Entscheidungszeit für die Euro-zukunft
Seit zig Monaten wird mittlerweile über den weiteren Weg in der europäischen Währungsunion gestritten. Nun wird es endlich Zeit für eine Entscheidung! Schluss mit den sich wiederholenden Absichtserklärungen – hin zu einem einheitlichen Weg.
Der Finanzexperte Mohamed El-Erian hat im “Stern” die einzigen zwei vernünftigen Möglichkeiten aus dieser Krise genannt – ein klares Bekenntnis zu den angeschlagenen PIGSI-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien, Irland) mit ausreichenden Hilfen, El-Erian nennt dies eine “Fiskalunion”; oder aber einen Ausschluss der zu hoch verschuldeten Länder um sich zu entschulden und damit den Euro stabil zu halten. Der momentane Mittelweg ist für den Experten keine Lösung.

Stürmische Zeiten für die europäische Gemeinschaft – Quelle
Die Entwicklung in den letzten Monaten macht für mich nur noch eine Abspaltung vorher genannter Staaten zwingend notwendig. Natürlich darf man diesen Ausschluss nicht mit einem Rausschmiss aus der EU gleichsetzen. Weiterhin muss man diese Staaten natürlich auch im Zuge des europäischen Gedanken unterstützen. Doch diese Gleichsetzung von Wirtschaftssystemen, die der Euro verlangt, ist bei den momentanen Unterschieden nicht tragbar.
Eine kleinere starke Währungsunion hätte außerdem nicht nur Vorteile für uns, sondern auch für die angeschlagenen Staaten, denen ein Neuanfang, wie vor einigen Jahren bei vielen lateinamerikanischen Ländern passiert. Hinzu kommt, dass es endlich wieder Ruhe in einen Kapitalmarkt, der nicht einmal mehr durch den Dollar beruhigt wird, geben würde.
Doch das kann natürlich nicht alles sein, viel weitreichender müssen die Regelungen weltweit für den Finanzmarkt werden. Es muss ein ganz anderes Bewusstsein für Geld geschaffen werden. Denn momentan gibt es für diese vielen Billionen, die hin und her geschoben werden, keinen realen Gegenwert mehr! Der Handel könnte zum Beispiel mit einer Steuer eingeschränkt oder zumindestens weniger attraktiv werden.
Besonders die Idee “Geld für sich arbeiten lassen” muss man untersagen, denn es schafft nur eine weitere Verstärkung des Ungleichgewichts, das zur nächsten Finanzkrise führen dürfte. Fraglich ist leider, wer einen so massiven Umbruch einleiten könnte. Obama ist innenpolitisch zu sehr gefordert, China & Russland scheinen kein Interesse an nichts zu haben – so muss die EU eine Vorreiterrolle übernehmen.


