Am Samstag war ich bei der Albumvorstellung von Pink Plastic Jesus im Rocket Club – ein Termin, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Deshalb war ich auch bereits zum Einlass um 21 Uhr da. Doch dann zeigte sich, dass das, was ich früher begeistert als exzentrisches Auftreten – welches nunmal zur Popmusik gehört – bezeichnet habe, ist mitlerweile in eine Arroganz ausgeartet, mit der PPJ ihr Publikum 2 Stunden ohne Vorband warten ließen! Doch das ist nicht alles: Für einen Eintritt von 8€ lieferten die Jungs dann ein nicht einmal einstündiges Konzert ab und genehmigten sich sogar noch eine Pause!
Auch wenn ich die Band musikalisch gerne mag, ihr Auftreten ist in einem solchen Maße arrogant, dass die Höhe des Saals gerade noch für ihr Ego reichte.
Doch nun zum eigentlichen Konzert: Highlight waren sicher die größtenteils weiblichen Ruamzuzler (bayerisch für ökologisch korrekte Menschen), die vor der Bühne in einem solchen Maße exzessiv tanzten, dass es nur noch lächerlich wirkte.
Musikalisch spielten Pink Plastic Jesus einmal mehr ein gutes Konzert, das Album setzt nahtlos an die älteren Lieder an. Ein Stilwechsel ist nicht zu erkennen, aber das finde ich auch gut. Der Einblick auf neue Lieder nach dem Album ist ebenfalls gelungen. Insgesamt ist das Album deutlich besser als es seine Vorstellung war.
Nun will ich aber niemand abschrecken, auf ein Konzert der Landshuter zu gehen. Ihr Programm ist gut tanzbar und macht Spaß. Und normalerweise sind sie auch eine großartige Liveband.
Letzte Woche am Samstag waren endlich wieder gute Bands in Adlkofen zu hören. Im beschaulichen Wollkofen wurde ein unauffälliges Einfamilienhaus zum Konzertplatz. 4 Bands aus der Region gaben sich keine Blöße und sorgten für 4 Stunden besten Liverock. Für den geringen Eintritt von 10€ gab es neben Musik auch noch Fassbier und Gulaschsuppe.
Rock over Wollkofen im letzten Jahr
Die erste Band war “Vorlaut” – eine Mischung aus Punk und Rock mit deutschen Texten. Über den Schlagzeuger (so called Dres) kam ich erst zu dem Konzert. So ziemlich jeder, der gelegentlich ein Konzert in Landshut besucht, wird den guten Mann, mit dem nicht ganz unauffälligen Aussehen, schon einmal getroffen haben.
“Vorlaut” gibt es erst seit 6 Monaten, und so leid es mir tut, das merkte man auch. Es braucht wohl noch ein bisschen Zeit, bis sie richtig eingespielt sind. Auch war bei den ersten Liedern der Gesang viel zu leise und undeutlich. Das besserte sich im Verlauf des Auftritts, der mit einer sehr guten Nummer endete und Interesse auf mehr weckte.
Danach kamen die Peace Dealing Teenagers, die spielten etwas, das ich als schnellen Punkrock einordnen würde, sie selbst aber nur “Fuck´n Roll” nennen. Gute Lieder und am Ende auch noch ein paar mit genialen Mitgröhlfaktor – “Durstige Männer” und “Alcohol is the devil”. Einen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Jungs, repariert eure Homepage – ich will mir die Lieder anhören können.
Die 3. Band im Bunde war “Phil & The GoGoGirls from Hell” mit ehrlichen Rock. Unglaublich, was die 4 für einen Sound machten, obwohl sie nur 1 Gitarre dabei hatten. Die Jungs haben auch schon in der alten Kaserne tolle Auftritte abgeliefert und zeigten in Wollkofen, dass sie auch noch in der Garage spielen können. Ein spezieller Dank an die Jungs, denn auf der Website kann man ihre Lieder im Vergleich zu den anderen auch anhören und das macht richtig Laune.
“Headliner” war dann die Band Grape mit richtig schnellem Punk – wie es sich gehört, wenn man Ramones als Vorbild angibt. Am besten ihr hört euch die Jungs selbst mal an, zuerst auf ihrer Myspace-Seite, aber noch besser Live. Erwähnenswert ist sicher noch, dass ihr Auftritt mit einem Fangesang für den TSV Kirchberg geendet hat. Das geht natürlich gar nicht, zum Glück besiegten unsere Jungs die Kirchberger am folgenden Tag mit 6:1 und stellten so die Verhältnisse wieder klar.
Das wird vorläufig der letzte Beitrag über RiP – versprochen!
Turbostaat:
Hatte die unglaubliche Chance, vor fast allen Festivalbesuchern am Donnerstag Rock im Park zu eröffnen – und ist daran gescheitert. Zu leise, zu langweilig und – so gemein es ist – zu unbekannt.
Rage against the Machine:
Wahnsinn! Ich glaube, beinahe jeder Kartenbesitzer hat sich den ersten Headliner angschaut. Es war von der ersten bis zu letzten Reihe so unglaublich eng und durch die Regenschauer auch schlamig. Ungeachtet dessen spielte RATM ein gutes Konzert mit tollen Klassikern wie “Killing in the name” – die fast jedem gefallen.
Bullet for my Valentine:
Mir gefällt ihre Musik aus einem undefinierbaren Grund nicht. Trotzdem hat mir ihr Konzert sehr gut gefallen. Das Finale habe ich zu Gunsten von Bad Religion leider verpasst.
Bad Religion:
Eine meiner Lieblingsbands. Man kannte den Jungs die 30 Jahre Bühnenerfahrung an – es war ein solides Konzert, aber ohne die Emotionen, die manche Lieder verdient hätten.
In Extremo:
Ich habe den Auftritt mit lauter Fans verbracht. Mir gefällt ihre Musik trotzdem nicht. Die komischen Rythmuswechsel können auch durch noch so ungewöhnliche Instrumente (Dudelsack & Harfe) nicht wett gemacht werden.
Rise Against:
Es gibt keine Band, die ich lieber höre! Ihr Konzert in München Zenith war einer der tollsten Abende überhaupt und dann beginnt das Konzert und alle, die Rise schon einmal gesehen haben, merken – sie sind heute schlecht! Schlechte Stimme, schlecht gemischt und sie schaffen es überhaupt nicht, die unglaubliche Masse zu unterhalten.
Rammstein:
Der Hauptgrund, warum ich zu RiP gefahren bin. Geniale Bühnenshow, unglaubliche Pyrotechnik und Lieder, die einfach jeder kennt. Warum sie das verbotene “Ich tu dir weh” gespielt haben, kann ich nicht sagen. Das Konzert war trotzdem das Beste auf dem ganzen Festival.
Them crooked Vultures:
Durchgeschwitzt und in kurzer Hose bin ich nach Rammstein noch zur Alternate Stage gepilgert. Dort spielte die wahrscheinlich am prominentesten besetzte Band auf Rock im Park. Nach fünf Nummern konnte ich die unglaublich kalte Nacht trotz bester Musik leider nicht mehr ertragen. Aber diese Lieder haben gereicht um mich zu überzeugen – ich brauche das Album!
Airbourne:
Musikalisch sehr gut – gekrönt von einer unglaublich blöden Aktion des Sängers:
Cypress Hill:
Was soll man von einer Band halten, deren Sänger so stoned ist , dass er die eigenen Texte kaum noch weiß?!
Kasabian:
Ein braves Konzert. Entspannend und das war gut so.
The Editors:
Ich habe eigentlich gehofft, dass sie mehr Lieder auf ihrem neuen Album wie Papillion spielen – dem war nicht so. Es war dennoch – im Nachhinein betrachtet – ein sehr gutes Konzert.
Sportfreunde Stiller *unplugged*:
Tolle Stimmung, toller Platz und eine Band, die selbst richtig Spaß hatte. Der 2. beste Auftritt auf RiP.
Jan Delay & Disco Nummer 1:
Hat genial mit “Türlich Türlich” begonnen und danach stark nachgelassen. In einem gewissen Maße waren sicher auch die Probleme mit der Technik daran schuld.
Broilers:
Angeblich ein fantastisches Konzert – leider zeitgleich mit Jan Delay.
Gossip:
Die korpulente Sängerin mit der Wahnsinns-Stimme, hat zwischen jedem Lied Lady Gaga scheinbar für sich selbst gesungen. Das hat genervt. Ansonsten ist diese Frau einfach cool und ein Schreihals.
30 Seconds to Mars:
Ich musste sie – von meiner Schwester aus – unbedingt anhören. Das ging in Ordnung bei der Show, die Jared Leto ablieferte – auch wenn ein pinker Irokesenschnitt einfach schwul ist. Die Musik trifft meinen Geschmack gar nicht, dafür hat die Band es trotzdem geschafft, ein ansehnliches Konzert zu veranstalten.
Volbeat:
Ich kannte vor dem Konzert nur “Still counting” und habe nach dem Auftritt ein neues Lieblingslied “Sad man tongue“.
Muse:
Für mich war Muse immer ein bisschen eine Schwuli-Band. Das haben sie während der 30 Minuten, die ich sie gehört habe, komplett wiederlegt. Sie haben es als die einzige Band, die ich gesehen habe, verstanden, die riesigen Bildschirme richtig einzusetzen. Wahrscheinlich war Muse für mich die größte Überaschung – wir brachen dann aber unsere Zelte ab und liefen zum Auto, denn es began zu regnen und wir waren alle müde von 18 Konzerten und etlichen Bierchen.
Alles wird heutzutage im Netz rezensiert – von der Digitalkamera bis zum Handwerker aus dem Nachbardorf. Jetzt wird Rock im Park 2010 von Josty überprüft und knallhart mit 1 bis 5 Luftgitarren bewertet!
Campingplätze:
Die Stageliner-Plätze kann ich nicht bewerten. Die größten Plätze (C4 und C5) haben alles geboten, was man wollte – viele Nachbarn und viel Party. Die Extremcamper – mit riesen Anlagen und Lastwagen – haben auf C6 gecampt. Es gab also für Jeden das richtige. Allerdings musste man schon relativ früh kommen, ansonsten bekam man nur noch einen Platz an einem der vielen Hügel.
4/5 Luftgitarren
Sanitäranlagen:
Waren in ausreichender Zahl vorhanden. Die Dixi´s waren wie zu erwarten extrem dreckig – so habe ich sie auch nur einmal benutzt. Die “50-Cent-Klos” sollen sehr sauber gewesen sein. Ich selbst war in der Stadt auf der Toilette. Duschen waren auch vorhanden, da aber auch ein Schwimmbad in der Nähe war, habe ich dieses besucht.
3/5 Luftgitarren
Essen:
Es gab eigentliche Alles, was man sich vorstellen kann. Von der Wurstsemmel über die Pizza bis zum chinesischen Essen. Alles war preislich gerade noch in Ordnung. Geschmacklich – naja, wir hatten Hunger.
4/5 Luftgitarren
Getränke:
Das Positivste, was man über die Getränke sagen kann? Sie waren kalt. Für 0,4 l Cola – 3,80€ + Pfand ist einfach eine Frechheit. Die Preise im Festivalsupermarkt waren dagegen in Ordnung. Das einzige Bier, das es gab, war Becks, und da sollten sich die anderen Brauereien mindestens genauso viel wie der Veranstalter schämen!
1/5 Luftgitarren
Parkplätze:
Perfekt. Viele und hilfsbereite Einweiser, gut organisiert und genügend Plätze. Mehr braucht man nicht sagen und wer direkt auf dem Gelände parkt und sich wundert, warum sein Auto nach Urin stinkt, ist selbst schuld.
5/5 Luftgitarren
Musik:
Einziger Kritikpunkt – mach ma lauter! Speziell bei Rise Against war es schon sehr leise, aber daran sind ja die Franken schuld. Das LineUp war 2010 wahrscheinlich so gut wie noch nie – von daher, was soll man sagen?
5/5 Luftgitarren
Security/Polizei:
Größtenteils nett und sehr entspannt. Mit einer Ausnahme konnten auch alle über sich selbst lachen. Es wäre schön, wenn die Türsteher in den Landshuter Discos genauso wären!
5/5 Luftgitarren
Anbindung:
Im Festivalticket war die Benutzung der Nürnberger Nahverkehrsmittel enthalten. Dadurch konnte man auch andere Supermärkte als den überfüllten Aldi direkt neben dem Gelände anfahren. Ebenso wie ein Schwimmbad in der Innenstadt.
5/5 Luftgitarren
Fazit:
Es war heiß, es war dreckig, es war anstrengend, aber ich will wieder hin! Bevor ich es vergesse – die Bändchen sind in einem total schwulen Türkis/Hellblau – wer ist auf die Idee gekommen?!