurden, der Kunduz-Feldjäger-Report und die Richtlinien für Soldaten auf Guantanamo Bay.

All das bietet der Demokratie eine riesen Chance – verständlich daher wie überzeugt Daniel Schmitt (Mitarbeiter bei Wikileaks) für sein Projekt in der Zeit argumentiert. Es wird interessant sein zu sehen, ob das Netzwerk seine Erfolgsgeschichte fortschreibt und wie es von Medien und Bloggern weiterhin aufgenommen wird.

Weil wir gerade bei brisanten Informationen sind: Nicht aus Wikileaks, aber auf spreeblick habe ich gerade gelesen, dass die SZ angeblich Blogger für positive Beiträge über das neue SZ-Iphone App bezahlt hat. Für mich wäre das ein Skandal – was ist nur zur Zeit mit meiner bayerischen Lieblingszeitung los…

Islamkritik kann tötlich sein

Andauernd in den Medien: Der Mordanschlag auf Kurt Westergaard, den Mohammed Karikaturisten. Für den holländischen Filmemacher Theo van Gogh war seine Kritik an der Weltreligion sogar tödlich. Es fällt schon auf, dass die Anhänger des Islam, wenn es um die Verteidigung der Ehre ihrer Religion geht, ziemlich gewaltätig werden.

Das Ganze hört sich extrem islamfeindlich an. Das ist es aber nicht, ich würde jede andere Religion ähnlich kritisieren. Daher frage ich mich schon, wie es sein kann, dass diese Kritik einem sogar in Europa gefährlich wird. Es gibt in jeder Religion Radikale – beim Christentum wundert man sich eigentlich immer, wenn sich der Papst zu Aids äußert. Vergessen sollte man aber auch nicht, dass es in einigen islamischen Ländern unter Todesstrafe steht, wenn man zum Christentum konvertiert. Dabei handelt es sich natürlich um eine extreme Verletzung der Menschenrechte.

Das Radikale Ungläubige töten wollen, meine ich damit gar nicht. Es geht mir viel mehr um die Bevölkerung, welche Gesetze, die die Religionsfreiheit einschränken unterstützt. Es geht mir also um die breite Masse, die immer radikaler zu werden scheint. Angestachelt durch Diktatoren wie im Iran, aber auch durch eine indisskutable Politik der USA und anderer westlicher Staaten.

Übrigens habe ich keine Angst, wenn es in Deutschland immer mehr Moslems gibt. Mein Problem liegt bei der Verachtung anderen Weltansichten und der Unterdrückung der Frauen, welche bei den jüngeren Generationen der Türken in Deutschland scheinbar wieder zunimmt.

Wir werden sehen, ob man in Zukunft Mohamend genauso in einem Film parodieren darf, wie es bei dem Christlichen Gott der Fall ist – es wäre wünschenswert.